Shopify schaltet Store von Kanye West ab, aber nicht wegen Nazi-Shirts
Dass einer der bekanntesten Rapper über seinen Webshop Hakenkreuz-Shirts anbietet, nachdem er die Website mit einem bizarren Werbespot beim Superbowl gepusht hat, überrascht derzeit kaum. Der Grund, weshalb Shopify den Shop nun offline genommen hat, aber durchaus.
Stattdessen begründet man den Schritt intern damit, dass es sich bei der Aktion um einen "Stunt" gehandelt habe, durch den das Risiko eines großangelegten Betrugs entstanden sein soll. So habe es sich bei dem Verkauf der mit einem großen Hakenkreuz bedruckten T-Shirts zum Preis von 20 Dollar nicht um einen "gutwilligen Versuch, Geld zu verdienen, gehandelt", so Jess Hertz, die Chefanwältin von Shopify, in der internen Nachricht.
Ebendarum sei der von Shopify betriebene Store von dem Unternehmen abgeschaltet worden. Schwartz war allerdings auch bemüht, gegenüber den Mitarbeitern klarzustellen, dass die von West vermarkteten Nazi-T-Shirts "abscheulich, ekelhaft und unentschuldbar" seien. Dies habe aber keine Auswirkungen darauf gehabt, dass Shopify sich entschied, den Store abzuschalten.
Kanye West hatte im Lauf des Superbowls einen Werbespot geschaltet, in dem er die Zuschauer scheinbar aus einer Zahnarztpraxis begrüßte und erklärte, er habe all sein für den Spot vorgesehenes Geld für neue Zähne ausgegeben, weshalb er den Clip nun auf einem iPhone filmen müsse. Nach einiger Stotterei forderte er das Publikum dann auf, die Website yeezy.com aufzurufen. Was dort zu finden sein würde, erwähnte er in dem Werbespot nicht.
Wofür die beiden "H" gestanden haben dürften, kann sich hierzulande wohl jeder denken. Der Werbespot wurde allerdings nicht weltweit oder in den gesamten USA ausgestrahlt, sondern nur in bestimmten Märkten, wie es während der Übertragung des Superbowls üblich ist. Der Spot war laut lokalen Berichten unter anderem rund um die Metropole Los Angeles zu sehen, wo West lebt.
In einer von NBC News zitierten Stellungnahme erklärte West selbst, dass er "niemals ein Hakenkreuz-Shirt verkaufen würde", weil die Träger dieser Kleidung physisch angegriffen werden könnten. Dennoch schien der Verkauf der Shirts über seine Website am Wochenende tatsächlich zu starten.
Bevor das X-Konto von Kanye West im Laufe des Wochenendes ebenfalls gesperrt wurde, hatte er sich in einer Vielzahl von Posts massiv rassistisch und antisemitisch geäußert und allerhand Beleidigungen und Verschwörungstheorien über Menschen jüdischen Glaubens abgelassen.
Shopify wird unterdessen auch weiterhin weltweit von rassistischen Gruppen und anderen Shop-Betreibern für den Verkauf von Dingen genutzt, die in manchen Ländern wie Deutschland als illegal gelten. Das Unternehmen begründet dies damit, dass man einen "Platz für alle Arten von Produkten" bieten wolle, "selbst jene, mit denen wir nicht einverstanden sind, aber nicht für die Art von Produkten, die Schaden anrichten sollen".
Siehe auch:
Hakenkreuze sind für Shopify nicht das Problem
Laut einer internen Mitteilung des bekannten Web-Shop-Dienstleisters Shopify, die dem kanadischen Portal The Logic vorliegt, war es nicht etwa die in Deutschland verbotene Symbolik, die dazu geführt hat, dass das Unternehmen den Webshop von Kanye West, der sich heute gern einfach nur "Ye" nennt, offline genommen hat.Stattdessen begründet man den Schritt intern damit, dass es sich bei der Aktion um einen "Stunt" gehandelt habe, durch den das Risiko eines großangelegten Betrugs entstanden sein soll. So habe es sich bei dem Verkauf der mit einem großen Hakenkreuz bedruckten T-Shirts zum Preis von 20 Dollar nicht um einen "gutwilligen Versuch, Geld zu verdienen, gehandelt", so Jess Hertz, die Chefanwältin von Shopify, in der internen Nachricht.
Ebendarum sei der von Shopify betriebene Store von dem Unternehmen abgeschaltet worden. Schwartz war allerdings auch bemüht, gegenüber den Mitarbeitern klarzustellen, dass die von West vermarkteten Nazi-T-Shirts "abscheulich, ekelhaft und unentschuldbar" seien. Dies habe aber keine Auswirkungen darauf gehabt, dass Shopify sich entschied, den Store abzuschalten.
Shopify beruft sich auf Nutzungsbedingungen
Die Meinung zu dem Versuch, mit Nazi-Symbolik einen Skandal zu verursachen und auch noch Geld damit zu verdienen, sei aber kein Faktor gewesen. Einzig die Nutzungsbedingungen von Shopify würden gelten. Shopify konzentriere sich auf seine Nutzungsbedingungen, die Regelungen für akzeptable Nutzungsweise und weitere Richtlinien, wenn es um die "Moderation" der über seine Plattform vermarkteten Produkte ohne jede "Subjektivität" geht.Kanye West hatte im Lauf des Superbowls einen Werbespot geschaltet, in dem er die Zuschauer scheinbar aus einer Zahnarztpraxis begrüßte und erklärte, er habe all sein für den Spot vorgesehenes Geld für neue Zähne ausgegeben, weshalb er den Clip nun auf einem iPhone filmen müsse. Nach einiger Stotterei forderte er das Publikum dann auf, die Website yeezy.com aufzurufen. Was dort zu finden sein würde, erwähnte er in dem Werbespot nicht.
Hakenkreuz-Shirt mit Produktnummer 'HH-01'
Wer seit dem Super Bowl die von West betriebene Website yeezy.com aufrief, bekam dort statt der sonst üblichen Inhalte nur noch ein weißes T-Shirt mit einem großen schwarzen Hakenkreuz angezeigt, das zum Preis von 20 Dollar zu erwerben war. Neben dem Shirt wurde nur die Zeichenfolge "HH-01" angezeigt und sonst keine weitere Erklärung.Wofür die beiden "H" gestanden haben dürften, kann sich hierzulande wohl jeder denken. Der Werbespot wurde allerdings nicht weltweit oder in den gesamten USA ausgestrahlt, sondern nur in bestimmten Märkten, wie es während der Übertragung des Superbowls üblich ist. Der Spot war laut lokalen Berichten unter anderem rund um die Metropole Los Angeles zu sehen, wo West lebt.
Wests Sprecher spricht von freier Meinungsäußerung
Der selbst als rechtsextremer Publizist bekannte Sprecher von West, der Brite Milo Yiannopoulos, erklärte in einer Stellungnahme gegenüber NBC News, dass "Ye ein intergenerationaler Künstler und eine Ikone ist, der weiterhin die Grenzen der Kreativität und freien Meinungsäußerung neu definieren" wolle. West habe seinen Account bei dem vom Hitlergruß-Enthusiasten Elon Musk betriebenen Micro-Blogging-Dienst X vorläufig deaktiviert.In einer von NBC News zitierten Stellungnahme erklärte West selbst, dass er "niemals ein Hakenkreuz-Shirt verkaufen würde", weil die Träger dieser Kleidung physisch angegriffen werden könnten. Dennoch schien der Verkauf der Shirts über seine Website am Wochenende tatsächlich zu starten.
Bevor das X-Konto von Kanye West im Laufe des Wochenendes ebenfalls gesperrt wurde, hatte er sich in einer Vielzahl von Posts massiv rassistisch und antisemitisch geäußert und allerhand Beleidigungen und Verschwörungstheorien über Menschen jüdischen Glaubens abgelassen.
Shopify wird unterdessen auch weiterhin weltweit von rassistischen Gruppen und anderen Shop-Betreibern für den Verkauf von Dingen genutzt, die in manchen Ländern wie Deutschland als illegal gelten. Das Unternehmen begründet dies damit, dass man einen "Platz für alle Arten von Produkten" bieten wolle, "selbst jene, mit denen wir nicht einverstanden sind, aber nicht für die Art von Produkten, die Schaden anrichten sollen".
Zusammenfassung
- Shopify schaltet Kanye Wests Shop wegen Betrugsverdacht ab
- T-Shirts mit Hakenkreuzen für 20 Dollar nach Super-Bowl-Werbespot
- Shopify begründet Abschaltung mit Nutzungsbedingungen, nicht Symbolik
- Wests Sprecher bezeichnet ihn als 'intergenerationellen Künstler'
- West äußerte sich massiv rassistisch und antisemitisch auf X
- Shopify duldet weiterhin kontroverse Produkte auf seiner Plattform
- Unternehmen will 'Platz für alle Arten von Produkten' bieten
Siehe auch:
- Hakenkreuz und Hitler-Lob: Kanye West knallt durch, Twitter sperrt ihn
- Yeller? Kanye West kauft sich eine ultrakonservative Quatsch-Plattform
- Kanye West: Sperre nach Antisemitismus-Provokation auf Social Media
- Kanye West veröffentlicht Album auf 200$-Gerät, Piraterie explodiert
- Kanye West wegen Nicht-lange-Tidal-Exklusivität von "Pablo" verklagt
Thema:
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