Protest wirkt: Sam Altman gibt zu, dass Pentagon-Deal "schlampig" war

OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnet den jüngsten Vertrag mit dem US-Militär als "schlampig und opportunistisch". Nach einer Welle von Deinstallationen bei ChatGPT rudert das Unternehmen nun zurück und verspricht vertragliche Nachbesserungen gegen Überwachung.
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Altman räumt Fehler bei Pentagon-Deal ein

Der Chef von OpenAI, Sam Altman, hat die jüngste Vereinbarung seines Unternehmens mit dem US-Verteidigungsministerium als "opportunistisch und schlampig" bezeichnet. In einer Stellungnahme reagierte er auf die massive Kritik, die dem KI-Konzern entgegenschlug, nachdem dieser kurzfristig einen Vertrag mit dem Pentagon unterzeichnet hatte. Das Abkommen erfolgte nur wenige Stunden, nachdem der Konkurrent Anthropic eine Zusammenarbeit aufgrund ethischer Bedenken abgelehnt hatte.

Die Reaktion der Endanwender auf den Deal war überwältigend negativ. Wie Marktforschungsdaten belegen, stieg die Rate der Deinstallationen der ChatGPT-App in den USA am vergangenen Samstag um 295 Prozent im Vergleich zum Vortag an. Gleichzeitig schnellten die 1-Sterne-Bewertungen in den App-Stores um 775 Prozent in die Höhe. Viele Nutzer wechselten zum Konkurrenzprodukt Claude von Anthropic, das daraufhin auch in Deutschland die Download-Charts anführte.


Hintergrund des Streits ist die Weigerung von Anthropic, dem Pentagon Zugriff auf seine KI-Modelle ohne strikte Garantien gegen Massenüberwachung und den Einsatz in autonomen Waffensystemen zu gewähren. Die US-Regierung stufte Anthropic daraufhin als "Risiko für die Lieferkette" ein. OpenAI nutzte die entstandene Lücke zunächst für einen schnellen Abschluss, was intern wie extern als Verrat an den eigenen Sicherheitsprinzipien gewertet wurde.

Vertragliche Nachbesserungen

Um die Wogen zu glätten, kündigte Altman nun Korrekturen am Vertragswerk an. Wie CNBC berichtet, soll die Vereinbarung um spezifische Klauseln ergänzt werden. Sie sollen sicherstellen, dass die KI-Systeme nicht vorsätzlich zur inländischen Überwachung von US-Bürgern eingesetzt werden dürfen. Zudem habe das Pentagon zugesichert, dass Geheimdienste wie die NSA keinen Zugriff auf die OpenAI-Dienste erhalten.

Altman betonte, dass man versucht habe, eine Eskalation zwischen der Industrie und dem unter der Trump-Regierung in "Department of War" umbenannten Ministerium zu verhindern. "Wir haben ernsthaft versucht, die Lage zu deeskalieren und ein viel schlimmeres Ergebnis zu vermeiden, aber ich denke, es wirkte einfach nur opportunistisch und schlampig", so Altman. Er bestätigte zudem, dass OpenAI technische Schutzmaßnahmen entwickeln werde, die über reine Vertragstexte hinausgehen.

Interne Kritik

Die Skepsis bleibt jedoch bestehen. Kritiker und sogar eigene Mitarbeiter wie der OpenAI-Forscher Leo Gao bezeichneten die nachträglichen Zusicherungen als bloße "Augenwischerei". Das Hauptproblem liegt in der Definition von Überwachung: Während OpenAI direkte Überwachung ausschließen will, bleibt die Analyse von kommerziell erworbenen Datensätzen - etwa Bewegungsdaten von Fitness-Apps - eine rechtliche Grauzone.

OpenAI plant, technische Klassifikatoren einzusetzen. Diese sollen erkennen, ob eine Anfrage des Militärs gegen die Nutzungsrichtlinien verstößt. Anthropic hatte zuvor argumentiert, dass solche Richtlinien allein nicht ausreichen, da in klassifizierten Netzwerken oft Sicherheitsmechanismen deaktiviert werden.

Reichen Altmans Zusicherungen aus, um euer Vertrauen zurückzugewinnen, oder habt ihr bereits zu Claude gewechselt? Wie bewertet ihr die Nähe zum Militär? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Altman nennt den Pentagon-Vertrag von OpenAI schlampig und opportunistisch
  • ChatGPT-Deinstallationen stiegen in den USA am Samstag um 295 Prozent
  • Anthropic hatte eine Zusammenarbeit mit dem Pentagon aus Ethikgründen abgelehnt
  • Viele Nutzer wechselten zum Konkurrenzprodukt Claude von Anthropic
  • Nachbesserungen sollen Einsatz zur Überwachung von US-Bürgern verhindern
  • Kritiker bezeichnen die nachträglichen Zusicherungen als Augenwischerei
  • OpenAI plant technische Klassifikatoren zur Prüfung militärischer Anfragen

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