Linux-Gründer schimpft genervt über ständige Hardware-Schwachstellen

Als Leiter der Linux-Kernel-Entwicklung ist Linus Torvalds zunehmend genervt von Sicherheits-Problemen, die von der Hardware mitgebracht werden. Denn letztlich wird immer wieder auch von den Software-Entwicklern erwartet, dass sie die daraus entstehenden Probleme lösen.
Cpu, Prozessor, Chip, Hardware, SoC, Gpu, Prozessoren, Chips, Mainboard, Nanometer, System On Chip, Motherboard, Platine, Komponenten, Leiterplatte

"Ich habe die Nase voll"

Torvalds äußerte sich im Rahmen einer technischen Diskussion über die Funktion barrier_nospec() in der copy_from_user()-Routine zu dem Thema. Diese Funktion soll Sicherheitslücken vorbeugen, wird jedoch als "übertrieben und extrem langsam" kritisiert. Das Gespräch entwickelte sich schnell zu einer tiefergehenden Diskussion über das Verhalten von CPUs und die Anforderungen neuer Intel-Prozessoren, die das Linear Address Masking (LAM) unterstützen, sowie die zunehmenden Herausforderungen im Umgang mit CPU-Sicherheitslücken.

Torvalds thematisierte, dass einige der vorgeschlagenen Code-Änderungen möglicherweise nicht mit neuen Intel-Prozessoren wie "Arrow Lake" und "Lunar Lake" funktionieren. Aufgrund der Unklarheit über das Verhalten bestimmter CPUs wurde vorgeschlagen, den Kernel-Code vorsorglich zu modifizieren. In seiner gewohnt direkten Art lehnte Torvalds dieses Ansinnen ab, wie das Magazin Phoronix berichtete.


"Ehrlich gesagt, ich habe die Nase voll von fehlerhafter Hardware und rein theoretischen Angriffen, die in der Praxis noch nie aufgetreten sind. Diesmal sollten wir den Hardware-Herstellern den schwarzen Peter zuschieben und ihnen sagen, dass es ihr verdammtes Problem ist. Wenn sie nicht einmal in der Lage sind, klare Antworten zu geben, warten wir einfach ab. Lasst uns die Verantwortung dorthin schieben, wo sie hingehört, und nicht auf jede potenzielle Schwäche von schlechter Hardware eingehen, nur weil es vielleicht ein Problem sein könnte", erklärte der Linux-Gründer.

Immer neue Workarounds

In Bezug auf die neuen Intel-Prozessoren mit LAM kommentierte der Intel-Ingenieur Kirill Shutemov, dass LAM zwar eigene Spekulationsprobleme mit sich bringe, diese jedoch durch eine kommende Technologie namens LASS (Linear Address Space Separation) behoben werden sollen. Es gab bereits einen Patch, um LAM vorübergehend zu deaktivieren, bis LASS eingeführt wird. Dieser Patch wurde jedoch bisher nicht implementiert.

Diese Debatte spiegelt die zunehmenden Herausforderungen wider, denen sich das Linux-Team und andere Entwickler in Bezug auf Sicherheitslücken und die Komplexität moderner Hardware gegenübersehen. Torvalds' Frust zeigt, wie schwierig es geworden ist, mit ständig neuen Spekulationsproblemen und Hardwarefehlern umzugehen, die durch CPU-Hersteller verursacht werden.

Zusammenfassung
  • Linus Torvalds kritisiert häufige Sicherheitsprobleme durch Hardware
  • Diskussion über Funktion barrier_nospec() zur Vorbeugung von Lücken
  • Torvalds lehnt vorsorgliche Kernel-Änderungen für neue Intel-CPUs ab
  • Linux-Gründer will Verantwortung auf Hardware-Hersteller übertragen
  • Intel plant LASS-Technologie zur Behebung von LAM-Spekulationsproblemen
  • Die Debatte zeigt Herausforderungen durch Sicherheitslücken und Komplexität
  • Torvalds' Frust über ständige neue Probleme durch CPU-Hersteller

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!