Windows Server: Microsoft bringt Boot-Support für ReFS-Volumes

Nach 14 Jahren Wartezeit (!) ermöglicht Microsoft nun das Booten von ReFS-Laufwerken unter Windows Server. Die neue Insider-Preview bringt zudem mehr Ausfallsicherheit und Performance für das Systemlaufwerk.
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Endlich: ReFS-Boot für Windows Server

Das Betriebssystem kann nun direkt von einem ReFS-formatierten Datenträger booten, zumindest in der neuesten Windows-Insider-Vorschau. Mit dem Schritt reagiert Microsoft auf die Anforderungen moderner Server-Workloads, die zunehmend nach höherer Datenintegrität und Skalierbarkeit verlangen.

Administratoren können nun bereits während der Installation die Systempartition (C:) mit dem Resilient File System formatieren. Bislang war das seit der Einführung des Dateisystems im Jahr 2012 nur für reine Datenlaufwerke möglich. Die lange Wartezeit erklärt sich durch die technische Evolution des Dateisystems. Bei der ersten Vorstellung fehlten ReFS noch essenzielle Funktionen wie Komprimierung, Verschlüsselung oder die Unterstützung für Hard Links, die für ein Systemlaufwerk unverzichtbar sind.


Vorteile bei Sicherheit und Skalierung

Wie Microsoft erläutert, liegt der Fokus der Neuerung auf Datensicherheit. ReFS ist darauf ausgelegt, Datenkorruption frühzeitig zu erkennen und viele Fehler im laufenden Betrieb zu beheben. Das auf Integrität ausgelegte Design verringert zudem das Risiko von Beschädigungen durch Abstürze und sorgt für einen reibungslosen Betrieb. Eine vollständige Offline-Prüfung mittels chkdsk, die Server bei großen NTFS-Volumes oft stundenlang blockiert, ist damit in den meisten Fällen nicht mehr nötig.

Das Dateisystem bietet zudem Vorteile bei der Skalierbarkeit. Während NTFS-Boot-Volumes technisch oft auf 256 Terabyte begrenzt sind, unterstützt ReFS theoretisch Volumes mit einer Größe von bis zu 35 Petabyte. Das macht das System zukunftssicher für extrem wachsende Datenmengen. Ein weiteres Highlight ist die "Block Cloning"-Technologie.

Sie beschleunigt Kopiervorgänge drastisch, da lediglich Metadaten-Zeiger verschoben werden, statt physische Datenblöcke zu duplizieren. Das war bisher ein Hauptargument für ReFS auf Datenlaufwerken für Virtualisierung und Backups, kommt nun aber auch dem Systemlaufwerk zugute.

Technische Voraussetzungen

Wer die Funktion testen möchte, benötigt einen aktuellen Build (ab 11. Februar 2026, Build 29531 oder neuer). Es gibt jedoch eine wichtige Einschränkung: ReFS-Boot setzt zwingend moderne UEFI-Firmware voraus. Ältere BIOS-Systeme oder Generation-1-VMs bleiben außen vor, da der Bootloader spezifische Treiber benötigt. Nach der Installation lässt sich der Status des Dateisystems einfach über die Laufwerkseigenschaften prüfen. Mit der jetzigen Boot-Unterstützung scheint Microsoft das Dateisystem als vollwertige Alternative zu NTFS anzusehen, auch wenn NTFS für Clients vorerst der Standard bleibt.

Wartet ihr schon länger auf diese Funktion oder setzt ihr im Server-Umfeld weiterhin lieber auf das bewährte NTFS? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen gerne in die Kommentare.

Was ist ReFS Boot für Windows Server?
Erstmals lässt sich Windows Server direkt auf einem ReFS-formatierten Boot-Volume (C:) installieren und davon starten. Bisher war dafür ausschließlich NTFS möglich - obwohl das Resilient File System (ReFS) bereits seit 2012 existiert. Die neue Option steht aktuell für Windows Server Insiders in Preview-Builds bereit.

ReFS wurde von Grund auf für Datenintegrität im großen Maßstab entwickelt. Mit der Boot-Unterstützung profitiert nun auch das kritischste Volume eines Servers - die Betriebssystem-Partition - von moderner Resilienz, Skalierbarkeit und höherer Performance. Microsoft spricht von einem robusteren Server direkt ab dem Start.
Welche Vorteile bietet ReFS gegenüber NTFS?
ReFS bringt drei zentrale Verbesserungen: Erstens erkennt das Dateisystem Korruption frühzeitig über Metadaten-Prüfsummen und Integritätsströme. Probleme werden online behoben - ein zeitaufwendiges chkdsk entfällt. Das Copy-on-Write-Design reduziert zudem das Risiko von Beschädigungen durch Abstürze erheblich.

Zweitens unterstützt ReFS Volumes bis zu 35 Petabyte (35.000 TB), während NTFS typischerweise bei 256 TB endet. Drittens beschleunigen Block Cloning und Sparse Provisioning I/O-intensive Vorgänge drastisch: Das Erstellen großer Fixed-Size-VHD(X)-Dateien dauert Sekunden statt Minuten, große Dateikopien werden in Millisekunden erledigt.
Wie kann ich ReFS Boot ausprobieren?
Voraussetzung ist ein aktueller Windows Server vNext Insider Preview Build ab dem 11. Februar 2026 (Mindest-Build-Nummer 29531.1000.260206-1841). Am Windows Server Insiders-Programm kann man sich kostenlos anmelden.

Während der Installation wählt man im Setup-UI die Systempartition (C:) und formatiert sie als ReFS. Nach Abschluss der Installation lässt sich das Dateisystem z. B. mit dem Befehl fsutil fsinfo volumeInfo C: oder über die Laufwerkseigenschaften im Explorer verifizieren.
Welche Voraussetzungen gelten?
ReFS Boot erfordert zwingend UEFI-Firmware. Ein Legacy-BIOS-Boot wird nicht unterstützt. Das bedeutet auch, dass Generation-1-VMs in Hyper-V nicht kompatibel sind - hier muss auf Generation-2-VMs zurückgegriffen werden, die UEFI nutzen.

Darüber hinaus ist die Funktion derzeit ausschließlich in Insider-Preview-Builds verfügbar. Für produktive Umgebungen ist sie noch nicht freigegeben. Wer testen möchte, sollte dies in einer isolierten Lab- oder Testumgebung tun und keinesfalls auf Produktionsservern.
Wann kommt ReFS Boot offiziell?
Microsoft hat bislang kein konkretes Datum für die allgemeine Verfügbarkeit (GA) genannt. Die Funktion befindet sich im Insider-Preview-Stadium, was typischerweise bedeutet, dass sie in einer kommenden Windows-Server-Version enthalten sein wird - vermutlich in der nächsten Major-Release (oft als "Windows Server vNext" bezeichnet).

Microsoft betont, dass dieser Launch "erst der Anfang" sei, und bittet Insider aktiv um Feedback über das Windows Server Insiders Forum. Das deutet darauf hin, dass die Funktion noch weiterentwickelt und optimiert wird, bevor sie produktionsreif erscheint.
Brauche ich kein chkdsk mehr?
Tatsächlich ist eines der Hauptmerkmale von ReFS, dass viele Dateisystemprobleme online - also im laufenden Betrieb - erkannt und behoben werden können. Ein proaktiver Scrubber prüft kontinuierlich die Integrität der Daten anhand von Metadaten-Prüfsummen. Das klassische Offline-chkdsk, das bei NTFS mitunter lange Ausfallzeiten verursacht, entfällt bei ReFS.

Für Administratoren bedeutet das in der Praxis weniger ungeplante Downtimes und eine höhere Verfügbarkeit. Gerade bei geschäftskritischen Servern, bei denen jede Minute Ausfallzeit zählt, ist das ein erheblicher Vorteil gegenüber NTFS-basierten Boot-Volumes.
Was bedeutet das für Hyper-V-Nutzer?
Hyper-V-Administratoren profitieren besonders von ReFS Boot. Dank Block Cloning und Sparse Provisioning lassen sich große Fixed-Size-VHD(X)-Dateien in Sekunden statt Minuten erstellen. Das Kopieren virtueller Festplatten erfolgt über Metadaten-Referenzen statt vollständiger Datenbewegung - unabhängig von der Dateigröße.

Diese Vorteile galten bisher nur für Daten-Volumes mit ReFS. Nun profitiert auch das Boot-Volume davon, was besonders bei Servern relevant ist, die VMs direkt auf der Systempartition speichern. Wichtig: ReFS Boot funktioniert nur mit Generation-2-VMs, da UEFI erforderlich ist.
Kann ich NTFS nachträglich umwandeln?
Nein - eine direkte In-Place-Konvertierung von NTFS zu ReFS auf dem Boot-Volume ist derzeit nicht vorgesehen. Wer ReFS Boot nutzen möchte, muss Windows Server neu installieren und dabei die Systempartition im Setup-UI als ReFS formatieren. Eine Migration bestehender Installationen ist also nicht möglich.

Für bestehende Server bedeutet das: Eine Neuinstallation ist erforderlich. Administratoren sollten daher ReFS Boot am besten bei ohnehin geplanten Neuaufbauten oder beim Upgrade auf die nächste Windows-Server-Version einplanen, um den zusätzlichen Aufwand gering zu halten.
Zusammenfassung
  • Microsoft ermöglicht nun das Booten von ReFS-formatierten Datenträgern
  • Die Neuerung ist in aktuellen Insider-Preview-Builds seit Februar verfügbar
  • ReFS erkennt Datenkorruption frühzeitig und behebt Fehler im Betrieb
  • Eine zeitraubende Offline-Prüfung mit chkdsk entfällt nun weitgehend
  • ReFS unterstützt Volumes bis zu 35 Petabyte und übertrifft NTFS deutlich
  • Block Cloning beschleunigt Kopiervorgänge durch Verschieben von Zeigern
  • ReFS-Boot erfordert zwingend moderne UEFI-Firmware als Voraussetzung

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