Zu viele Daten von Android-Nutzern gesammelt:
Google muss zahlen
Ein US-Bundesgericht in San Francisco hat Google zu einer hohen Strafzahlung verurteilt. Das Unternehmen wurde schuldig gesprochen, über Jahre rechtswidrig Daten von Smartphone-Nutzern gesammelt zu haben.
Google wurde zum Abschluss des Verfahrens zu einer Zahlung von 425,7 Millionen Dollar verpflichtet, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Im Schnitt entspricht dies etwa vier Dollar pro betroffenem Smartphone.
Die Kläger warfen Google vor, Nutzern eine trügerische Kontrolle über ihre Privatsphäre vorgegaukelt zu haben. Trotz abgeschalteter Personalisierungsfunktionen habe das Unternehmen weiterhin Daten aufgezeichnet, um damit maßgeschneiderte Werbung zu verkaufen - ein Geschäft, das dem Konzern laut Klägerseite Milliarden an zusätzlichen Einnahmen eingebracht haben soll. Die Anwälte hatten ursprünglich Schadensersatzforderungen in Höhe von mehr als 30 Milliarden Dollar geltend gemacht.
Google wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, das Urteil anzufechten. "Diese Entscheidung verkennt, wie unsere Produkte funktionieren. Wir werden in Berufung gehen", erklärte Unternehmenssprecher José Castaneda. Man respektiere die Privatsphäre der Nutzer, betonte er, und halte sich an deren Einstellungen, sobald personalisierte Werbung deaktiviert werde.
Das Urteil reiht sich in eine Phase zunehmender rechtlicher Auseinandersetzungen für den Konzern ein. Erst einen Tag zuvor hatte Google in Washington, D.C., einen Teilerfolg erzielt: In einem von der US-Regierung angestrengten Kartellverfahren um die marktbeherrschende Stellung seiner Suchmaschine blieb der geforderte Konzernumbau aus. Stattdessen ordnete ein Bundesrichter weniger weitreichende Maßnahmen an, darunter die Pflicht, bestimmte Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen.
Siehe auch:
Sammlung trotz Widerspruchs
Google soll über Jahre hinweg unrechtmäßig Daten von Smartphones gesammelt und damit gegen kalifornische Datenschutzgesetze verstoßen haben, so lautete der Vorwurf, dem nun auch das Gericht folgte. Das Urteil fiel nach einem zweiwöchigen Prozess im Rahmen einer Sammelklage, die rund 98 Millionen Geräte in den USA betraf. Die betroffene Zeitspanne reicht von Juli 2016 bis September 2024.Google wurde zum Abschluss des Verfahrens zu einer Zahlung von 425,7 Millionen Dollar verpflichtet, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Im Schnitt entspricht dies etwa vier Dollar pro betroffenem Smartphone.
Die Kläger warfen Google vor, Nutzern eine trügerische Kontrolle über ihre Privatsphäre vorgegaukelt zu haben. Trotz abgeschalteter Personalisierungsfunktionen habe das Unternehmen weiterhin Daten aufgezeichnet, um damit maßgeschneiderte Werbung zu verkaufen - ein Geschäft, das dem Konzern laut Klägerseite Milliarden an zusätzlichen Einnahmen eingebracht haben soll. Die Anwälte hatten ursprünglich Schadensersatzforderungen in Höhe von mehr als 30 Milliarden Dollar geltend gemacht.
Google wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, das Urteil anzufechten. "Diese Entscheidung verkennt, wie unsere Produkte funktionieren. Wir werden in Berufung gehen", erklärte Unternehmenssprecher José Castaneda. Man respektiere die Privatsphäre der Nutzer, betonte er, und halte sich an deren Einstellungen, sobald personalisierte Werbung deaktiviert werde.
Nutzer-Anwälte zufrieden
Für die Klägerseite bedeutet das Urteil dennoch einen Erfolg. "Wir hoffen, dass dieses Ergebnis der Tech-Branche eine klare Botschaft sendet: Die Menschen in den USA werden nicht untätig zusehen, wie ihre Daten ohne Zustimmung gesammelt und monetarisiert werden", sagte der Anwalt John Yanchunis von der Kanzlei Morgan & Morgan.Das Urteil reiht sich in eine Phase zunehmender rechtlicher Auseinandersetzungen für den Konzern ein. Erst einen Tag zuvor hatte Google in Washington, D.C., einen Teilerfolg erzielt: In einem von der US-Regierung angestrengten Kartellverfahren um die marktbeherrschende Stellung seiner Suchmaschine blieb der geforderte Konzernumbau aus. Stattdessen ordnete ein Bundesrichter weniger weitreichende Maßnahmen an, darunter die Pflicht, bestimmte Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen.
Zusammenfassung
- Google zu 425,7 Millionen Dollar Strafzahlung wegen Datenschutzverstößen verurteilt
- Unrechtmäßige Datensammlung von 98 Millionen Geräten zwischen Juli 2016 und September 2024
- Trotz deaktivierter Personalisierung wurden Nutzerdaten für Werbezwecke gesammelt
- Google weist Vorwürfe zurück und kündigt Berufung gegen das Urteil an
- Klägerseite forderte ursprünglich über 30 Milliarden Dollar Schadensersatz
- Urteil soll laut Klägeranwalt klare Botschaft an die Tech-Branche senden
- Zeitgleich erzielte Google Teilerfolg in anderem Kartellverfahren zu Suchmaschinen
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