Piraterie-Angebote im Netz müssen Tiefstand des Interesses hinnehmen
Die Online-Piraterie befindet sich weiterhin in einem stetigen Abwärtstrend. Entsprechende Angebote im Netz haben lange nicht mehr so wenige Besucher anziehen können, wie im vergangenen Jahr, zeigt ein Bericht des britischen Analyseunternehmens MUSO.
Es zeigten sich auch deutliche Verschiebungen zwischen den verschiedenen Inhaltskategorien. Mit Abstand am beliebtesten ist nach wie vor die Kategorie Fernsehen, die über 44 Prozent aller Piratenseiten-Aufrufe ausmacht. Überraschend stark im Aufwind ist jedoch die Verlagsbranche - besonders angetrieben durch die weltweite Nachfrage nach Mangas. Laut MUSO entfielen 2024 rund 30,7 Prozent der Piraterie-Besuche auf diesen Bereich. Manga-Titel machen inzwischen über 70 Prozent der illegal geteilten Verlagsinhalte aus.
Demgegenüber stagnieren klassische Buch-Inhalte bei nur fünf Prozent. Die steigende Beliebtheit digitaler Manga-Angebote über illegale Plattformen wird somit zum zentralen Treiber einer Kategorie, die sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt hat.
Die USA führen weiterhin die Liste der Länder mit den meisten Pirateriebesuchen an - 26,7 Milliarden Mal wurden dort 2024 Piratenseiten aufgerufen, was über zwölf Prozent des weltweiten Traffics ausmacht. Dahinter folgen Indien, Russland, Indonesien und Vietnam. Bei Aufrufen pro Internetnutzer liegen jedoch Kanada und die Ukraine vorn.
Siehe auch:
- Online-Piraterie befindet sich im Abwärtstrend, mit 216 Milliarden Besuchen
- Fernsehen bleibt mit 44 Prozent der Zugriffe beliebteste Pirateriekategorie
- Manga-Titel treiben Piraterie im Verlagsbereich auf über 30 Prozent an
- Musik- und Filmpiraterie verzeichnet deutliche Rückgänge um rund 19 Prozent
- USA führen mit 26,7 Milliarden Seitenaufrufen die Pirateriestatistik an
- Kanada und Ukraine haben höchste Piraterieaktivität pro Internetnutzer
Fernsehen und Mangas stützen die Szene
Rund 216 Milliarden Besuche auf Piraterieseiten wurden demnach weltweit registriert. Das klingt zwar viel, ist aber deutlich weniger als noch vor einiger Zeit. Im Vergleich zum Vorjahr gingen der Traffic auf entsprechenden Angeboten damit um rund 6 Prozent zurück, hieß es.Es zeigten sich auch deutliche Verschiebungen zwischen den verschiedenen Inhaltskategorien. Mit Abstand am beliebtesten ist nach wie vor die Kategorie Fernsehen, die über 44 Prozent aller Piratenseiten-Aufrufe ausmacht. Überraschend stark im Aufwind ist jedoch die Verlagsbranche - besonders angetrieben durch die weltweite Nachfrage nach Mangas. Laut MUSO entfielen 2024 rund 30,7 Prozent der Piraterie-Besuche auf diesen Bereich. Manga-Titel machen inzwischen über 70 Prozent der illegal geteilten Verlagsinhalte aus.
Demgegenüber stagnieren klassische Buch-Inhalte bei nur fünf Prozent. Die steigende Beliebtheit digitaler Manga-Angebote über illegale Plattformen wird somit zum zentralen Treiber einer Kategorie, die sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt hat.
Musik fällt stark
Rückläufig hingegen ist die Piraterie in den Bereichen Musik und Film. Bei Filmen verzeichnete MUSO einen Rückgang der Seitenzugriffe um 18 Prozent - bedingt unter anderem durch ein mageres Jahr bei Blockbuster-Veröffentlichungen. Im Musikbereich fiel das Minus mit 19 Prozent sogar noch deutlicher aus. Positive Faktoren wie der Erfolg legaler Streamingdienste wie Spotify oder Apple Music und sichere App-Ökosysteme tragen laut MUSO maßgeblich dazu bei.Die USA führen weiterhin die Liste der Länder mit den meisten Pirateriebesuchen an - 26,7 Milliarden Mal wurden dort 2024 Piratenseiten aufgerufen, was über zwölf Prozent des weltweiten Traffics ausmacht. Dahinter folgen Indien, Russland, Indonesien und Vietnam. Bei Aufrufen pro Internetnutzer liegen jedoch Kanada und die Ukraine vorn.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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