Patch-Day: Microsoft behebt 63 Schwachstellen - 2 aktiv ausgenutzte

Beim jüngsten Windows Patch-Day hat Microsoft insgesamt 63 Sich­erheitslücken geschlossen, darunter zwei Schwachstellen, die bereits aktiv von unbekannten Angreifern ausgenutzt werden. Das müsst ihr jetzt wissen.
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Microsoft schließt 63 Sicherheitslücken

Von den behobenen Sicherheitslücken sind drei als kritisch, 57 als wichtig, eine als moderat und zwei als gering eingestuft. Zusätzlich wurden 23 Schwachstellen im Chromium-basierten Edge-Browser seit dem letzten Patch-Day behoben.

Zwei aktiv ausgenutzte Schwachstellen

Besonders im Fokus stehen zwei Elevation-of-Privilege-Schwachstellen, die Angreifern erweiterte Rechte auf einem System verschaffen könnten:

  • CVE-2025-21391 (CVSS-Score: 7.1): Eine Sicherheitslücke im Windows-Speicherverwaltungssystem, die es Angreifern ermöglicht, gezielt Dateien auf einem System zu löschen. Laut Microsoft können dabei zwar keine vertraulichen Informationen ausgelesen werden, doch könnten Angreifer essenzielle Daten entfernen und so Systeme unbrauchbar machen.
  • CVE-2025-21418 (CVSS-Score: 7.8): Ein Fehler im Windows Ancillary Function Driver (AFD.sys) für WinSock, der es Angreifern ermöglicht, Systemrechte zu erlangen.

Experten warnen, dass solche Schwachstellen oft in Kombination mit anderen Angriffsmethoden genutzt werden, um tiefer in Netzwerke einzudringen oder Spuren zu verwischen.


Eine vergleichbare Schwachstelle in demselben Treiber (CVE-2024-38193) wurde bereits 2024 von der Lazarus-Gruppe - einer nordkoreanischen Hackergruppe - ausgenutzt. Ob es auch diesmal eine Verbindung gibt, ist noch unklar.

Die US-Behörde CISA hat bereits beide Schwach­stellen in ihren Kata­log der be­kannten aus­ge­nutzten Sicher­heits­lücken (KEV) auf­ge­nommen und warnt nun vor der poten­ziellen Gefahr, die so lange be­steht, bis die jüngsten Updates installiert wurden. US-Bundes­behörden sind übrigens jetzt ver­pflichtet, die Patches bis zum 4. März 2025 einzu­spielen.

Kritische RCE-Sicherheitslücken geschlossen

Neben den zwei aktiv ausgenutzten Schwachstellen hat Microsoft auch kritische Remote-Code-Execution (RCE)-Lücken behoben, die Angreifer zur Übernahme von Systemen missbrauchen könnten:

  • CVE-2025-21198 (CVSS-Score: 9.0): Eine RCE-Schwachstelle im High Performance Compute (HPC) Pack, die es Angreifern erlaubt, durch speziell präparierte HTTPS-Anfragen Schadcode auf verbundenen Clustern oder Nodes auszuführen.
  • CVE-2025-21376 (CVSS-Score: 8.1): Eine Schwachstelle im Windows Lightweight Directory Access Protocol (LDAP), die bei erfolgreicher Ausnutzung eine Codeausführung auf Servern ermöglicht. LDAP ist essenziell für Active Directory, wodurch Angreifer bei einem erfolgreichen Angriff möglicherweise weitere Systeme im Netzwerk kompromittieren können.

NTLMv2-Hash-Diebstahl als weiteres Risiko

Ebenfalls behoben wurde CVE-2025-21377 (CVSS-Score: 6.5), eine Schwach­stelle, die es Angreifern ermöglicht, NTLMv2-Hashes zu stehlen. Damit könnten sie sich als ein anderer Nutzer authentifizieren und möglicherweise in interne Systeme eindringen.

Download Windows 10: Kumulativer Patch für das Oktober 2022-Update
Zusammenfassung
  • Microsoft schließt 63 Sicherheitslücken, davon zwei aktiv ausgenutzt
  • Zwei Elevation-of-Privilege-Schwachstellen im Fokus der Angreifer
  • CVE-2025-21391 und CVE-2025-21418 ermöglichen erweiterte Systemrechte
  • Kritische Remote-Code-Execution-Lücken in HPC Pack und LDAP behoben
  • NTLMv2-Hash-Diebstahl-Risiko durch CVE-2025-21377 adressiert
  • US-Bundesbehörden müssen Patches bis zum 4. März 2025 einspielen
  • Experten empfehlen schnelle Installation der Sicherheitsupdates

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