Experten entsetzt: US-Minister will Vogelgrippe einfach "laufen lassen"

US-Gesundheitsminister Kennedy Jr. schlägt vor, die Vogelgrippe un­kon­trol­liert durch Geflügelfarmen laufen zu lassen. Experten warnen vor diesem irren Plan, der nicht nur Millionen Tiere qualvoll sterben lassen, sondern auch das Pandemie-Risiko erhöhen würde.
Umwelt, Natur, Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Hühner, Massentierhaltung, Huhn, Stall, Geflügel

Vorschlag zur Vogelgrippe-Bekämpfung schockt Experten

Der neue US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sorgt mit einem äußerst umstrittenen Vorschlag zur Bekämpfung der Vogelgrippe für Entsetzen in der Fachwelt. Statt infizierte Geflügelbestände wie bisher zu keulen, plädiert er dafür, das H5N1-Virus unkontrolliert durch die Farmen "laufen zu lassen", wie er bereits mehrfach in Interviews, u. a. mit dem Trump-Haussender Fox News vor­ge­schla­gen hat. Sein erklärtes Ziel: Die wenigen überlebenden und somit immunen Vögel zu identifizieren und für die Zucht zu nutzen.

Führende Veterinärmediziner und Virologen warnen eindringlich vor den katastrophalen Folgen einer solchen Strategie. "Das ist eine wirklich furchtbare Idee, und zwar aus einer Reihe von Gründen,", erklärte Gail Hansen, ehemalige hauptverantwortliche Tierärztin des Bundesstaates Kansas, gegenüber der New York Times. Grund: Das Virus tötet 90 bis 100 Prozent der infizierten Hühner innerhalb von drei bis vier Tagen. Die Tiere sterben qualvoll, da das Virus praktisch jedes Organ befällt.

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Wie auch Scientific American schreibt, würde diese "Durchseuchungsstrategie" nicht nur zu einem massenhaften und qualvollen Sterben der Tiere führen, sondern auch die Gefahr einer gefährlichen Mutation des Virus drastisch erhöhen. Bei fünf Millionen Vögeln in einer Farm bedeute dies "fünf Millionen Chancen für das Virus zu mutieren", warnt Hansen.

Gefährliches Spiel mit dem Feuer

Die aktuelle Situation ist bereits alarmierend: Seit Januar 2022 gab es mehr als 1600 Ausbrüche in US-Farmen, bei denen über 166 Millionen Vögel betroffen waren. Experten betonen, dass jede weitere Infektion dem Virus neue Möglichkeiten zur Mutation bietet. Besonders besorgniserregend: Die Ideen des Impfgegners Kennedy, in dessen Zuständigkeit das eigentlich gar nicht fällt, werden auch von Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins unterstützt, die bereits Pilotprojekte mit "willigen Farmern" in Aussicht stellt.

Neben den gesundheitlichen Risiken würde dieser Ansatz auch massive wirtschaftliche Schäden verursachen. Internationale Handelspartner würden mit hoher Wahrscheinlichkeit Handelssperren gegen US-Geflügelprodukte verhängen. Zudem wären längere Quarantänezeiten und erhebliche Einnahmeausfälle für die Bauern die Folge.

Was haltet ihr von diesem riskanten Vorschlag zur Vogelgrippe-Bekämpfung? Teilt eure Gedanken zu den möglichen Konsequenzen für Mensch und Tier in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • US-Gesundheitsminister schlägt unkontrollierte Ausbreitung der Vogelgrippe vor
  • Experten warnen vor qualvollem Sterben von Millionen Tieren und Pandemierisiko
  • Kennedys Ziel: Immune Vögel für die Zucht identifizieren und nutzen
  • Virologen betonen das hohe Mutationsrisiko des Virus bei dieser Strategie
  • Seit Januar 2022 über 1600 Ausbrüche mit 166 Millionen betroffenen Vögeln
  • Landwirtschaftsministerin unterstützt Kennedys umstrittenen Vorschlag
  • Wirtschaftliche Folgen: Mögliche Handelssperren und Einnahmeausfälle für Bauern

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