Keine Kunden: Samsung muss Start von 44-Mrd.$-Chipwerk verschieben

Die Eröffnung einer neuen, 44 Milliarden Dollar teuren Halb­leiter­fabrik Samsungs im US-Bundesstaat Texas wird deutlich nach hinten verschoben. Das Problem: Für die Produkte, die hier vom Band laufen sollen, fehlt es bisher weitgehend an Kunden.
Cpu, Prozessor, Chip, Hardware, SoC, Gpu, Prozessoren, Chips, Nanometer, System On Chip, Wafer

Anlage fast fertig

Zwar ist der Bau der Anlage laut offiziellen Unterlagen zu 92 Prozent abgeschlossen, doch die nächste Phase - die Ausstattung mit hoch spezialisierter Fertigungstechnik - bleibt vorerst aus. Denn aktuell gebe es gar nicht ausreichend Nachfrage für die Chips, die in der Anlage produziert werden können, berichtete Nikkei Asia.

Ursprünglich sollte die Fabrik ab 2025 Chips im 4-Nanometer-Verfahren produzieren. Doch der technologische Wandel und die Nachfrageverschiebung hin zu moderneren Fertigungstechnologien haben Samsung zum Umdenken gezwungen: Die Produktionslinie soll nun auf das deutlich komplexere 2-Nanometer-Verfahren umgestellt werden - ein aufwendiger und kostspieliger Prozess, der viel Know-how, Zeit und Investitionen erfordert.


Bereits 2022 hatte Samsung den Bau des Werks mit einer Anfangsinvestition von 17 Milliarden Dollar begonnen. Bis 2024 stieg die Investitionssumme - auch aufgrund der genannten Änderungen - auf 44 Milliarden Dollar, unterstützt durch Subventionen in Höhe von 6,6 Milliarden Dollar aus dem US-amerikanischen CHIPS Act. Dennoch wurde die formale Fertigstellung der Anlage jetzt von August auf Oktober verschoben, ohne dass ein klarer Zeitplan für die wirkliche Inbetriebnahme kommuniziert wurde.

Im Vergleich dazu zeigt sich Konkurrent TSMC deutlich erfolgreicher. Das taiwanesische Unternehmen produziert bereits in seiner Fab 21 in Arizona Chips im 4-Nanometer-Verfahren für Kunden wie Apple, AMD und Nvidia. TSMC dominiert den Markt mit einem globalen Anteil von fast 68 Prozent, während Samsung lediglich auf 7,7 Prozent kommt.

Vielleicht nächstes Jahr

Neben der schwachen Nachfrage kämpft Samsung auch mit technischen Problemen und geopolitischen Herausforderungen. US-Beschränkungen im Handel mit China sowie die globalen Handelskonflikte erschweren die Absatzmöglichkeiten zusätzlich. Die Folge: Geringe Auslastung, Rückruf von Schlüsselpersonal und stockende Produktionsplanung.

Trotz aller Hürden hält Samsung am Projekt fest. Eine vollständige Aufgabe des Standorts käme einem enormen Verlust gleich - nicht nur finanziell, sondern auch strategisch im Wettbewerb mit TSMC. Die Inbetriebnahme ist nun für 2026 vorgesehen, bleibt jedoch von vielen Unsicherheiten begleitet.

Zusammenfassung
  • Samsung verschiebt die Eröffnung seines 44-Milliarden-Dollar-Chipwerks in Texas
  • Fehlendes Kundeninteresse für 4-Nanometer-Chips verhindert Inbetriebnahme
  • Die Fabrik soll nun auf moderneres 2-Nanometer-Verfahren umgerüstet werden
  • Konkurrent TSMC dominiert mit 68 Prozent Marktanteil bei Auftragsfertigern
  • US-Subventionen von 6,6 Milliarden Dollar können Verzögerungen nicht verhindern
  • Inbetriebnahme erst 2026 geplant statt ursprünglich vorgesehener Start 2025

Siehe auch:


Samsungs Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!