Sicherheitsrisiko: Deutsche Mail-Server besonders oft unverschlüsselt
Millionen Nutzer rufen ihre E-Mails von einem Server ab, um sie auf ihrem PC oder Smartphone zu lesen. Dabei sendet eine riesige Anzahl der Hosts die ausgetauschten Informationen unverschlüsselt. In Deutschland kommt das im weltweiten Vergleich besonders häufig vor.
Ein Protokoll namens TLS (Transport Layer Security) sorgt dafür, dass alle zwischen Server und Endgeräten hin und her gesendeten Daten wie Mail-Inhalte oder Nutzernamen und Passwörter für den Login verschlüsselt sind. Ist dieses Protokoll nicht aktiviert, werden alle diese Informationen im Klartext übertragen, was ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Wie die Statistiken der Erhebung zeigen, belegt Deutschland im weltweiten Vergleich mit ca. 1,1 Millionen ungesicherten Servern (524.000 POP3, 561.000 IMAP) einen traurigen zweiten Platz hinter den USA. In den meisten anderen europäischen Ländern wie etwa Frankreich (ca. 228.000) oder dem Vereinten Königreich (ca. 162.000) sind die Zahlen deutlich niedriger.
Wie ShadowServer auf X mitteilt, hat man damit begonnen, die Hosts über diese Sicherheitslücke zu informieren. "Wenn Sie diese Meldung von uns erhalten, aktivieren Sie bitte die TLS-Unterstützung für POP3 / IMAP und überlegen Sie, ob der Dienst überhaupt aktiviert oder hinter ein VPN verlegt werden muss", heißt es.
Siehe auch:
Unverschlüsselter E-Mail-Verkehr
Um E-Mails mit einem Client von einem Server abzurufen, um sie im Anschluss lokal auf einem Smartphone oder Laptop zu lesen, können unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen. IMAP und POP3 sind zwei davon. Vereinfacht gesagt werden die Nachrichten bei der Verwendung von POP3 (Post Office Protocol 3), der älteren der beiden Möglichkeiten, nur auf ein einzelnes lokales Gerät heruntergeladen und in der Regel vom Server gelöscht. Ein Abgleich mit anderen Geräten findet nicht statt. Bei der Verwendung von IMAP hingegen verbleiben die Nachrichten auf dem Server, sodass sie auch über mehrere Endgeräte hinweg synchronisiert werden können.Ein Protokoll namens TLS (Transport Layer Security) sorgt dafür, dass alle zwischen Server und Endgeräten hin und her gesendeten Daten wie Mail-Inhalte oder Nutzernamen und Passwörter für den Login verschlüsselt sind. Ist dieses Protokoll nicht aktiviert, werden alle diese Informationen im Klartext übertragen, was ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Deutsche Server besonders häufig ohne TLS
Wie eine Erhebung von ShadowServer jetzt zeigt, verzichten weltweit etwa 3,3 Millionen Hosts auf eine Verschlüsselung mit TLS. Die Daten der Nutzer sind damit nicht vor sogenannten Sniffing Angriffen geschützt und können unter Umständen ausgelesen werden.Wie die Statistiken der Erhebung zeigen, belegt Deutschland im weltweiten Vergleich mit ca. 1,1 Millionen ungesicherten Servern (524.000 POP3, 561.000 IMAP) einen traurigen zweiten Platz hinter den USA. In den meisten anderen europäischen Ländern wie etwa Frankreich (ca. 228.000) oder dem Vereinten Königreich (ca. 162.000) sind die Zahlen deutlich niedriger.
Wie ShadowServer auf X mitteilt, hat man damit begonnen, die Hosts über diese Sicherheitslücke zu informieren. "Wenn Sie diese Meldung von uns erhalten, aktivieren Sie bitte die TLS-Unterstützung für POP3 / IMAP und überlegen Sie, ob der Dienst überhaupt aktiviert oder hinter ein VPN verlegt werden muss", heißt es.
TLS ist nichts Neues
TLS wurde bereits 1999 eingeführt. Version 1.1 folgte 2006. Mittlerweile haben Unternehmen wie Microsoft diese beiden ursprünglichen Varianten aus Sicherheitsgründen aber schon wieder in Rente geschickt. Gleiches gilt für die Dienste von Google, Apple und Mozilla. Seit 2020 kommt unter Windows standardmäßig TLS 1.3 zum Einsatz.
Zusammenfassung
- POP3 und IMAP sind Methoden zum Abrufen von E-Mails auf Endgeräten
- TLS verschlüsselt Daten zwischen Server und Endgerät für mehr Sicherheit
- 3,3 Millionen Hosts weltweit verzichten auf TLS-Verschlüsselung
- Deutschland belegt mit 1,1 Millionen ungesicherten Servern Platz zwei
- ShadowServer informiert betroffene Hosts über die Sicherheitslücke
- TLS wurde 1999 eingeführt, aktuell ist Version 1.3 Standard unter Windows
- Unverschlüsselte Übertragung birgt Risiko von Sniffing-Angriffen
Siehe auch:
- 5 vor 12: Sicherheitsexperten mahnen Windows 10 Security-Fiasko an
- McDelivery-Hack: McDonalds speist Sicherheitsforscher billig ab
- BSI warnt Edge- und Chrome-Nutzer vor kritischen Sicherheitslücken
- TP-Link Router: US-Behörden ermitteln, Verbot wegen Sicherheitsrisiko?
- BSI veröffentlicht Sicherheitswarnung für Edge- und Chrome-Nutzer
Thema:
Neueste Downloads
Beliebt im Preisvergleich
- Internet Security:
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen