Dreifaches Gehalt: China will Chip-Experten bei Zeiss abwerben
Die Sanktionen gegen die chinesische Halbleiter-Industrie haben Folgen: Das Land kommt seit geraumer Zeit nicht mehr an die modernsten Technologien im Chip-Sektor. Um aufzuholen, versucht man auch, hierzulande Spezialisten für den Bereich abzuwerben.
Der Vorfall löste eine Untersuchung durch den deutschen Verfassungsschutz aus. Die Behörde befürchtet, dass Huawei durch solche Abwerbungsversuche Zugang zu hochsensiblen Technologien erlangen könnte. Derartige Bemühungen stehen im Zusammenhang mit Chinas verstärkten Versuchen, Know-how aus westlichen Ländern zu gewinnen, insbesondere in Schlüsselbereichen wie künstlicher Intelligenz und Halbleitertechnik.
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Zeiss SMT ist ein zentraler Lieferant des niederländischen Unternehmens ASML, dem weltweit einzigen Hersteller der hochspezialisierten EUV-Lithografiemaschinen, die für die Produktion modernster Chips mit Strukturen von 5 Nanometern und weniger unverzichtbar sind. Ohne diese Technologie ist es China bislang nicht möglich, Halbleiter der neuesten Generation herzustellen. Die EUV-Systeme gelten als derart komplex und geheimhaltungsbedürftig, dass Besuche in den ASML-Werken streng reglementiert sind.
Während einige Länder wie Taiwan strenge Gesetze gegen die Weitergabe sensibler Technologien eingeführt haben, zögern Deutschland und andere europäische Staaten noch, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Bundesregierung hat Huawei zwar von kritischen Teilen des deutschen Telekommunikationsnetzes ausgeschlossen, doch das Unternehmen betreibt weiterhin Forschungszentren in Deutschland und bleibt aktiv im Markt.
Siehe auch:
Es geht um Fertigungstechnik
Mitarbeiter des deutschen Technologieunternehmens Zeiss SMT, das zentrale Komponenten für die Produktion moderner Halbleiter herstellt, meldeten im Herbst vergangenen Jahres eine besorgniserregende Entwicklung: Der chinesische Technologiekonzern Huawei versuchte offenbar, Fachkräfte gezielt abzuwerben. Die betroffenen Mitarbeiter erhielten über LinkedIn, E-Mails und Telefonate lukrative Angebote - mit Gehältern, die bis zu dreimal so hoch waren wie ihre aktuellen Bezüge, berichte das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider.Der Vorfall löste eine Untersuchung durch den deutschen Verfassungsschutz aus. Die Behörde befürchtet, dass Huawei durch solche Abwerbungsversuche Zugang zu hochsensiblen Technologien erlangen könnte. Derartige Bemühungen stehen im Zusammenhang mit Chinas verstärkten Versuchen, Know-how aus westlichen Ländern zu gewinnen, insbesondere in Schlüsselbereichen wie künstlicher Intelligenz und Halbleitertechnik.
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Kein gesetzlicher Schutz
Huawei steht nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern im Verdacht, durch systematische Rekrutierungsversuche an sensibles Fachwissen gelangen zu wollen. In Taiwan wurden beispielsweise zwischen 2020 und Mitte 2024 etwa 90 Fälle von Talentabwerbung durch chinesische Firmen untersucht.Während einige Länder wie Taiwan strenge Gesetze gegen die Weitergabe sensibler Technologien eingeführt haben, zögern Deutschland und andere europäische Staaten noch, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Bundesregierung hat Huawei zwar von kritischen Teilen des deutschen Telekommunikationsnetzes ausgeschlossen, doch das Unternehmen betreibt weiterhin Forschungszentren in Deutschland und bleibt aktiv im Markt.
Zusammenfassung
- China versucht, Chip-Experten von Zeiss mit Dreifach-Gehalt abzuwerben
- Huawei kontaktierte Mitarbeiter über LinkedIn, E-Mail und Telefon
- Deutscher Verfassungsschutz untersucht Abwerbungsversuche
- Zeiss SMT ist wichtiger Zulieferer für ASML's EUV-Lithografiemaschinen
- China fehlt Zugang zu modernster Chip-Herstellungstechnologie
- Taiwan untersuchte 90 Fälle von Talentabwerbung durch chinesische Firmen
- Deutschland zögert bei Einführung strenger Gesetze gegen den Technologietransfer
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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