Bogen überspannt: Echo-Show-Besitzer laufen Sturm gegen Amazon

Nutzer von Amazon Echo Show-Geräten ärgern sich über zunehmende Vollbild-Werbung auf ihren Smart Displays. Sogar zwischen Familienfotos erscheint Reklame. Sie lässt sich trotz der teils hohen Anschaffungskosten der Geräte nicht abschalten.
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Amazon x Saturn

Werbung stört Echo Show-Nutzererlebnis

Amazon fährt bei allen seinen Produkten schon seit Längerem die Frequenz der Werbeeinblendungen hoch. Prime Video ist das wohl prominenteste Beispiel mit Reklame wie im Fernsehen. Amazons Begründung: Weil's geht. Zwar halten Verbraucherschützer diese Praxis für rechtswidrig, den Abo-Zahlen hat das bisher jedoch keinen Abbruch getan. Bei seinen Echo-Geräten könnte das Unternehmen jetzt allerdings einen Schritt zu weit gegangen sein.

So blendet Amazon seit einiger Zeit vermehrt Werbeinhalte auf Echo Show-Modellen ein. Die smarten Displays zeigen gesponserte Inhalte auf dem Startbildschirm wie Produktempfehlungen, Streaming-Hinweise und andere Werbeanzeigen, die sich lediglich wegwischen, aber nicht dauerhaft deaktivieren lassen. Für viele Nutzer haben sich die Geräte dadurch vom nützlichen Assistenten zum störenden Werbebanner gewandelt.


Besonders ärgerlich für Kunden ist, dass die Werbung trotz kostenpflichtiger Abonnements erscheint und sich nicht, wie etwa bei Prime Video oder Kindle-Readern, gegen Aufpreis entfernen lässt. Auch gibt keine günstigeren Preise für die Hardware, die die Werbung rechtfertigen würde.

Nutzer-Beschwerden nehmen zu

Laut Ars Technica berichten etliche Echo-Nutzer auf Reddit von einer deutlichen Zunahme der Werbeanzeigen, die beinahe immer und überall erscheinen. Selbst auf dem Homescreen zeigen die Echo Shows seit einiger Zeit ungefragt Vollbildwerbung.

Die Beschwerden in Community-Foren und sozialen Netzwerken zeigen das Ausmaß der Nutzerunzufriedenheit. Besonders störend empfinden viele die Unterbrechung ihrer persönlichen Fotostrecken durch kommerzielle Inhalte. Einige Nutzer berichten, dass die Anzeigen sogar dann erscheinen, wenn das Gerät explizit auf die Anzeige persönlicher Fotos eingestellt ist.

Die Echo Show-Geräte wurden 2017 erstmals vorgestellt und sollten Amazons Alexa-Sprachassistenten um eine visuelle Komponente erweitern. Die Bildschirme ermöglichen es, Wetterinformationen, Kalender, Fotos und Videos anzuzeigen sowie Videoanrufe zu tätigen. Mit Preisen von bis zu 440 Euro für das größte Modell sind die Geräte keine Billigprodukte.

Amazon rechtfertigt Werbestrategie

Amazon refinanziert offenbar die subventionierten Hardware-Preise durch Werbeeinnahmen. Das Unternehmen führte im Juli 2024 ein "Home Screen Display Ad Program" ein, das Teil der Alexa Plus-Einführung war. Diese Werbeinitiative erweitert das bereits 2023 gestartete "Alexa Native Ads"-Programm, mit dem Amazon begann, gesponserte Inhalte in Sprachantworten zu integrieren.

Auf Anfragen reagiert Amazon mit Standardantworten: Die Werbung sei ein "kleiner Teil der Erfahrung" und helfe Kunden dabei, neue Produkte zu entdecken. Nutzer könnten unerwünschte Anzeigen überspringen oder Feedback geben.

Notbehelfe und Alternativen

Einige Nutzer scheinen Wege gefunden zu haben, die Werbung zu entfernen bzw. einzuschränken. So soll etwa das Umstellen der Sprache des Echo Shows auf Englisch/UK helfen. Zwar zeigt das Gerät alle Inhalte dann nur noch Englisch, durch das Auswählen von Deutsch als Zweitsprache können aber zumindest entsprechende Sprachbefehle erteilt werden.

Während sich manche Nutzer mit den Einschränkungen arrangieren, entscheiden sich andere wohl bewusst gegen weitere Echo-Geräte mit Display. Die wachsende Kritik zeigt, dass Amazons Strategie, Hardware-Verluste durch Werbeeinnahmen zu kompensieren, bei vielen Kunden immer öfter auf Widerstand stößt. Konkurrenzprodukte wie das Google Nest Hub oder der Apple HomePod kommen bislang ohne vergleichbare Werbeintegration aus.

Was haltet ihr von der zunehmenden Werbung bei Amazon-Produkten? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zu dieser Entwicklung in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Amazon Echo Show zeigt vermehrt nicht deaktivierbare Vollbildwerbung
  • Nutzer ärgern sich über Werbeeinblendungen zwischen persönlichen Fotos
  • Trotz Anschaffungskosten von bis zu 440 Euro erscheint störende Werbung
  • Werbeprogramm wurde im Juli 2024 als Teil von Alexa Plus eingeführt
  • Umstellen der Gerätesprache auf Englisch/UK kann Werbung reduzieren
  • Konkurrenzprodukte von Google und Apple zeigen keine vergleichbare Werbung

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