Logitech MX Master 4 im Test:
Die Evolution der besten Office-Maus

Logitech bringt mit der MX Master 4 haptisches Feedback, lang­le­bi­gere Materialien und den Actions Ring in die beliebte Pro­duk­ti­vi­täts­maus. Doch rechtfertigen die neuen Features den hohen Preis von 130 Euro? Mehr dazu in unserem ausführlichen Testbericht.
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Logitech
Die MX Master-Serie von Logitech gilt seit Jahren als Maßstab für Pro­duk­ti­vi­täts­mäu­se. Mit der vierten bzw. fünften Generation will der Schweizer Hersteller nun neue Akzente setzen - vor allem durch haptisches Feedback und erweiterte Gestensteuerung. Wir haben die MX Master 4 im Redaktionsalltag getestet und klären, ob sich die Investition von knapp 130 Euro lohnt.

Bekannte Form, neue Materialien

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die MX Master 4 nur minimal vom Vorgängermodell 3S. Die ergonomische Grundform für Rechtshänder bleibt erhalten, ebenso die charakteristische Anordnung mit zwei Scrollrädern - eines vertikal unter dem Zeigefinger, eines horizontal für den Daumen.

Logitech hat jedoch beim Material nachgebessert: Statt der gummierten Soft-Touch-Oberfläche kommt jetzt texturiertes ABS-Plastik zum Einsatz. Die teilweise transparenten Maustasten bestehen aus Polycarbonat mit matter Textur.

Logitech stellt seine neue MX Master 4 im Video vor

Diese Änderung dürfte Langzeitnutzer freuen. Die gummierte Beschichtung früherer Modelle entwickelte nach einigen Monaten intensiver Nutzung glänzende Stellen oder wurde klebrig. Das neue Material soll deutlich langlebiger sein. Die seitlichen Griffflächen bestehen aus grob strukturiertem Silikon, das sich auch nach längerer Nutzung laut Hersteller nicht oder nur wenig abnutzen soll.

Mit 150 Gramm wiegt die Maus etwas mehr als die MX Master 3S, gleitet dank vergrößerter PTFE-Füße aber dennoch vergleichsweise geschmeidig über nahezu jede Oberfläche. Für den Gaming-Feierabend im Homeoffice sollte allerdings auf eine leichtere Maus gewechselt werden - Logitech G lässt grüßen.

Technische Daten der Logitech MX Master 4

  • Darkfield-Sensor mit 200 bis 8000 DPI (50 Stufen)
  • 125 Hz Polling-Rate, MagSpeed-Scrollrad (bis zu 1000 Zeilen / Sek.)
  • Acht Tasten, zwei Scrollräder inkl. Daumenrad, Gestenschalter
  • 650 mAh Akku, ca. 70 Tage Akkulaufzeit
  • 128,15 x 88,35 x 50,8 mm Abmessung, 150 Gramm Gewicht
  • Kabellos via USB-C-Empfänger (Bolt) oder Bluetooth 5.1 LE
  • Personalisierung nur über Logitech Logi Options+ App
  • Kompatibel mit Windows 10/11, MacOS 13 oder höher, Linux, ChromeOS, iPadOS 15 oder höher, Android 12 oder höher
  • UVP: 129,99 Euro - Bei Media Markt kaufen

Haptik und Vibration als Neuheit

Das wichtigste neue Feature ist das haptische Feedback. Ein Vibrationsmotor unterhalb der Daumenablage gibt taktile Rückmeldungen bei bestimmten Aktionen. Die Intensität lässt sich in vier Stufen einstellen oder komplett deaktivieren. In der Praxis funktioniert das überraschend gut: Das Feedback fühlt sich ähnlich hochwertig an wie bei einem Smartphone der Oberklasse oder einem PlayStation 5-Controller. Logitech MX Master 4Einstellungen des haptischen Feedbacks in der Logi Options+ Software Allerdings sind die Signale auf den Daumenbereich beschränkt. Bei Aktionen mit anderen Tasten fühlt sich die Vibration daher etwas deplatziert an. Zudem funktioniert das Feature optimal nur in Verbindung mit dem neuen Actions Ring (Overlay für Shortcuts) und der Gestensteuerung - für andere Anwendungen muss man manuell über die Software nachhelfen.

Derzeit unterstützen lediglich einige Adobe-Programme wie Photoshop, Lightroom und Premiere Pro sowie wenige andere Anwendungen natives haptisches Feedback über Plug-ins.

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Actions Ring und Gestensteuerung

Der neue kapazitive Button unter dem Daumen aktiviert ab Werk den eingangs erwähnten Actions Ring - ein kreisförmiges Overlay mit acht anpassbaren Aktionen, das sich um den Mauszeiger legt. Hier lassen sich häufig genutzte Programme, Ordner, Tastenkombinationen oder Systemfunktionen hinterlegen. Jeder Punkt kann zudem Untermenüs enthalten. Die Bedienung geht nach kurzer Eingewöhnung flott von der Hand und spart tatsächlich Zeit bei wiederkehrenden Aufgaben oder "fingerbrechenden" Shortcuts. Logitech MX Master 4Personalisierung des Actions Ring über die Logi Opions+ Software Logitech verspricht in einer eigenen Studie Zeiteinsparungen von bis zu 33 Prozent und 63 Prozent weniger Mausbewegungen bei bestimmten Ar­beits­ab­läu­fen. In unserem Test bestätigten sich diese Werte zumindest tendenziell. Al­ler­dings braucht es eine Umgewöhnungsphase, bis man die neuen Mög­lich­kei­ten ver­in­ner­licht hat. Wer jahrelang mit Tastaturkürzeln gearbeitet hat, wird sich schwertun, alte Gewohnheiten aufzugeben.

Ein zusätzlicher Gestenbutton an der Seite ergänzt das Konzept. Hält man ihn gedrückt und bewegt die Maus, lassen sich Systemfunktionen auslösen: nach oben für das Startmenü, nach unten für Desktop anzeigen, seitlich zum Wechseln zwischen virtuellen Desktops. Das funktioniert zuverlässig und ist intuitiver als die alte Lösung, bei der der Gestenbutton versteckt unter der Daumenablage lag. Logitech MX Master 4Der Gestenbutton (links) ähnelt den Vor-/Zurück-Knöpfen stark Die Nähe und die gleiche Beschaffenheit des Gestenbuttons zu den klassischen Vor- und Zurücktasten sorgten zu Beginn unseres Tests und dem Wechsel von der MX Master 3 auf die MX Master 4 für diverse Fehleingaben. Mittlerweile haben sich aber auch diese minimiert - wenn auch nicht gänzlich abgestellt.

Vertraute Technik im Inneren

Technisch bleibt Logitech bei der MX Master 4 konservativ. Der Sensor bietet weiterhin maximal 8000 DPI und arbeitet präzise auf nahezu allen Oberflächen, inklusive Glas. Die Polling-Rate verharrt jedoch bei 125 Hz - deutlich niedriger als bei aktuellen Gaming-Mäusen, die oft 1000 Hz oder mehr bieten. Für Office-Einsätze und Bildbearbeitung ist das ausreichend, auf hochauflösenden OLED-Monitoren mit hoher Bildwiederholrate wirkt die Cursorbewegung allerdings manchmal etwas ruckelig. Logitech MX Master 4Verbindung über den neuen kompakten Logi Bolt im USB-C-Format Der neue, deutlich kompaktere USB-C Bolt-Dongle soll dank optimierter Antenne und leistungsfähigerem Chip für stabilere Verbindungen sorgen. In der Praxis konnten wir keine Verbindungsprobleme oder Performanceunterschiede feststellen - allerdings hatten wir auch mit früheren Modellen keine Schwierigkeiten. Das gilt sowohl für die Verbindung via Bolt-Empfänger als auch via unterstütztem Bluetooth 5.1.

Was bleibt: Die MX Master 4 lässt sich mit bis zu drei Geräten koppeln und per Knopfdruck oder über den Actions Ring zwischen ihnen wechseln. Eine Besonderheit: Der Dongle hat keinen Aufbewahrungsplatz in der Maus - ein Ärgernis für mobile Nutzer. Logitech MX Master 4Der Logitech Easy-Switch zwischen drei Geräten

Leise, ausdauernd und schnell repariert

Logitech bewirbt die MX Master 4 mit 90 Prozent leiseren Klicks als bei der Master 3. Tatsächlich sind die Haupttasten extrem unauffällig, behalten aber einen klaren, angenehmen Druckpunkt. Das MagSpeed-Scrollrad arbeitet im glatten Modus butterweich und geräuschlos, im Ratchet-Modus mit spürbaren Rastpunkten - der gewohnte Klassiker. Beide Modi lassen sich per Knopf hinter dem Scrollrad umschalten.

Die Akkulaufzeit gibt Logitech mit 70 Tagen an. In unserem mehrtägigen Test sank die Ladung auf 85 Prozent - die Herstellerangabe scheint also realistisch, je nach täglicher Arbeitszeit. Eine Minute Ladezeit soll für drei Stunden Betrieb reichen. Ein USB-C-Ladekabel liegt dem Lieferumfang allerdings nicht bei - für uns an sich kein Problem.
Logitech MX Master 4Oberseite der Logitech MX Master 4 Logitech MX Master 4Unterseite der Logitech MX Master 4
Ein positiver Aspekt: Logitech hat die Schrauben nicht mehr unter den Mausfüßen versteckt, sondern frei zugänglich auf der Unterseite platziert. Das erleichtert eventuelle Reparaturen erheblich. Der Hersteller plant, Ersatzakkus anzubieten - ob und welche weiteren Komponenten verfügbar sein werden, steht bislang nicht fest.

Software-Pflicht und fehlender Speicher

Die Logi Options+ Software ist Pflicht, um die Logitech MX Master 4 vollständig zu nutzen. Ohne die Anwendung funktioniert die Maus zwar grundlegend, Actions Ring und individuelle Tastenbelegungen stehen aber nicht zur Verfügung. Die Software selbst ist vergleichsweise aufgeräumt und leicht verständlich.

Ein Onboardspeicher für Profile fehlt. Wer die Maus an verschiedenen Computern nutzt, muss die Software überall installieren, soweit er von den Standardeinstellungen abweichen will. Mit einem hinterlegten Logitech-Account könnt ihr allerdings die Einstellungen über automatische Cloud-Backups einspielen und müsst so nicht jedes Mal neu mit der Personalisierung ansetzen.

Ebenso können die Einstellungen älterer MX Master 3(S)-Mäuse mit nur einem Knopfdruck auf die Logitech MX Master 4 übertragen werden. Logitech MX Master 4Eine Software für (fast) alle Geräte - Logitech Logi Options+ Im Logi Marketplace finden sich derzeit 40 Plug-ins für verschiedene An­wen­dun­gen, darunter Discord, Zoom, Microsoft Teams und über­ra­schen­der­wei­se sogar Flight Simulator 2024. Die Auswahl ist jedoch noch überschaubar und konzentriert sich stark auf Adobe-Produkte (Premiere, Lightroom, Photoshop etc.). Hier muss Logitech nachbessern, damit das haptische Feedback sein volles Potenzial entfalten kann. Logitech MX Master 4Auszug aus dem Logi Marketplace für Profile, Plug-ins und Icons Gut zu wissen: Wie für die MX-Familie typisch, ist die Logi Flow-Option auch Teil der Logitech MX Master 4. Bei mehreren verbundenen Geräten (z.B. Desktop-PC + Notebook) kann die Maus nahtlos über den Rand des Bildschirms auf das Zweitgerät wandern und so unter anderem auch Daten verschieben.

Preis-Leistungs-Frage

Mit 129,99 Euro liegt die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) der Logitech MX Master 4 auf demselben Niveau wie einst die MX Master 3S. Wer bereits den Vorgänger aus dem Jahr 2022 besitzt, dürfte kaum einen technischen Grund für ein Upgrade finden - außer die eventuelle Abnutzung der gummierten Ober­flä­chen. Für Käufer ohne Vorgängermodell oder Besitzer noch älterer Generationen sieht die Rechnung anders aus. Verglichen mit (Gaming-)Mäusen im gleichen Preissegment fehlen der Master 4 Features wie höhere Polling-Raten, Beleuchtungen oder austauschbare Switches. Dafür punktet sie mit Langlebigkeit, Ergonomie und Produktivitätsfeatures, die für Büroanwendungen natürlich weitaus relevanter sind als Gaming-Funktionen. Aufgrund des breit aufgestellten Sortiments hätten die Schweizer hier allerdings etwas mehr aus den Vollen schöpfen können.

Unser Fazit zur Logitech MX Master 4

Die Logitech MX Master 4 ist eine hervorragende Maus für alle, die produktiv arbeiten und bereit sind, sich auf neue Bedienkonzepte einzulassen. Das haptische Feedback funktioniert überzeugend, der Actions Ring ist nach kurzer Eingewöhnung ein echter Produktivitätsgewinn, und die verbesserten Materialien versprechen längere Haltbarkeit. Logitech MX Master 4Logitech bringt zwar keine Revolution, aber eine gelungene Evolution Schwächen zeigen sich bei der nach wie vor niedrigen Polling-Rate, dem fehlenden Onboardspeicher und dem hohen Preis. Besitzer einer MX Master 3S können getrost bei ihrem Modell bleiben - für alle anderen ist die Master 4 die beste Wahl am Markt für Produktivitätsmäuse, wenn auch (noch) keine perfekte.

Was haltet ihr von der neuen MX Master 4? Sind die Neuerungen wie haptisches Feedback und Actions Ring für euch kaufentscheidend, oder reicht euch ein günstigeres Vorgängermodell? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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Zusammenfassung
  • Logitech MX Master 4 bietet erstmals haptisches Feedback mit Vibrationsmotor
  • Neuer Actions Ring ermöglicht schnellen Zugriff auf bis zu acht anpassbare Aktionen
  • Verbesserte Materialien statt anfälliger Gummibeschichtung für längere Haltbarkeit
  • Technisch weitgehend konservativ mit 8000 DPI und niedriger 125 Hz Polling-Rate
  • Leisere Klicks und gewohntes MagSpeed-Scrollrad in vertikaler und horizontaler Ausrichtung
  • Akkulaufzeit von circa 70 Tagen und schnelles Aufladen per USB-C-Anschluss
  • Preis von 129,99 Euro entspricht dem UVP des Vorgängermodells MX Master 3S

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