Nach Kunden-Exodus: Synology öffnet NAS-Systeme für alle Festplatten
Synology hat nach massiver Kritik und einbrechenden Verkaufszahlen seine kontroverse Festplatten-Beschränkung zurückgenommen. Mit DSM 7.3 können Nutzer der 2025er NAS-Modelle wieder Drittanbieter-HDDs verwenden.
Denn im Frühjahr 2025 hatte eine vom Hersteller angekündigte Einschränkung bei seinen NAS-Systemen für einen Aufschrei gesorgt. Beliebte und bewährte Festplatten wie Western Digital Red, Seagate IronWolf oder Toshiba N300 konnten plötzlich nicht mehr für neue Speicherpools in den neuesten Synology-Produkten verwendet werden. Stattdessen akzeptierte die Firmware nur noch Synologys eigene HAT-Serie oder speziell zertifizierte Laufwerke.
Laut Synology sollte diese Maßnahme die Systemzuverlässigkeit und Kompatibilität verbessern. Das Unternehmen argumentierte, dass nur getestete und validierte Laufwerke die optimale Leistung und Langlebigkeit der NAS-Systeme gewährleisten könnten. Kritiker sahen darin jedoch einen Versuch, zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf eigener Festplatten zu generieren.
Jetzt hat das Unternehmen die vermutlich umstrittenste Entscheidung seiner Firmengeschichte jedoch rückgängig gemacht. Am 8. Oktober 2025 veröffentlichte Synology das Update DiskStation Manager (DSM) 7.3, das laut einem Blogbeitrag die Verwendung von Drittanbieter-Festplatten für die 2025er Modelle der DiskStation Plus-, Value- und J-Serien wieder ermöglicht. Die Entscheidung markiert nach monatelangen Protesten der Nutzergemeinschaft damit eine komplette Kehrtwende.
Diese Preisunterschiede von 30 bis 50 Prozent führten dazu, dass sich die Gesamtkosten für ein vollbestücktes NAS-System erheblich erhöhten. Ein typisches vier-Bay-NAS mit 20 TB Festplatten kostete mit Synology-Laufwerken fast 1.000 Euro mehr als mit herkömmlichen Enterprise-Festplatten. Für Unternehmen und Privatnutzer mit mehreren NAS-Systemen summierten sich diese Mehrkosten damit schnell auf fünfstellige Beträge.
Die Konkurrenz nutzte Synologys Schwäche zudem geschickt aus. Während der bisherige Marktführer seine Kunden mit Festplatten-Beschränkungen verärgerte, boten andere Hersteller offene Systeme mit teilweise besserer Hardware-Ausstattung an. QNAP beispielsweise warb gezielt mit der Kompatibilität zu allen gängigen NAS-Festplatten, während Ugreen mit aggressiven Preisen punktete.
Besonders schmerzhaft für Synology war der Verlust in der professionellen Anwenderschaft. IT-Administratoren und Systemintegratoren, die jahrelang auf Synology-Lösungen gesetzt hatten, empfahlen ihren Kunden zunehmend Alternativen. In Foren und sozialen Medien häuften sich Berichte von Nutzern, die ihre komplette NAS-Infrastruktur auf andere Hersteller umstellten.
Für viele ehemalige Synology-Kunden kommt die Kehrtwende jedoch zu spät. Das Vertrauen in die Marke ist nachhaltig beschädigt, und viele haben bereits in alternative Lösungen investiert. Die Rückkehr zur Festplatten-Freiheit ist zwar ein wichtiger Schritt, aber ob er ausreicht, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Zumindest dürfte es eine ganze Weile dauern.
Was haltet ihr von Synologys Kehrtwende? Kommt der Rückzieher zu spät oder gebt ihr dem Hersteller eine zweite Chance? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
Kehrtwende nach Nutzeraufstand
Immer wieder treffen Unternehmen Entscheidungen, die vor allem der Profitmaximierung dienen, die Kunden jedoch vor den Kopf stoßen. So erhöht Amazon etwa die Werbeeinblendungen auf seinen Echo-Show-Geräten und Bose stellt den Support für seine SoundTouch-Lautsprecher ein und macht die smarten Geräte damit (fast) komplett nutzlos. Einen beinahe noch größeren Fauxpas hat sich allerdings der NAS-Hersteller Synology geleistet, den man jetzt jedoch versucht wieder zu berichtigen.Denn im Frühjahr 2025 hatte eine vom Hersteller angekündigte Einschränkung bei seinen NAS-Systemen für einen Aufschrei gesorgt. Beliebte und bewährte Festplatten wie Western Digital Red, Seagate IronWolf oder Toshiba N300 konnten plötzlich nicht mehr für neue Speicherpools in den neuesten Synology-Produkten verwendet werden. Stattdessen akzeptierte die Firmware nur noch Synologys eigene HAT-Serie oder speziell zertifizierte Laufwerke.
Laut Synology sollte diese Maßnahme die Systemzuverlässigkeit und Kompatibilität verbessern. Das Unternehmen argumentierte, dass nur getestete und validierte Laufwerke die optimale Leistung und Langlebigkeit der NAS-Systeme gewährleisten könnten. Kritiker sahen darin jedoch einen Versuch, zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf eigener Festplatten zu generieren.
Jetzt hat das Unternehmen die vermutlich umstrittenste Entscheidung seiner Firmengeschichte jedoch rückgängig gemacht. Am 8. Oktober 2025 veröffentlichte Synology das Update DiskStation Manager (DSM) 7.3, das laut einem Blogbeitrag die Verwendung von Drittanbieter-Festplatten für die 2025er Modelle der DiskStation Plus-, Value- und J-Serien wieder ermöglicht. Die Entscheidung markiert nach monatelangen Protesten der Nutzergemeinschaft damit eine komplette Kehrtwende.
Drastische Preisunterschiede sorgten für Unmut
Die Preispolitik von Synology verstärkte die Kritik zudem erheblich. Eine 8 TB Synology HAT5310 kostet um die 330 Euro, während eine vergleichbare Seagate Exos für bis zu 100 Euro weniger erhältlich ist. Bei größeren Kapazitäten war die Diskrepanz noch höher.Diese Preisunterschiede von 30 bis 50 Prozent führten dazu, dass sich die Gesamtkosten für ein vollbestücktes NAS-System erheblich erhöhten. Ein typisches vier-Bay-NAS mit 20 TB Festplatten kostete mit Synology-Laufwerken fast 1.000 Euro mehr als mit herkömmlichen Enterprise-Festplatten. Für Unternehmen und Privatnutzer mit mehreren NAS-Systemen summierten sich diese Mehrkosten damit schnell auf fünfstellige Beträge.
Verkaufseinbruch zwang zum Umdenken
Die Auswirkungen der umstrittenen Entscheidung ließen nicht lange auf sich warten. Großkunden begannen bereits bei Neuanschaffungen nicht mehr auf Synology zu setzen, explizit mit dem Hinweis auf die Beschränkung der Festplatten. Langjährige Nutzer wechselten zu Konkurrenten wie QNAP, Asustor oder dem aufstrebenden Anbieter Ugreen, die keine derartigen Einschränkungen aufwiesen.Die Konkurrenz nutzte Synologys Schwäche zudem geschickt aus. Während der bisherige Marktführer seine Kunden mit Festplatten-Beschränkungen verärgerte, boten andere Hersteller offene Systeme mit teilweise besserer Hardware-Ausstattung an. QNAP beispielsweise warb gezielt mit der Kompatibilität zu allen gängigen NAS-Festplatten, während Ugreen mit aggressiven Preisen punktete.
Besonders schmerzhaft für Synology war der Verlust in der professionellen Anwenderschaft. IT-Administratoren und Systemintegratoren, die jahrelang auf Synology-Lösungen gesetzt hatten, empfahlen ihren Kunden zunehmend Alternativen. In Foren und sozialen Medien häuften sich Berichte von Nutzern, die ihre komplette NAS-Infrastruktur auf andere Hersteller umstellten.
Teilweise Lockerung mit Einschränkungen
Mit DSM 7.3 unterstützen die 2025er DiskStation-Modelle jetzt also wieder Drittanbieter-Laufwerke für herkömmliche Speicherpools. Allerdings bleibt die Beschränkung für M.2-basierte Pools und SSD-Caches wohl bestehen. Parallel arbeitet Synology nach eigenen Angaben mit Laufwerksherstellern daran, die Auswahl zertifizierter Speichermedien weiter zu erweitern.Für viele ehemalige Synology-Kunden kommt die Kehrtwende jedoch zu spät. Das Vertrauen in die Marke ist nachhaltig beschädigt, und viele haben bereits in alternative Lösungen investiert. Die Rückkehr zur Festplatten-Freiheit ist zwar ein wichtiger Schritt, aber ob er ausreicht, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Zumindest dürfte es eine ganze Weile dauern.
Was haltet ihr von Synologys Kehrtwende? Kommt der Rückzieher zu spät oder gebt ihr dem Hersteller eine zweite Chance? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Synology nimmt umstrittene Festplatten-Beschränkung nach Kritik zurück
- Mit DSM 7.3 sind Drittanbieter-HDDs in 2025er Modellen wieder nutzbar
- Preisunterschiede von bis zu 50 Prozent verursachten hohe Mehrkosten bei Kunden
- Vertrauensverlust und Kundenwechsel zu alternativen NAS-Herstellern
- Konkurrenten wie QNAP und Ugreen profitierten von Synologys Fehlentscheidung
- Einschränkungen für M.2-basierte Pools und SSD-Caches bleiben bestehen
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