US-Westküste in Gefahr:
Tsunami-Überwachung wird ausgeblutet
Neun Tsunami-Warnsysteme in Alaska werden Mitte November abgeschaltet, nachdem die US-Regierung 300.000 Dollar Fördergelder gestrichen hat. Das gefährdet die Frühwarnung für die gesamte Westküste und könnte verheerende Folgen haben.
Die meisten betroffenen Stationen befinden sich auf den Aleuten-Inseln - einem Gebiet, das West als "Brutstätte für tödliche Tsunamis" bezeichnet. Das Datenmaterial dieser Sensoren hilft Forschern dabei, Stärke und Form von Erdbeben entlang der Alaska-Aleuten-Subduktionszone zu bestimmen - einem Verwerfungssystem, das einige der stärksten Beben weltweit produzieren kann. Laut Alaskas News Source betont West: "Die Menschen sollten sich Sorgen über alles machen, was unsere Erdbeben- und Tsunami-Fähigkeiten verschlechtert."
West erklärt, dass das Ereignis von 1964 "die Richtung des Staates veränderte" und zur Gründung des heutigen Alaska Earthquake Centers führte. Das Karfreitags-Erdbeben, wie es genannt wird, gilt als zweitstärkstes jemals gemessenes Beben und verursachte Schäden in einem Gebiet von über 130.000 Quadratkilometern. Die Tsunami-Wellen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 600 Kilometern pro Stunde und trafen Küsten von Alaska bis Kalifornien.
Obwohl es in den letzten Jahren mehrere Tsunami-Warnungen gab, blieben größere Schäden aus. West betont jedoch: "Das wird sich eines Tages ändern, aber wir leben in einer Zeit, in der es mehr als ein halbes Jahrhundert her ist, seit ein wirklich folgenreicher Tsunami Alaska traf. Und das Wissen geht verloren".
Die Alaska-Aleuten-Subduktionszone erstreckt sich über 3200 Kilometer und ist eine der seismisch aktivsten Regionen der Welt. Hier taucht die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte ab, was regelmäßig zu starken Erdbeben führt. Die Region produziert etwa zehn Prozent aller weltweiten Erdbeben und ist für etwa 25 Prozent aller Beben der Stärke acht oder höher verantwortlich.
Die Personalsituation ist bereits prekär: Von 20 Vollzeitstellen im Alaska-Zentrum sind nur elf besetzt, in Hawaii fehlen vier von 16 Mitarbeitern. Zusätzlich reduzierte NOAA die Finanzierung des Nationalen Tsunami-Gefahrenminderungsprogramms von historisch sechs Millionen auf vier Millionen Dollar im Jahr 2025. West beschreibt das Programm als "lebenserhaltend".
Das Tsunami-Warnzentrum muss innerhalb von fünf Minuten nach einem Erdbeben eine erste Prognose abgeben - bei starken Beben auf den Aleuten können die ersten Wellen bereits nach wenigen Minuten die nahegelegenen Gemeinden erreichen. Daniel Eungard von der Washington Geological Survey erklärt, dass fehlende Alaska-Sensoren mehr Unsicherheit über erwartete Wellenhöhen schaffen und Evakuierungsentscheidungen erschweren: "Wir versuchen, nicht zu viel zu evakuieren."
Die Aleuten-Inseln beherbergen etwa 8000 Einwohner in abgelegenen Gemeinden, die oft nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar sind. Bei einem Tsunami haben diese Gemeinden nur wenige Minuten Zeit zur Evakuierung auf höher gelegenes Gelände. Ohne die lokalen Sensoren wird es schwieriger, präzise Warnungen für diese besonders gefährdeten Gebiete zu erstellen.
Was denkt ihr über diese Kürzungen im Tsunami-Warnsystem? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Alaska verliert kritische Tsunami-Sensoren
Neun Tsunami-Stationen in Alaska werden Mitte November abgeschaltet, nachdem die Su-amerikanische Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) eine Finanzierung von 300 000 Dollar pro Jahr eingestellt hat. Michael West, Alaskas staatlicher Seismologe, warnt eindringlich vor den Folgen dieser Entscheidung für die Sicherheit der gesamten Westküste.Die meisten betroffenen Stationen befinden sich auf den Aleuten-Inseln - einem Gebiet, das West als "Brutstätte für tödliche Tsunamis" bezeichnet. Das Datenmaterial dieser Sensoren hilft Forschern dabei, Stärke und Form von Erdbeben entlang der Alaska-Aleuten-Subduktionszone zu bestimmen - einem Verwerfungssystem, das einige der stärksten Beben weltweit produzieren kann. Laut Alaskas News Source betont West: "Die Menschen sollten sich Sorgen über alles machen, was unsere Erdbeben- und Tsunami-Fähigkeiten verschlechtert."
Historische Katastrophen als Mahnung
Das nationale Tsunami-Programm der USA entstand 1946, nachdem ein Erdbeben in Alaska 150 Menschen auf Hawaii getötet hatte. Das Beben ereignete sich am 1. April 1946 auf den Aleuten und erzeugte Wellen von bis zu 30 Metern Höhe, die fünf Stunden später Hawaii erreichten. 1964 erschütterte ein noch verheerenderes Beben der Stärke 9,2 Alaska und löste einen Tsunami aus, der 122 Menschen tötete, darunter 13 in Kalifornien.West erklärt, dass das Ereignis von 1964 "die Richtung des Staates veränderte" und zur Gründung des heutigen Alaska Earthquake Centers führte. Das Karfreitags-Erdbeben, wie es genannt wird, gilt als zweitstärkstes jemals gemessenes Beben und verursachte Schäden in einem Gebiet von über 130.000 Quadratkilometern. Die Tsunami-Wellen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 600 Kilometern pro Stunde und trafen Küsten von Alaska bis Kalifornien.
Obwohl es in den letzten Jahren mehrere Tsunami-Warnungen gab, blieben größere Schäden aus. West betont jedoch: "Das wird sich eines Tages ändern, aber wir leben in einer Zeit, in der es mehr als ein halbes Jahrhundert her ist, seit ein wirklich folgenreicher Tsunami Alaska traf. Und das Wissen geht verloren".
Auswirkungen für die gesamte Westküste
Die Kürzungen betreffen laut West "die Mehrheit der von NOAA als wichtig identifizierten Standorte". Die Tsunami-Bedrohungen aus Alaska seien kein rein alaskanisches Problem. Wenn ein starkes Erdbeben in Alaska auftritt, liefern die Sensoren des Alaska Earthquake Centers Daten an das Nationale Tsunami-Warnzentrum in Palmer, Alaska - doch diese kritischen Informationen von den Aleuten fallen nun weg.Die Alaska-Aleuten-Subduktionszone erstreckt sich über 3200 Kilometer und ist eine der seismisch aktivsten Regionen der Welt. Hier taucht die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte ab, was regelmäßig zu starken Erdbeben führt. Die Region produziert etwa zehn Prozent aller weltweiten Erdbeben und ist für etwa 25 Prozent aller Beben der Stärke acht oder höher verantwortlich.
Die Personalsituation ist bereits prekär: Von 20 Vollzeitstellen im Alaska-Zentrum sind nur elf besetzt, in Hawaii fehlen vier von 16 Mitarbeitern. Zusätzlich reduzierte NOAA die Finanzierung des Nationalen Tsunami-Gefahrenminderungsprogramms von historisch sechs Millionen auf vier Millionen Dollar im Jahr 2025. West beschreibt das Programm als "lebenserhaltend".
Das Tsunami-Warnzentrum muss innerhalb von fünf Minuten nach einem Erdbeben eine erste Prognose abgeben - bei starken Beben auf den Aleuten können die ersten Wellen bereits nach wenigen Minuten die nahegelegenen Gemeinden erreichen. Daniel Eungard von der Washington Geological Survey erklärt, dass fehlende Alaska-Sensoren mehr Unsicherheit über erwartete Wellenhöhen schaffen und Evakuierungsentscheidungen erschweren: "Wir versuchen, nicht zu viel zu evakuieren."
Die Aleuten-Inseln beherbergen etwa 8000 Einwohner in abgelegenen Gemeinden, die oft nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar sind. Bei einem Tsunami haben diese Gemeinden nur wenige Minuten Zeit zur Evakuierung auf höher gelegenes Gelände. Ohne die lokalen Sensoren wird es schwieriger, präzise Warnungen für diese besonders gefährdeten Gebiete zu erstellen.
Was denkt ihr über diese Kürzungen im Tsunami-Warnsystem? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Neun Tsunami-Stationen in Alaska werden nach NOAA-Kürzungen abgeschaltet
- Die Aleuten-Inseln gelten als Entstehungsort verheerender Tsunamis
- Historische Tsunamis von 1946 und 1964 verursachten zahlreiche Todesopfer
- Warnsystem muss innerhalb von fünf Minuten nach Erdbeben Prognosen liefern
- Kürzungen gefährden Frühwarnsystem für die gesamte US-Westküste
- Alaska-Aleuten-Subduktionszone ist für 25 Prozent aller starken Erdbeben verantwortlich
- Sensoren liefern kritische Daten zur Bestimmung von Stärke und Form der Beben
Siehe auch:
- Wegen Trump-Memes: Mann verbrachte einen Monat unschuldig in Haft
- Flugzeugträger-Katapulte: Trump will Rückkehr zu Dampf durchsetzen
- Trump wirbt mit Halo-Memes für umstrittene Einwanderungspolizei ICE
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