Wegen Trump-Memes: Mann verbrachte einen Monat unschuldig in Haft

Ein 61-jähriger Ex-Polizist aus Tennessee saß über einen Monat im Gefängnis, nachdem er ein Trump-Meme geteilt hatte. Die Behörden interpretierten den Post als Schuldrohung - obwohl sie wussten, dass das nicht stimmte.
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Meme führt zu Gefängnisaufenthalt

Larry Bushart aus Lexington, Tennessee, hatte nicht erwartet, dass ein Facebook-Post ihn ins Gefängnis bringen würde. Der 61-jährige pensionierte Polizist teilte ein Meme mit einem Trump-Zitat: "We have to get over it" - eine Aussage, die der Präsident nach einem Schul-Amoklauf 2024 in Perry, Iowa gemacht hatte und "Wir müssen darüber hinwegkommen" bedeutet. Bushart fügte den Kommentar "Das scheint heute relevant zu sein" hinzu.

Sheriff Nick Weems aus Perry County erklärte, dass Anwohner den Post als Drohung gegen die örtliche Perry County High School interpretierten - obwohl das Meme sich auf eine Schule in Iowa bezog. Wie die Washington Post berichtete, gaben die Ermittler später zu, dass sie von Anfang an wussten, dass der Post keine Bedrohung darstellte. "Wir wussten das. Die Öffentlichkeit wusste es nicht", sagte Weems gegenüber einem lokalen Nachrichtensender.

Körperkamera-Aufnahmen zeigten, dass der verhaftende Beamte aus Lexington selbst unsicher war, warum er Bushart kontaktieren sollte. "Ich bin völlig ehrlich zu dir, ich weiß wirklich nicht, wovon sie reden", sagte der Polizist zu Bushart. Trotzdem wurde der Mann am 21. September festgenommen und wegen "Drohungen mit Massengewalt auf Schulgelände" angeklagt - ein Straftatbestand, der im Juli 2024 in Tennessee eingeführt wurde.


Die Kaution wurde auf zwei Millionen Dollar (etwa 1,7 Millionen Euro) festgesetzt - eine Summe, die Busharts Anwalt als "exzessiv" bezeichnete. Über fünf Wochen verbrachte der Rentner im Gefängnis, verlor seinen Job als Krankentransportfahrer und verpasste die Geburt seiner Enkelin. Erst nach medialer Berichterstattung und einer Social-Media-Kampagne namens "Free Larry Bushart" ließen die Staatsanwälte die Anklagen fallen.

Kritik an Meinungsfreiheit-Beschränkung

Rechtsexperten kritisierten den Fall als klaren Verstoß gegen die Meinungsfreiheit. "Ein freies Land schickt nicht mitten in der Nacht Polizei aus, um Menschen aus ihren Häusern zu holen, weil ein Sheriff ihre Social-Media-Posts nicht mag", sagte Adam Steinbaugh von der Foundation for Individual Rights and Expression.

Das Tennessee-Gesetz gegen Gewaltdrohungen an Schulen steht in der Kritik: 2024 wurden laut Vanderbilt Law School 518 Kinder verhaftet, darunter 71 im Alter zwischen sieben und elf Jahren. Kritiker sehen darin einen Widerspruch zur Rechtsprechung des Supreme Court, die eine hohe Hürde für "echte Bedrohungen" setzt.

Nach seiner Freilassung am Mittwoch kehrte Bushart schnell zu seinem gewohnten Verhalten zurück. Der als liberaler Aktivist in der konservativen Gemeinde bekannte Mann postete bereits am ersten Tag seiner Freiheit wieder politische Inhalte auf Facebook. Sein Anwalt kündigte an, gegen die Inhaftierung zu klagen. Busharts Sohn betonte, dass die Freilassung nicht ändere, "was mit ihm passiert ist" und welche Bedrohung für die Meinungsfreiheit unter Tennessees Gesetz bestehen bleibe.

Was haltet ihr von diesem extremen Fall der Meinungsfreiheit-Beschränkung? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • 61-jähriger Ex-Polizist saß einen Monat wegen eines Trump-Memes in Haft
  • Behörden wussten von Anfang an, dass der Facebook-Post keine Bedrohung war
  • Kaution von zwei Millionen Dollar wurde als überzogen angesehen
  • Der Rentner verlor seinen Job und verpasste die Geburt seiner Enkelin
  • Rechtsexperten kritisieren den Fall als Verletzung der Meinungsfreiheit
  • Tennessee-Gesetz führte 2024 zu 518 Verhaftungen, auch von Kindern
  • Busharts Anwalt kündigte eine Klage gegen die unrechtmäßige Inhaftierung an

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