Neue Technik nutzt globale Internetkabel für Erdbebenfrüherkennung
Internetkabel könnten bald zur Erdbebenfrüherkennung beitragen. Ein neuer Algorithmus ermöglicht es, das weltweite Glasfasernetz als Seismometer zu nutzen. Die Methode kombiniert Daten aus Glasfaserkabeln und herkömmlichen Erdbebenmessgeräten.
Das Verfahren nutzt eine "Rückwärtswanderung" (Back-Migration) der Messdaten, um Erdbebensignale zu identifizieren. Dabei werden die an verschiedenen Punkten gemessenen Schwingungen analysiert und daraus rückwärts der mögliche Ursprungsort eines Erdbebens berechnet. Die Methode filtert Störgeräusche effektiv heraus und erkennt nur echte Erdbebensignale - ähnlich wie ein intelligenter Rauschunterdrücker für seismische Wellen.
Dr. Thomas Hudson von der ETH Zürich erklärt: "Unser Ansatz kann Glasfasermessungen in bestehende Frühwarnsysteme für Erdbeben integrieren." Ein besonderer Vorteil ist die Vielseitigkeit: Die Technik wurde erfolgreich an sehr unterschiedlichen Orten getestet - auf dem Gornergletscher in den Schweizer Alpen, bei Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel auf Island und in geothermischen Bohrlöchern im Utah-Forge-Projekt.
Die im Geophysical Journal International veröffentlichte Methode ist als Open-Source-Software verfügbar. Damit können Seismologen weltweit die Technik nutzen und weiterentwickeln. Langfristig kann so ein dichteres globales Netz für die Erdbebenüberwachung entstehen, ohne dass zusätzliche Hardware installiert werden muss.
Siehe auch:
Erdbebenfrüherkennung: Internetkabel können es
Glasfaserkabel, die normalerweise Daten für Internet und Telefonie übertragen, können mit einer Technik namens verteilte akustische Sensorik (englisch: distributed acoustic sensing, DAS) zu empfindlichen Erdbebensensoren umfunktioniert werden. DAS nutzt winzige Unregelmäßigkeiten in den Lichtsignalen, die durch die Kabel geschickt werden, um Vibrationen im Boden zu erkennen. Der neue Algorithmus, entwickelt von Forschern der ETH Zürich, überwindet bisherige Hindernisse bei der Nutzung dieses Ansatzes.Das Verfahren nutzt eine "Rückwärtswanderung" (Back-Migration) der Messdaten, um Erdbebensignale zu identifizieren. Dabei werden die an verschiedenen Punkten gemessenen Schwingungen analysiert und daraus rückwärts der mögliche Ursprungsort eines Erdbebens berechnet. Die Methode filtert Störgeräusche effektiv heraus und erkennt nur echte Erdbebensignale - ähnlich wie ein intelligenter Rauschunterdrücker für seismische Wellen.
Dr. Thomas Hudson von der ETH Zürich erklärt: "Unser Ansatz kann Glasfasermessungen in bestehende Frühwarnsysteme für Erdbeben integrieren." Ein besonderer Vorteil ist die Vielseitigkeit: Die Technik wurde erfolgreich an sehr unterschiedlichen Orten getestet - auf dem Gornergletscher in den Schweizer Alpen, bei Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel auf Island und in geothermischen Bohrlöchern im Utah-Forge-Projekt.
Die im Geophysical Journal International veröffentlichte Methode ist als Open-Source-Software verfügbar. Damit können Seismologen weltweit die Technik nutzen und weiterentwickeln. Langfristig kann so ein dichteres globales Netz für die Erdbebenüberwachung entstehen, ohne dass zusätzliche Hardware installiert werden muss.
Wie funktioniert ein Seekabel?
Moderne Seekabel bestehen aus einem Kern aus Glasfasern, die von mehreren Schutzschichten umgeben sind. Diese Glasfasern übertragen Daten mittels Lichtsignalen über große Entfernungen.
Verstärker entlang der Kabelstrecke regenerieren die Signale alle 60-100 Kilometer, um eine stabile Datenübertragung zu gewährleisten. Die äußere Ummantelung schützt das Kabel vor Wasser, Druck und mechanischen Einwirkungen.
Verstärker entlang der Kabelstrecke regenerieren die Signale alle 60-100 Kilometer, um eine stabile Datenübertragung zu gewährleisten. Die äußere Ummantelung schützt das Kabel vor Wasser, Druck und mechanischen Einwirkungen.
Wie tief liegen Seekabel?
Die meisten Seekabel werden in Tiefen von 1000 bis 8000 Metern verlegt. In flacheren Gewässern werden sie zum Schutz vor Ankern und Fischernetzen bis zu 1,5 Meter tief im Meeresboden vergraben.
In besonders gefährdeten Bereichen wie Hafeneinfahrten oder stark befahrenen Gebieten können die Kabel auch in speziell ausgehobene Gräben oder Schutzrohre verlegt werden.
In besonders gefährdeten Bereichen wie Hafeneinfahrten oder stark befahrenen Gebieten können die Kabel auch in speziell ausgehobene Gräben oder Schutzrohre verlegt werden.
Was kosten Seekabel?
Die Kosten für ein Seekabel variieren stark, je nach Länge und Route. Ein typisches transatlantisches Seekabelprojekt kann zwischen 200 und 500 Millionen Euro kosten.
Die hohen Kosten entstehen nicht nur durch das Material selbst, sondern auch durch die aufwendige Verlegung, Wartung und den Betrieb spezieller Kabelverlegeschiffe.
Die hohen Kosten entstehen nicht nur durch das Material selbst, sondern auch durch die aufwendige Verlegung, Wartung und den Betrieb spezieller Kabelverlegeschiffe.
Wie lange halten Seekabel?
Die durchschnittliche Lebensdauer eines modernen Seekabels beträgt 25 Jahre. Allerdings können gut gewartete Kabel auch deutlich länger in Betrieb bleiben.
Die tatsächliche Nutzungsdauer wird oft weniger durch physische Alterung als durch den steigenden Bedarf an höheren Übertragungskapazitäten begrenzt.
Die tatsächliche Nutzungsdauer wird oft weniger durch physische Alterung als durch den steigenden Bedarf an höheren Übertragungskapazitäten begrenzt.
Wer repariert Seekabel?
Spezialisierte Unternehmen mit Kabelschiffen führen Reparaturen durch. Diese Schiffe sind mit Robotern und Spezialwerkzeugen ausgestattet, um Kabel aus großen Tiefen zu bergen.
Eine typische Reparatur dauert je nach Tiefe und Wetterbedingungen zwischen einer und drei Wochen. Die Kosten für eine einzelne Reparatur können mehrere Millionen Euro betragen.
Eine typische Reparatur dauert je nach Tiefe und Wetterbedingungen zwischen einer und drei Wochen. Die Kosten für eine einzelne Reparatur können mehrere Millionen Euro betragen.
Wie werden Seekabel verlegt?
Spezielle Kabelverlegeschiffe legen die Kabel mithilfe von GPS-gestützten Positionierungssystemen präzise auf dem Meeresboden ab. Die Verlegegeschwindigkeit beträgt dabei etwa 100-150 Kilometer pro Tag.
In Küstennähe kommen zusätzlich Unterwasserroboter zum Einsatz, die das Kabel im Meeresboden vergraben, um es vor Beschädigungen zu schützen.
In Küstennähe kommen zusätzlich Unterwasserroboter zum Einsatz, die das Kabel im Meeresboden vergraben, um es vor Beschädigungen zu schützen.
Was gefährdet Seekabel?
Die häufigsten Beschädigungen entstehen durch Fischernetze und Schiffsanker, die etwa 70% aller Kabelschäden verursachen. Auch Naturereignisse wie Unterwasser-Erdrutsche oder Erdbeben können Kabel beschädigen.
In jüngerer Zeit sind auch gezielte Sabotageakte eine wachsende Bedrohung. Daher werden wichtige Kabelrouten zunehmend überwacht und geschützt.
In jüngerer Zeit sind auch gezielte Sabotageakte eine wachsende Bedrohung. Daher werden wichtige Kabelrouten zunehmend überwacht und geschützt.
Wie schnell sind Seekabel?
Moderne Seekabel erreichen Übertragungsraten von mehreren Terabit pro Sekunde. Ein einzelnes Kabel kann theoretisch Millionen von Internetverbindungen gleichzeitig übertragen.
Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Länge des Kabels, der eingesetzten Technik und der Anzahl der Verstärker entlang der Strecke.
Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Länge des Kabels, der eingesetzten Technik und der Anzahl der Verstärker entlang der Strecke.
Zusammenfassung
- Neuer Algorithmus nutzt globales Glasfasernetz als Seismometer
- Verteilte akustische Sensorik erkennt Vibrationen in Glasfaserkabeln
- Rückwärtswanderung der Messdaten identifiziert Erdbebensignale
- Die Methode filtert Störgeräusche und erkennt echte Erdbebensignale
- Technik wurde an verschiedenen Orten erfolgreich getestet
- Open-Source-Software ermöglicht weltweite Nutzung und Weiterentwicklung
- Potenzial für dichteres globales Netz zur Erdbebenüberwachung
Siehe auch:
- Ostsee: Wieder Unterseekabel defekt - wieder Schiff beschlagnahmt
- Kabelschäden in der Ostsee: Es gibt auch Zweifel an der Sabotage-These
- Vandalismus: Unzerstörbare Ladekabel für E-Autos sind in Arbeit
- Angriffe auf Unterseekabel: NATO arbeitet an Notfallsystem
- Zerstörte Unterseekabel: Finnen finden Beweise auf dem Meeresgrund
Thema:
Beliebte Open-Source-Downloads
Videos zum Thema
Beiträge aus dem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Massiver Firewall-Hack: Viele der wichtigsten Netze der Welt geknackt
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- Microsoft kippt Lizenzmodell: Copilot Cowork mit Verbrauchsabrechnung
- Projekt Nova: Firefox führt neue Roadmap ein, das steckt dahinter
- "Rennen" geht weiter: Microsoft arbeitet an Fix für Zero-Day-Lücke
- Nintendo-Hack: Spielekonzern verweigert die Lösegeldzahlung
- WoW Classic Plus: Dataminer finden Hinweise auf Projekt Camelot
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen