Seekabel beschädigt: Taiwan setzt Schiff mit chinesischer Crew fest

Die Behörden von Taiwan haben ein mit chinesischer Crew operie­rendes Schiff festgesetzt, das im Togo registriert sein soll. Es be­steht der Verdacht, dass der Frachter ein wichtiges Unterseekabel zwischen Taiwan und der Insel Penghu durchtrennt hat.
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Taiwan Coast Guard

Verdacht der Sabotage durch China

Laut Angaben der Taiwan Coast Guard lag das Schiff, das unter verschiedenen Bezeichnungen fährt, von denen eine "Hong Tai 58" lautet, gegen 2:30 Uhr Ortszeit als einziges Schiff in der direkten Nähe eines Unterseekabels vor Anker, das zwischen Taiwan und der zu dem südostasiatischen Land gehörenden Insel Penghu verläuft.

Ein Schiff der taiwanischen Küstenwache forderte den Frachter zu diesem Zeitpunkt auf, das Gebiet umgehend zu verlassen, da es sich zu nah an den zwischen Taiwan und Penghu verlaufenden Trasse mehrerer Unterseekabel befand. Erst gegen 3:30 Uhr habe der Frachter seinen Anker hochgezogen und sich in Bewegung gesetzt. Kurze Zeit später erhielt die Küstenwache die Nachricht, dass ein Unterseekabel in genau dieser Gegen durchtrennt wurde. Dabei war die "Hong Tai 58" das einzige Schiff in der Nähe.


Herkunft des Frachters unklar

Daraufhin zwang die taiwanische Küstenwache den Frachter, einen Hafen an­zu­lau­fen, und setzte das Schiff fest. Man prüft nun, ob die "Hong Tai 58" durch ein ab­sicht­li­ches Manöver für die Beschädigung des Unterseekabels ver­ant­wort­lich ist. Dabei sind diverse Fragen offen, da der in die Jahre gekommene Frach­ter äu­ßerst un­durch­sich­tige Ei­gen­tums­verhältnisse hat.

Das Schiff steht im Verdacht, unter einer gefälschten Registrierungsnummer gefahren zu sein und kurzfristig seinen Namen geändert zu haben. So iden­ti­fi­zier­te sich der Frachter auf dem Radar als "Hong Tai 58", wobei auf der Hülle der Schriftzug "Hong Tai 168" angebracht ist.

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Acht Chinesen an Bord

Außerdem besteht die achtköpfige Crew ausschließlich aus chinesischen Staatsbürgern, wobei das Schiff in der afrikanischen Republik Togo registriert sein soll. Unklar ist dabei, wo das Unternehmen, dem der Frachter derzeit gehört, beheimatet ist.

Der Frachter soll außerdem nicht auf mehrere Versuche der Kontaktaufnahme durch die taiwanische Küstenwache reagiert haben, obwohl er sich seit Samstag in den gleichen Gewässern aufhielt. Hinzu kommt, dass das Schiff eigentlich nicht für den Hochseebetrieb geeignet ist, sondern als Küstenschiff gelten soll.

Für Taiwan, auf das China seit Jahr­zehn­ten unrechtmäßig Ansprüche erhebt, gilt der Vorgang als Frage der na­tio­na­len Si­cher­heit. Unter anderem vermuten die Behörden, dass es sich um einen Fall von sogenannter "Grau­zonen­be­läs­ti­gung" handeln könnte. Damit sind Geschehnisse gemeint, mit denen die chinesische Re­gie­rung versucht, dem kleinen Nach­bar­land das Leben schwer zu machen, dabei aber ihre Spuren verwischen will.

Derzeit häuft sich die Zahl der Fälle, in denen es zu Ausfällen der von Taiwan aus verlaufenden Unterseekabel für die Internetkommunikation kommt. So gab es allein 2025 bereits fünf derartige Ausfälle, während es in den letzten beiden Jah­ren jeweils nur drei derartige Fälle gab. Auch in der Ostsee kam es zuletzt im­mer wie­der durch mutmaßliche und tatsächliche Beschädigungen von Un­ter­see­ka­beln durch Schiffe, die Russland oder China zugeordnet werden.

Zusammenfassung
  • Taiwan setzt verdächtiges Schiff mit chinesischer Crew fest
  • Frachter soll wichtiges Unterseekabel durchtrennt haben
  • Undurchsichtige Eigentumsverhältnisse und gefälschte Registrierung
  • Verdacht auf 'Grauzonenbelästigung' durch China
  • Häufung von Ausfällen bei taiwanesischen Unterseekabeln
  • Ähnliche Vorfälle in der Ostsee mit Verbindung zu Russland

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