Riesige Umstellung: Autoindustrie muss weg von China-Software

Die globale Autoindustrie steht vor einer gewaltigen Umstellung: Sie muss versuchen, chinesische Software-Technologien aus der Bord­elek­tro­nik zu entfernen. Einfach wird dies angesichts ihrer Ver­brei­tung nicht gerade.
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USA regulieren durch

Neue US-Vorschriften zwingen Hersteller dazu, chinesische Software aus vernetzten Fahrzeugen zu entfernen. Moderne Autos sind heute mit zahlreichen internetfähigen Systemen ausgestattet, das reicht von Assistenzfunktionen bis zu Cloud-Diensten. Viele dieser Komponenten enthalten Technologie aus China. In den USA sieht man darin ein Sicherheitsrisiko und reagiert mit weitreichenden Regeln, die als eine der komplexesten Branchenregulierungen seit Jahrzehnten gelten, wie das Wall Street Journal berichtet.

Kern der neuen Vorgaben ist ein Verbot chinesischer Software in cloudverbundenen Fahrzeugsystemen. Ziel ist es, zu verhindern, dass sensible Daten aus Kameras, Mikrofonen oder GPS-Sensoren missbraucht werden. Ab dem 17. März müssen Hersteller nachweisen, dass zentrale Fahrzeugfunktionen keinen Code aus China enthalten. Auch Software für autonomes Fahren fällt darunter. Ab 2029 sollen zudem bestimmte Hardwarekomponenten reguliert werden. Fahrzeuge chinesischer Hersteller mit Internetanbindung dürfen in den USA dann unabhängig von ihrer Software ebenfalls nicht mehr verkauft werden.


Die Industrie arbeitet seit der Corona-Pandemie verstärkt daran, ihre Abhängigkeit von chinesischen Zulieferketten zu verringern, zuletzt auch wegen geopolitischer Spannungen. Einige Hersteller haben bereits Konsequenzen gezogen: Tesla etwa verzichtete auf chinesische Zulieferer für US-Modelle. Dennoch ist die Umsetzung schwierig. Elektronik stammt häufig von großen Systemlieferanten, die wiederum Software aus kleineren Firmen oder Joint Ventures beziehen. Gleichzeitig sind Zulieferer oft zurückhaltend, wenn es um die Offenlegung ihres Quellcodes geht.

Es gibt Ausnahmen

Selbst wenn chinesische Programme identifiziert werden, ist ein Wechsel kompliziert, da Fahrzeugsoftware meist maßgeschneidert ist und Änderungen Risiken bergen. Experten erwarten daher vorübergehende Ausnahmen für Unternehmen, die alternative Sicherheitsmaßnahmen nachweisen. Zudem erlaubt das US-Handelsministerium weiterhin die Nutzung bestimmter Software, wenn sie vor dem Stichtag an nicht-chinesische Firmen übertragen wird. Dieses Schlupfloch führt derzeit zu zahlreichen Umstrukturierungen in der Branche.

Die neuen Regeln haben auch wirtschaftliche Folgen. US-Anbieter versuchen, eigene Alternativen zu etablieren, etwa bei Mobilfunkmodulen für vernetzte Geräte. Diese sind bislang stark von chinesischen Herstellern dominiert, die zuletzt einen Marktanteil von 87 Prozent erreichten. Kritiker warnen, eine zu große Abhängigkeit könne ähnliche Risiken bergen wie bei seltenen Erden oder Telekommunikationsausrüstung. Trotz politischer Unsicherheiten betonen US-Behörden, dass die Vorschriften sowohl die nationale Sicherheit stärken als auch praktikable Lösungen für die Industrie ermöglichen sollen.

Zusammenfassung
  • US-Vorschriften erzwingen Entfernung chinesischer Software aus Fahrzeugen
  • Ab 17. März müssen zentrale Fahrzeugfunktionen ohne China-Code auskommen
  • Autohersteller kämpfen mit komplexen Zulieferketten und verborgenen Quellen
  • Umstellung auf alternative Software ist risikoreich und technisch anspruchsvoll
  • Ab 2029 werden zusätzlich bestimmte Hardwarekomponenten reguliert
  • Schlupflöcher ermöglichen Übertragung von Software an nicht-chinesische Firmen
  • US-Anbieter versuchen, Alternativen für bislang China-dominierte Technologien zu schaffen

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