Klage: Nvidia soll 1 Mrd. $ an Krypto-Einnahmen verschleiert haben

Eine US-Sammelklage gegen Nvidia wurde zugelassen. Der Vorwurf lautet, der Konzern habe Einnahmen aus dem Krypto-Mining-Geschäft in Höhe von einer Milliarde US-Dollar verschleiert. Betroffene Anleger fordern nun Entschädigungen.
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Nvidia

Sammelklage wegen Krypto-Geschäft-Einnahmen

Eigentlich läuft es für Nvidia rein finanziell so gut wie noch nie. Doch in den letzten Wochen gab es immer wieder auch negative Nachrichten. So gab es viel Spott für das angekündigte DLSS 5, Intels Big-Battlemage-GPUs stellen Nvidias vergleichbare Produkte in den Schatten und diese Woche musste bereits der zweite Hotfix für die GeForce-Treiber ausgerollt werden. Jetzt hat ein Bundesrichter in Kalifornien auch noch eine Sammelklage gegen den Technologiekonzern unter der Leitung von CEO Jensen Huang zugelassen.

Im Kern steht der Vorwurf, das Unternehmen habe 2017 und 2018 Einnahmen von über einer Milliarde US-Dollar (etwa 865 Millionen Euro) falsch deklariert. Anstatt diese Umsätze dem volatilen Krypto-Mining-Geschäft zuzuordnen, sollen sie als Einnahmen aus dem Gaming-Segment verbucht worden sein.


Täuschung über Risiko

Den Klägern zufolge sei das für Anleger von entscheidender Bedeutung. Während der Gaming-Markt zu dieser Zeit als stabil galt, unterliegt das Geschäft mit Kryptowährungen grundsätzlich extremen Schwankungen. Die Kläger argumentieren, dass Nvidia durch die falsche Zuordnung das Investitionsrisiko künstlich niedriger darstellte als es tatsächlich war. Als die Nachfrage nach Grafikkarten von Minern Ende 2018 einbrach, musste Nvidia seine Umsatzprognosen deutlich korrigieren. Daraufhin stürzte der Aktienkurs innerhalb von zwei Handelstagen um 28,5 Prozent ab.

Wie Decrypt berichtet, wies der Richter jetzt darauf hin, dass Nvidia den fehlenden Einfluss der falschen Deklarierung der Einnahmen auf den Aktienkurs bisher nicht ausreichend belegen konnte. Interne E-Mails deuten zudem darauf hin, dass auch Führungskräfte den hohen Aktienkurs auf die fehlerhafte Marktkommunikation zurückführten. Zur Gruppe der Geschädigten zählen nun Investoren, die zwischen Mitte August 2017 und Mitte November 2018 Nvidia-Aktien erwarben.

Nicht das erste Verfahren

Es ist nicht das erste Mal, dass Nvidia wegen seiner Informationspolitik während des Krypto-Booms in die Kritik gerät. Bereits im Jahr 2022 verhängte die US-Börsenaufsicht SEC eine Strafe von 5,5 Millionen US-Dollar (etwa 4,76 Millionen Euro) gegen das Unternehmen. Schon damals stellten die Regulierer fest, dass Nvidia die Auswirkungen des Krypto-Minings auf das Gaming-Geschäft nicht transparent dargestellt hatte.

GeForce-Karten, ursprünglich für PC-Spieler konzipiert, eignen sich hervorragend für das Schürfen von Krypto-Währungen. Das führte 2017 und 2018 zu einer Marktknappheit und hohen Preisen für die Hardware. Nvidia führte zwar spezielle Krypto-SKUs als Mining-Karten ein, dennoch landeten viele Gaming-Karten in Mining-Farmen.

Verfahren läuft an

Im Rahmen des Verfahrens wurde nun für den 21. April 2026 ein erster Termin angesetzt. Nvidia verteidigt sich gegen die Vorwürfe und verweist darauf, dass langfristige Investoren trotz der damaligen Volatilität von der Unternehmensstrategie profitierten. Der Fall befasst sich jedoch nicht mit der Frage nach der letztendlichen Wertentwicklung der Aktien, sondern damit, ob Nvidia seine Investoren getäuscht hat.

Seid ihr der Meinung, Nvidia sollte für die angeblich falsche Deklarierung seiner Einnahmen zur Verantwortung gezogen werden? Oder sollten sich Investoren lieber über den mittlerweile horrend gestiegenen Aktienkurs freuen und die Füße still halten? Schreibt uns eure Meinung zu dem Fall gerne unten in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • US-Sammelklage gegen Nvidia wegen verschleierter Krypto-Einnahmen zugelassen
  • Nvidia soll über eine Milliarde Dollar Krypto-Umsatz falsch deklariert haben
  • Volatile Mining-Einnahmen wurden angeblich stabilem Gaming-Segment zugeordnet
  • Nvidias Aktienkurs stürzte Ende 2018 innerhalb zweier Tage um 28,5 Prozent
  • Interne E-Mails deuten auf bewusste fehlerhafte Marktkommunikation hin
  • Die SEC verhängte bereits 2022 eine Strafe von 5,5 Millionen US-Dollar
  • Ein erster Gerichtstermin wurde für den 21. April 2026 angesetzt

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