Apple düpiert: Deutsche Autofirmen lehnen CarPlay-Ultra-Integration ab

Erst vor wenigen Wochen hatte Apple seine neue Fahrzeug-Software CarPlay Ultra vorgestellt. Doch nun haben unter anderem zwei deutsche Autohersteller erklärt, die tiefgreifende Integration in ihre Fahrzeuge nicht zulassen zu wollen - trotz vorheriger Zusage.
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Deutsche Autobauer wehren sich gegen CarPlay Ultra

Mit Apples CarPlay kann das eigene iPhone schon lange problemlos mit kompatiblen Autos verbunden werden. Mit iOS 26 bekommt das System jetzt sogar Widgets und smarte Nachrichten. Sogar Videowiedergabe wird möglich. Doch Apple hat noch größere Pläne: Mit CarPlay Ultra soll die iPhone-Integration im Auto auf ein völlig neues Level gehoben werden.

Erst vor wenigen Wochen präsentierte der Konzern aus Cupertino die erweiterte Version seines Fahrzeugsystems. Statt nur das zentrale Infotainment-Display zu bespielen, soll die Software auch das komplette Auto-Dashboard übernehmen und tiefgreifenden Zugriff auf Fahrzeugfunktionen wie Klimaanlage, Radio und sogar fahrzeugspezifische Einstellungen erhalten.


Doch was Apple als Revolution präsentierte, stößt bei vielen Autoherstellern wohl auf Widerstand. Denn wie jetzt bekannt wurde, haben mehrere namhafte Automobilhersteller ihre ursprüngliche Zusage zurückgezogen, das System einzubinden. Mit Mercedes-Benz und Audi haben gleich zwei deutsche Marken erklärt, CarPlay Ultra nicht in ihre Fahrzeuge zu integrieren - obwohl Apple sie 2022 noch als Partner genannt hatte. Neben den deutschen Herstellern haben auch Volvo, Polestar und Renault ihre Unterstützung für das System zurückgezogen.

Kampf um Kontrolle und Einnahmen

Die Gründe für die Abkehr sind verschieden. Laut der Financial Times (Paywall) geht es vor allem um potenzielle Einnahmequellen. "Die westlichen Autohersteller versuchen herauszufinden, wie sie in einer Welt wachsen können, die an oder nahe ihrem Höhepunkt bei den Autoverkäufen ist", erklärte Simon Middleton, Partner bei der Unternehmensberatung McKinsey, gegenüber der Financial Times. "Im hoch kompetitiven Premium-Segment kämpft man auch um Differenzierung."

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Die Autohersteller sehen in Abo-Diensten und digitalen Services ein lukratives Geschäftsfeld der Zukunft. Sie befürchten, dass Apple ihnen mit CarPlay Ultra diese Einnahmequelle streitig machen könnte. Ein Renault-Manager soll Apple sogar deutlich gesagt haben: "Versucht nicht, in unsere Systeme einzudringen." Diese Aussage verdeutlicht die Spannungen zwischen dem Tech-Giganten und der traditionellen Automobilindustrie.

Wenige Unterstützer bleiben übrig

Während die Premium-Hersteller zurückrudern, bleibt der britische Luxusautobauer Aston Martin der erste und bisher einzige Hersteller, der CarPlay Ultra in seinen Fahrzeugen anbietet. Porsche hat ebenfalls seine Unterstützung zugesagt. Zudem haben sich laut Apple die koreanischen Marken Hyundai, Kia und Genesis verpflichtet, die Technologie in zukünftigen Modellen anzubieten.

Die Entscheidung gegen CarPlay Ultra bedeutet nicht, dass die Hersteller komplett auf Apple-Integration verzichten. Mercedes-Benz, BMW und Audi haben betont, dass sie weiterhin das Standard-CarPlay in ihren Fahrzeugen anbieten werden, um der Kundennachfrage gerecht zu werden. BMW erklärte, das bestehende Apple CarPlay in sein neues Design zu integrieren, während Audi mitteilte, der Fokus liege darauf, den Fahrern "ein angepasstes und nahtloses digitales Erlebnis" zu bieten.

Nutzer wollen Apple-Integration

Die Zurückhaltung der Autobauer steht ein wenig im Kontrast zur Beliebtheit von CarPlay bei den Nutzern. Laut Apple ist das Standard-CarPlay in 98 Prozent der Neuwagen in den USA verfügbar, und Fahrer nutzen es täglich über 600 Millionen Mal. Eine Umfrage von McKinsey aus dem Jahr 2023 ergab, dass fast die Hälfte der Autokäufer kein Fahrzeug kaufen würde, dem Apple CarPlay oder Android Auto fehlt.

Apple gibt sich trotz der Rückschläge optimistisch und teilte mit, dass weitere Autohersteller CarPlay Ultra unterstützen werden. "Wir arbeiten eng mit Autoherstellern zusammen, um das Beste vom iPhone und das Beste vom Auto zu bieten, und diese Arbeit braucht Zeit", so das Unternehmen. Für Verbraucher bedeutet die aktuelle Entwicklung jedoch, dass sie auf absehbare Zeit bei vielen Automarken auf die umfassende Integration von CarPlay Ultra verzichten müssen. Ob Apple langfristig mehr Hersteller überzeugen kann oder ob die Autoindustrie doch auf eigene Software-Lösungen setzt, bleibt abzuwarten.

Was meint ihr zu dieser Entwicklung? Ist es richtig, dass Autohersteller ihre eigenen Systeme schützen, oder würdet ihr euch CarPlay Ultra in eurem nächsten Fahrzeug wünschen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Autokonzerne wie Mercedes und Audi ziehen Unterstützung für CarPlay Ultra zurück
  • CarPlay Ultra sollte tiefen Zugriff auf Fahrzeugfunktionen und Dashboard erhalten
  • Hersteller fürchten Verlust potenzieller Einnahmen durch digitale Dienste
  • Aston Martin und Porsche bleiben bei ihrer Zusage für die Apple-Integration
  • Standard-CarPlay bleibt trotz Absage an Ultra-Version in Fahrzeugen erhalten
  • Laut Umfragen würden viele Kunden kein Auto ohne CarPlay-Unterstützung kaufen
  • Apple zeigt sich optimistisch und arbeitet weiter an Partnerschaften mit Herstellern

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