Sega schlampt bei Büroauflösung und ruft dann die Polizei
Ein ungewöhnlicher Fall sorgt derzeit in der britischen Gaming-Szene für Aufsehen: Ein privater Wiederverkäufer, der angibt, legale Ware aus einer Büroauflösung erworben zu haben, wurde Mitte Juli von der Londoner Polizei verhaftet. Schuld ist wohl Sega.
Etwa drei Monate später, am 14. Juli 2025, stand auf einmal die Polizei vor seiner Tür: Zehn Beamte der City of London Police durchsuchten sein Haus, beschlagnahmten Konsolen und Module und nahmen den Händler unter dem Verdacht der Geldwäsche fest. Acht Stunden lang wurde er verhört, seine Fingerabdrücke und DNA-Proben wurden genommen.
Laut dem Betroffenen hatte kurz vor der Razzia ein angeblicher Käufer Kontakt aufgenommen, der sich später als Ermittler im Auftrag Segas entpuppte. Der Verkäufer erhebt daher schwere Vorwürfe: Sega habe die Polizei genutzt, um Geräte zurückzuerlangen, die das Unternehmen zuvor fahrlässig aus der Hand gegeben habe. "Es wirkt, als seien die Beschlagnahmungen nur ein Vorwand gewesen, damit Sega seine Konsolen zurückbekommt", so seine Einschätzung.
"Wenn herauskommt, dass Sega mithilfe der Polizei legal erworbene Ware konfisziert und anschließend vernichtet hat, wäre das ein Schlag ins Gesicht aller, die sich für den Erhalt von Videospielgeschichte einsetzen", erklärte der Mann, der sich nach eigenen Angaben keiner strafbaren Handlung in der Sache bewusst ist.
Zu der gekauften Sammlung gehörten Entwicklungsgeräte und Spiele-Prototypen für Game Boy Advance, Nintendo DS, DSi und 3DS, darunter unveröffentlichte Versionen von Spielen wie Sonic Chronicles, Phantasy Star 0 oder gar eine nie erschienene DS-Fassung von Rhythm Thief & The Emperor's Treasure.
Siehe auch:
Plötzliche Razzia
Der Mann, der anonym bleiben möchte, führt seit Jahren ein Online-Geschäft für gebrauchte Elektronik, berichtet das Magazin TimeExtension. Nach eigenen Angaben kaufte er im Frühjahr eine große Menge Konsolen und Datenträger, die im Zuge des Umzugs von Segas britischem Büro von Brentford nach Chiswick entsorgt worden waren. Neben Möbeln und Elektrogeräten seien auch mehrere Entwicklungs-Kits dabei gewesen. Für den gesamten Posten zahlte er rund 11.500 Euro.Etwa drei Monate später, am 14. Juli 2025, stand auf einmal die Polizei vor seiner Tür: Zehn Beamte der City of London Police durchsuchten sein Haus, beschlagnahmten Konsolen und Module und nahmen den Händler unter dem Verdacht der Geldwäsche fest. Acht Stunden lang wurde er verhört, seine Fingerabdrücke und DNA-Proben wurden genommen.
Laut dem Betroffenen hatte kurz vor der Razzia ein angeblicher Käufer Kontakt aufgenommen, der sich später als Ermittler im Auftrag Segas entpuppte. Der Verkäufer erhebt daher schwere Vorwürfe: Sega habe die Polizei genutzt, um Geräte zurückzuerlangen, die das Unternehmen zuvor fahrlässig aus der Hand gegeben habe. "Es wirkt, als seien die Beschlagnahmungen nur ein Vorwand gewesen, damit Sega seine Konsolen zurückbekommt", so seine Einschätzung.
Sega schweigt
Bislang schweigt Sega zu den Vorwürfen. Mehrere anwaltliche Schreiben und Vergleichsangebote seien unbeantwortet geblieben. Der Händler vermutet sogar, dass die beschlagnahmten Geräte inzwischen zerstört wurden. Dies könnte, so seine Befürchtung, ein handfester Skandal werden."Wenn herauskommt, dass Sega mithilfe der Polizei legal erworbene Ware konfisziert und anschließend vernichtet hat, wäre das ein Schlag ins Gesicht aller, die sich für den Erhalt von Videospielgeschichte einsetzen", erklärte der Mann, der sich nach eigenen Angaben keiner strafbaren Handlung in der Sache bewusst ist.
Zu der gekauften Sammlung gehörten Entwicklungsgeräte und Spiele-Prototypen für Game Boy Advance, Nintendo DS, DSi und 3DS, darunter unveröffentlichte Versionen von Spielen wie Sonic Chronicles, Phantasy Star 0 oder gar eine nie erschienene DS-Fassung von Rhythm Thief & The Emperor's Treasure.
Zusammenfassung
- Britischer Wiederverkäufer kauft für 11.500 Euro Elektronik bei Büroauflösung
- Polizei durchsucht sein Haus und beschlagnahmt Sega-Entwicklungsgeräte
- Verkäufer vermutet, dass Sega Polizei nutzte, um fahrlässig entsorgte Waren zurückzuholen
- Anwaltliche Schreiben und Vergleichsangebote blieben von Sega unbeantwortet
- Unter den Geräten waren unveröffentlichte Spiele-Prototypen für Nintendo-Konsolen
- Der Mann wurde acht Stunden verhört und erklärte, nichts Illegales getan zu haben
- Ein angeblicher Käufer entpuppte sich als Ermittler im Auftrag von Sega
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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