Insider-Verdacht überschattet Milliarden-Deal für deutschen IT-Konzern

Der indische IT-Konzern Persistent Systems plant die Übernahme des Münchner Software-Entwicklers Nagarro für knapp über eine Milliarde Euro. Ein unerklärlicher Kurssprung vor der Ankündigung ruft jedoch die deutsche Finanzaufsicht auf den Plan.
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Milliarden-Deal in der IT-Branche

Beide Unternehmen wollen damit ihre globale Präsenz im Bereich künstliche Intelligenz ausbauen. Nagarro soll nach Abschluss des Deals von der Börse genommen werden.

Nagarro hat seinen Hauptsitz zwar in Bayern und ist im SDAX notiert, der operative Schwerpunkt liegt aber in Asien. Das Unternehmen entstand 2020 als Abspaltung der Münchner IT-Firma Allgeier. Geführt wird Nagarro vom indischstämmigen Vorstandschef Manas Human. Von rund 18.000 Beschäftigten arbeitet der Großteil in Asien.


In Europa sind demnach etwa 3000 Mitarbeiter für den Dienstleister tätig. Der formale Sitz in München geht vor allem auf historische Finanzstrukturen der Muttergesellschaft Allgeier zurück. Diese hatte Nagarro zunächst im eigenen Portfolio aufgebaut und später als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.

Verdacht auf Insiderhandel

Die Übernahmepläne werden von Unregelmäßigkeiten am Aktienmarkt begleitet. Wie der Spiegel berichtet, stieg der Kurs der Nagarro-Aktie kurz vor der Bekanntgabe um fast 20 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine öffentlichen Informationen über den Verkauf. Das weckt den Verdacht auf möglichen Insiderhandel.

Nagarro-Chef Human fordert eine Untersuchung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin. Er und sein Kollege Sandeep Kalra von Persistent Systems betonen, die Zahl der eingeweihten Personen im Vorfeld bewusst klein gehalten zu haben. Eine Sprecherin der Bafin sagte, der Handel werde routinemäßig auf Marktmanipulation geprüft.

Synergien und Marktchancen

Für beide Unternehmen bietet der Deal eine geografische Ergänzung. Persistent Systems ist vor allem in Nordamerika und Asien stark, Nagarro dagegen in erster Linie in Europa. Zusammen kommen die Firmen auf einen Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar (etwa 2,5 Milliarden Euro).


Nach der Fusion würden rund 46.000 Entwickler für das Unternehmen arbeiten. Für freie Aktionäre bedeutet der geplante Rückzug von der Börse einen Nachteil. Der Schritt soll erfolgen, sobald Persistent Systems die nötige Mehrheit von 50 Prozent der Anteile erreicht.

Was haltet ihr von dem geplanten Verkauf nach Indien? Glaubt ihr an einen echten Insiderhandel oder war das nur Zufall? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns.

Was ändert sich für Nagarro-Kunden?
Für Kunden ändert sich im Arbeitsalltag vorerst nichts. Laufende Verträge und Support-Strukturen bleiben bestehen. Die Übernahme muss zunächst formell abgeschlossen werden, wofür sich Persistent mehr als 50 Prozent der Anteile sichern muss.

Langfristig könnten Kunden von einem breiteren Dienstleistungsangebot profitieren. Während Nagarro stark im europäischen Markt verankert ist, bringt Persistent eine große Präsenz in Nordamerika und Asien mit. Dies könnte globale Rollouts und den 24/7-Support spürbar erleichtern.
Wer kauft den IT-Dienstleister Nagarro?
Der indische Software-Konzern Persistent Systems plant die Übernahme des Münchner Unternehmens Nagarro. Das Angebot erfolgt über die deutsche Tochtergesellschaft Galaxy Germany und beläuft sich auf 81 Euro pro Aktie. Insgesamt wird Nagarro dabei mit rund 1,36 Milliarden Euro bewertet.

Nagarro ist kein Unbekannter in der deutschen IT-Landschaft. Das Unternehmen entstand 2020 als Abspaltung (Carve-out) der Münchner Allgeier SE. Mit dem Zusammenschluss entstünde ein globaler IT-Riese mit einem kombinierten Umsatz von umgerechnet 2,9 Milliarden US-Dollar.
Gibt es einen Insiderhandel-Skandal?
Es gibt zumindest Auffälligkeiten, die derzeit diskutiert werden. Vor der offiziellen Bekanntgabe der Übernahme am späten Freitagabend war der Aktienkurs von Nagarro bereits um fast 20 Prozent in die Höhe geschnellt - ohne dass es zuvor Medienberichte oder positive News gab.

Nagarro-Chef Manas Human forderte daraufhin selbst Ermittlungen. Es heißt, dass die Finanzaufsicht Bafin den Fall untersuchen solle. Angeblich wurden die Fusions-Teams extrem klein gehalten. Ob hier tatsächlich Insiderwissen ausgenutzt wurde, bleibt vorerst unbestätigt.
Zusammenfassung
  • Der IT-Dienstleister Nagarro soll vom indischen Konzern Persistent gekauft werden
  • Der milliardenschwere Deal soll die globale Präsenz im KI Bereich stark ausbauen
  • Nagarro plant nach der Übernahme den vollständigen Rückzug von der deutschen Börse
  • Vor der offiziellen Ankündigung stieg der Aktienkurs von Nagarro bereits massiv an
  • Die Bafin prüft nun den Verdacht auf illegalen Insiderhandel bei dem Aktienkauf
  • Kunden sollen laut Unternehmen von einem breiteren Dienstleistungsangebot profitieren

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