Voyager 1 vor Notabschaltung:
NASA zieht harte Konsequenzen
Wie viel Wissenschaft lässt sich für das nackte Überleben der Raumsonde Voyager 1 opfern? Weil der nukleare Antrieb massiv an Leistung verliert, schalten NASA-Ingenieure Instrumente ab und verlängern so die Reise durch das ferne Weltall.
Wie die NASA berichtet, werden die Instrumente der Raumsonde von einem Radioisotopengenerator angetrieben. Das System wandelt die Wärme von zerfallendem Plutonium-238 in elektrischen Strom um. Mit jedem Jahr sinkt die verfügbare Leistung um etwa vier Watt. Ende Februar fielen die Energiewerte so stark ab, dass das System beinahe eine automatische Notabschaltung der verbleibenden Komponenten eingeleitet hätte.
Ein Funksignal bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit und benötigt für die Distanz inzwischen über 23 Stunden pro Strecke. Das nun deaktivierte LECP-Modul erfasste fast ein halbes Jahrhundert lang wichtige Parameter des interstellaren Raums.
Zu den gemessenen Werten gehörten: Niederenergetische Ionen, freie Elektronen sowie kosmische Strahlung.
Der Verlust des Instruments bedeutet zwar weniger Daten, sichert aber den Betrieb der Kernsysteme.
Ursprünglich startete die etwa autogroße und 815 Kilogramm schwere Raumsonde im September 1977. Geplant war eine auf fünf Jahre ausgelegte Mission zur Erforschung der äußeren Planeten. Voyager 1 lieferte erste detaillierte Nahaufnahmen der aktiven Vulkane auf dem Jupiter-Mond Io und flog eng an Saturn sowie dessen dicht von Wolken umhülltem Mond Titan vorbei. Durch die Gravitation des Gasriesen wurde sie aus der Hauptebene des Sonnensystems herauskatapultiert.
Im August 2012 schrieb das Raumschiff Geschichte, als es als erstes menschengemachtes Objekt die Heliopause durchquerte. Diese Grenze markiert den Bereich, in dem der Sonnenwind vom interstellaren Medium gestoppt wird. Seitdem sendet die Sonde Daten aus einer Region, die noch nie zuvor direkt untersucht wurde. An Bord befindet sich auch die goldene Schallplatte mit Grüßen, Musik und Geräuschen der Erde für mögliche außerirdische Intelligenzen.
Was meint ihr zu der Entscheidung, wissenschaftliche Instrumente für eine längere Lebensdauer zu opfern? Teilt eure Gedanken und diskutiert gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Strommangel am Rande des Alls
Am 17. April haben die Wissenschaftler das Instrument Low-Energy Charged Particles Experiment (LECP) an Bord der Raumsonde Voyager 1 kontrolliert abgeschaltet. Das 49 Jahre alte Gefährt ist über 24 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.Wie die NASA berichtet, werden die Instrumente der Raumsonde von einem Radioisotopengenerator angetrieben. Das System wandelt die Wärme von zerfallendem Plutonium-238 in elektrischen Strom um. Mit jedem Jahr sinkt die verfügbare Leistung um etwa vier Watt. Ende Februar fielen die Energiewerte so stark ab, dass das System beinahe eine automatische Notabschaltung der verbleibenden Komponenten eingeleitet hätte.
Ein Funksignal bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit und benötigt für die Distanz inzwischen über 23 Stunden pro Strecke. Das nun deaktivierte LECP-Modul erfasste fast ein halbes Jahrhundert lang wichtige Parameter des interstellaren Raums.
Zu den gemessenen Werten gehörten: Niederenergetische Ionen, freie Elektronen sowie kosmische Strahlung.
Der Verlust des Instruments bedeutet zwar weniger Daten, sichert aber den Betrieb der Kernsysteme.
Auch wenn niemand gerne ein wissenschaftliches Instrument abschaltet, ist dies die beste verfügbare Option. Voyager 1 verfügt noch über zwei funktionierende wissenschaftliche Instrumente - eines, das Plasmawellen aufnimmt, und eines, das Magnetfelder misst. Sie funktionieren nach wie vor hervorragend und senden Daten aus einem Bereich des Weltraums zurück, den noch kein anderes von Menschenhand geschaffenes Raumfahrzeug jemals erkundet hat. Das Team konzentriert sich weiterhin darauf, beide Voyager-Sonden so lange wie möglich am Laufen zu halten."
Kampf gegen den Leistungsabfall
Aktuell verfügt Voyager 1 nur noch über zwei aktive Instrumente zur Messung von Plasmawellen und Magnetfeldern. Für die kommenden Monate planen die Ingenieure ein Energiesparprogramm. Ältere Komponenten sollen gezielt umgeschaltet werden, um den Stromverbrauch weiter zu senken. So soll das Raumschiff möglichst bis weit in die 2030er Jahre wissenschaftliche Daten zur Erde schicken können.Ursprünglich startete die etwa autogroße und 815 Kilogramm schwere Raumsonde im September 1977. Geplant war eine auf fünf Jahre ausgelegte Mission zur Erforschung der äußeren Planeten. Voyager 1 lieferte erste detaillierte Nahaufnahmen der aktiven Vulkane auf dem Jupiter-Mond Io und flog eng an Saturn sowie dessen dicht von Wolken umhülltem Mond Titan vorbei. Durch die Gravitation des Gasriesen wurde sie aus der Hauptebene des Sonnensystems herauskatapultiert.
Im August 2012 schrieb das Raumschiff Geschichte, als es als erstes menschengemachtes Objekt die Heliopause durchquerte. Diese Grenze markiert den Bereich, in dem der Sonnenwind vom interstellaren Medium gestoppt wird. Seitdem sendet die Sonde Daten aus einer Region, die noch nie zuvor direkt untersucht wurde. An Bord befindet sich auch die goldene Schallplatte mit Grüßen, Musik und Geräuschen der Erde für mögliche außerirdische Intelligenzen.
Was meint ihr zu der Entscheidung, wissenschaftliche Instrumente für eine längere Lebensdauer zu opfern? Teilt eure Gedanken und diskutiert gerne mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- NASA schaltete am 17. April das LECP-Instrument von Voyager 1 gezielt ab
- Grund ist der sinkende Ertrag des Radioisotopengenerators mit Plutonium-238
- Voyager 1 ist über 24 Milliarden Kilometer entfernt und sendet weiter Daten
- Seit August 2012 misst die Sonde jenseits der Heliopause unbekannte Regionen
- Nach fast 49 Jahren bleiben nur Instrumente für Plasmawellen und Magnetfelder
- Ein Signal braucht inzwischen mehr als 23 Stunden pro Strecke zur Erde
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