Nexperia-Chaos: Autoindustrie droht wieder Produktionsstopp
Ein drohender Engpass bei Halbleiterlieferungen des niederländischen Unternehmens Nexperia könnte nach Angaben aus Branchenkreisen zu massiven Problemen in der Automobilproduktion führen. Auch Fertigungsstopps sind nicht ausgeschlossen.
Nexperia gilt als einer der zentralen Zulieferer für Standard-Halbleiterbauteile, die in zahlreichen elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugen eingesetzt werden. Die Chips kommen unter anderem in Systemen für Motorsteuerung, Sicherheit und Kommunikation zum Einsatz. Neben der Automobilbranche beliefert das Unternehmen auch andere Industriezweige, etwa die Unterhaltungselektronik oder die Energie- und Maschinenbauindustrie.
Nach derzeitigen Informationen könne Nexperia die Belieferung der Automobilzulieferkette nicht mehr vollständig sicherstellen. Welche Ursachen hinter der Lieferkrise stehen, wurde bislang nicht im Detail erläutert. Wahrscheinlich ist aber der Konflikt mit China verantwortlich. Nexperia gehört eigentlich einem chinesischen Konzern, die niederländische Regierung brachte kürzlich aber ein Gesetz gegen den Abfluss kritischen Know-hows ins Ausland zur Anwendung und übernahm die Kontrolle über das Unternehmen. China stoppte daraufhin den Versand von Chips aus chinesischen Nexperia-Werken.
Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) hat nach eigenen Angaben umgehend Kontakt zu betroffenen Unternehmen, der Bundesregierung sowie der Europäischen Kommission aufgenommen. Ziel sei es, pragmatische und schnelle Lösungen zu finden, um mögliche Unterbrechungen der Lieferketten abzumildern. "Der Fokus sollte jetzt darauf liegen, kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen", teilte der Verband mit. Auch die Niederlande sollen bereits in Kontakt mit Peking stehen.
Wie stark die aktuelle Einschränkung die Produktion tatsächlich treffen wird, hängt nach Einschätzung von Branchenexperten davon ab, wie schnell alternative Bezugsquellen gefunden oder die Lieferfähigkeit von Nexperia wiederhergestellt werden kann. Die neuen Chipwerke, deren Bau in Europa als Lehre aus der letzten großen Krise begonnen wurde, sind allerdings bislang nicht einsatzbereit.
Siehe auch:
Konflikt mit China
Mehrere Fahrzeughersteller und Zulieferbetriebe bestätigten, dass sie am 10. Oktober eine Mitteilung des Halbleiterproduzenten erhalten haben, in der das Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung seiner Lieferfähigkeit informierte.Nexperia gilt als einer der zentralen Zulieferer für Standard-Halbleiterbauteile, die in zahlreichen elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugen eingesetzt werden. Die Chips kommen unter anderem in Systemen für Motorsteuerung, Sicherheit und Kommunikation zum Einsatz. Neben der Automobilbranche beliefert das Unternehmen auch andere Industriezweige, etwa die Unterhaltungselektronik oder die Energie- und Maschinenbauindustrie.
Nach derzeitigen Informationen könne Nexperia die Belieferung der Automobilzulieferkette nicht mehr vollständig sicherstellen. Welche Ursachen hinter der Lieferkrise stehen, wurde bislang nicht im Detail erläutert. Wahrscheinlich ist aber der Konflikt mit China verantwortlich. Nexperia gehört eigentlich einem chinesischen Konzern, die niederländische Regierung brachte kürzlich aber ein Gesetz gegen den Abfluss kritischen Know-hows ins Ausland zur Anwendung und übernahm die Kontrolle über das Unternehmen. China stoppte daraufhin den Versand von Chips aus chinesischen Nexperia-Werken.
Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) hat nach eigenen Angaben umgehend Kontakt zu betroffenen Unternehmen, der Bundesregierung sowie der Europäischen Kommission aufgenommen. Ziel sei es, pragmatische und schnelle Lösungen zu finden, um mögliche Unterbrechungen der Lieferketten abzumildern. "Der Fokus sollte jetzt darauf liegen, kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen", teilte der Verband mit. Auch die Niederlande sollen bereits in Kontakt mit Peking stehen.
Wie schon vor drei Jahren
Die jüngste Entwicklung verdeutlicht erneut die Anfälligkeit der globalen Lieferketten für elektronische Bauteile. Bereits in den Jahren 2021 und 2022 hatte ein weltweiter Chipmangel zu erheblichen Einbußen in der Automobilproduktion geführt. Zwar hatten viele Hersteller seither ihre Lagerstrategien angepasst, doch zeigen die aktuellen Ereignisse, dass selbst geringfügige Störungen große Auswirkungen haben können.Wie stark die aktuelle Einschränkung die Produktion tatsächlich treffen wird, hängt nach Einschätzung von Branchenexperten davon ab, wie schnell alternative Bezugsquellen gefunden oder die Lieferfähigkeit von Nexperia wiederhergestellt werden kann. Die neuen Chipwerke, deren Bau in Europa als Lehre aus der letzten großen Krise begonnen wurde, sind allerdings bislang nicht einsatzbereit.
Zusammenfassung
- Niederländischer Chiphersteller Nexperia kann Lieferfähigkeit nicht mehr garantieren
- Zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferbetriebe von möglichen Engpässen betroffen
- Ursache vermutlich politischer Konflikt zwischen den Niederlanden und China
- Niederlande übernahmen Kontrolle über Nexperia, China stoppte daraufhin Chiplieferungen
- VDA sucht nach schnellen Lösungen zur Vermeidung von Produktionsstopps
- Ereignis verdeutlicht anhaltende Verletzlichkeit globaler Lieferketten für Elektronik
- Neue europäische Chipwerke als langfristige Lösung weiterhin nicht einsatzbereit
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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