Statt RTX 5080: Amazon verschickt 1000 € teuren Backstein an Kunden

Ein Amazon-Kunde bestellte eine RTX 5080-Grafikkarte im Wert von über 1.000 Euro und erhielt stattdessen nur einen Backstein in der Verpackung. Der Fall zeigt die Probleme mit Amazons La­ger­sys­tem, unter dem nicht nur Kunden, sondern auch Ver­käu­fer leiden.
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Amazon-Kunde erhält Backstein statt RTX 5080

Betrug mit Nvidia-Grafikkarten der RTX-50-Serie ist nichts Neues. So erhielten etwa Käufer einer RTX 5090 reihenweise (fast) leere Kartons oder nur ein paar Päckchen mit Reis. Und auch Nvidia selbst trollte seine Kunden schon mir der RTX 4040 "Brick Edition", bei der es sich um einen Backstein handelte.

Während Nvidia das Produkt natürlich nie wirklich zum Verkauf anbot, hat ein Gaming-Enthusiast nun allerdings tatsächlich einen Backstein anstelle einer brandneuen RTX-GPU erhalten.

Eigentlich wollte der Gamer seinen PC mit einer neuen RTX 5080 aufrüsten und bestellte das Modell vom offiziellen PNY-Store auf Amazon. Doch statt der erwarteten High-End-Grafikkarte fand er beim Öffnen der Verpackung nur den angesprochenen Backstein vor - immerhin ordentlich in Schutzfolie verpackt. Die RTX 5080 kostet in Deutschland momentan ab etwa 1000 Euro aufwärts und gehört zu den leistungsstärkeren Blackwell-Grafikkarten von Nvidia.

Der betroffene Nutzer GlassHistorical5303 teilte seinen Fall inklusive eines Bildes im Reddit-Forum r/pcmasterrace und reichte bei Amazon eine Beschwerde ein. Wie ein weiterer Nutzer nahelegt, liegt das Problem in solchen Betrugsfällen bei Amazons internem System.

Amazon sent me a brick instead of a 5080
byu/GlassHistorical5303 inpcmasterrace


Amazons problematisches Lagersystem

Bei Amazons System werden identische Produkte verschiedener Verkäufer zusammen gelagert und alle teilen sich denselben Barcode für die virtuelle Verfolgung. Das bedeutet, dass Amazon Artikel mit demselben Barcode aus demselben Lagerregal entnimmt, egal bei welchem Shop ein Produkt gekauft wird. Von welchem Händler das konkrete an den Käufer verschickte Exemplar des Produkts stammt, lässt sich dabei nicht nachvollziehen.

Wenn neun Verkäufer also authentische Produkte verkaufen und ein Verkäufer eine gefälschte Version desselben Produkts verkauft, leiden alle zehn unter den Konsequenzen. Vermutlich hatte ein Betrüger eine echte RTX 5080 gekauft, diese durch einen Backstein ersetzt und das Paket an Amazon zurückgeschickt. Das System macht es jedoch nahezu unmöglich, den Betrug nachzuvollziehen.


Millionenschwere Kosten

Verkäufer klagen bereits jahrelang über dieses System. Amazon schätzt, dass Markeninhaber allein im vergangenen Jahr 600 Millionen Dollar ausgegeben haben, um zu vermeiden, dass ihre Produkte vermischt werden. Unternehmen wie Johnson & Johnson zogen sich aus diesem Grund 2013 sogar zeitweise von Amazon zurück. Die Lösung bestand bisher darin, jedes Produkt mit speziellen FNSKU-Aufklebern zu versehen bzw. Amazon extra zu bezahlen.

Besonders problematisch wird das System bei hochwertigen Elektronikprodukten wie Grafikkarten, Smartphones oder Tablets. Hier entstehen durch Betrug schnell Schäden im vier- oder fünfstelligen Bereich. Viele Verkäufer berichten von erheblichen Verlusten durch gefälschte oder manipulierte Rücksendungen, die dann unwissentlich an andere Kunden weitergegeben werden.

Amazon kündigt Ende des Systems an

Amazon kündigte Mitte September an, dass das System bald eingestellt wird. Die Änderung bedeutet, dass Kunden beim Kauf in einem Shop ein Produkt erhalten, das tatsächlich von diesem spezifischen Verkäufer stammt, und alle Rücksendungen aus demselben Inventar kommen. Das sollte die Anzahl der Betrügereien beim Kauf im offiziellen Store deutlich reduzieren.

Die Umstellung wird jedoch Zeit brauchen und erfordert eine komplette Neuorganisation der Amazon-Lagerhäuser weltweit. Bis dahin müssen Kunden weiterhin mit unliebsamen Überraschungen rechnen, auch wenn sie bei vermeintlich seriösen Verkäufern bestellen. Deswegen empfiehlt es sich, im Zweifelsfall immer das Öffnen teurer Hardware in einem Video zu dokumentieren - beim Kauf einer Grafikkarte der RTX-50-Serie ohnehin.

Habt ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen mit Online-Bestellungen gemacht? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Amazon-Kunde erhielt Backstein statt bestellter RTX 5080-Grafikkarte
  • Problem liegt in Amazons Lagersystem, das Produkte verschiedener Verkäufer mischt
  • Betrug erfolgt oft durch manipulierte Rücksendungen hochwertiger Elektronik
  • Verkäufer leiden unter dem System und investieren in Schutzmaßnahmen
  • Amazon plant Umstellung des problematischen Lagersystems
  • Betrug mit Nvidia-Grafikkarten der RTX-50-Serie ist ein wiederkehrendes Problem
  • Kunden müssen vorerst weiterhin mit unliebsamen Überraschungen rechnen

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