Spionage: Behörden testen China-Autos - Ergebnisse unter Verschluss

Auch deutsche Behörden hegen die Befürchtung, dass in den komplexen Elektroniksystemen chinesischer Autos auch Spionage-Technologien stecken könnten. Untersuchungen dazu finden auch statt, die Ergebnisse bleiben aber unter Verschluss.
China, Auto, Elektroautos, Elektromobilität, Akku, Elektroauto, Xiaomi, PKW, E-Auto, Batterie, EV, E-Autos, SUV, Stromer, Xiaomi YU7
Xiaomi

Verfassungsschutz ist am Ball

Berichte über die Befürchtungen von US-Behörden, mit Autos aus China würden auch Überwachungs-Technologien importiert, gab es immer wieder. Auch mehrere europäische Staaten haben bereits Maßnahmen ergriffen und untersagen beispielsweise, Gelände kritischer Infrastrukturen mit Fahrzeugen aus chinesischer Produktion zu befahren.

Denn in modernen Autos stecken unzählige Sensoren und auch mehrere Kameras. Die von ihnen erhobenen Daten werden teils zwar intern, teilweise aber auch in Cloud-Datenzentren der Hersteller verarbeitet. Entsprechend hoch sind die Befürchtungen, dass sensible Daten auf diesem Weg letztlich bei staatlichen Organen Chinas landen.


In Deutschland haben sich unter anderem das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) mit dem Problem befasst, wie Recherchen von WDR und NDR ergaben. In einem gemeinsamen Projekt wurde erforscht, ob und in welchem Umfang Autos aus China Daten sammeln und diese ins Ausland weiterleiten.

Dies wurde im Kern auch vom zuständigen Bundesinnenministerium bestätigt. "Aufgrund der steigenden Marktanteile chinesischer Autohersteller im europäischen Markt ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken chinesischer Fahrzeuge im Blick zu haben", zitierten die beiden Sender einen Sprecher des Ministeriums.

Bundeswehr ist vorsichtig

Was bei den Untersuchungen herauskam, steht aber unter Verschluss und wird der Öffentlichkeit entsprechend nicht mitgeteilt. "Bitte haben Sie Verständnis, dass sich die Bundesregierung grundsätzlich nicht zu Einzelheiten der technischen Analyse bzw. Aufklärung äußert", hieß es. Man will also vor allem den Gegner nicht wissen lassen, was man weiß.

Auch bei der Bundeswehr stehen entsprechende Fahrzeuge unter besonderer Beobachtung. Auch hier hält man sich mit Details zurück. Bestätigt wurde allerdings, dass interne Vorschriften verschiedene Regelungen enthielten und "gewisse Fahrzeugtypen" nicht in spezielle Sicherheitsbereiche fahren dürfen.

Zusammenfassung
  • Deutsche Behörden untersuchen chinesische Autos auf Spionagetechnologie
  • Ergebnisse der Untersuchungen bleiben für die Öffentlichkeit geheim
  • Moderne Autos enthalten zahlreiche Sensoren und Kameras zur Datenerfassung
  • Verfassungsschutz und ZITiS erforschten die Datenweitergabe ins Ausland
  • Das Bundesinnenministerium bestätigte die Notwendigkeit solcher Analysen
  • Die Bundesregierung äußert sich nicht zu Einzelheiten der Untersuchungen
  • Bestimmte chinesische Fahrzeugtypen dürfen Bundeswehr-Bereiche nicht befahren

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!