Gaming: Kinder mit "begrenzter Finanzkompetenz" Opfer von EA & Co.

Gestern ging eine Beschwerde bei EU-Behörden über große Videospielhersteller ein. Diese würden unter anderem Kinder mit unlauteren Methoden manipulieren, um ihnen immer mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Deshalb macht man jetzt konkrete Vorschläge.

Beschwerde gegen Blizzard und Co.

Der Europäische Verbraucherverband (BEUC) mit seinen insgesamt 22 verschiedene Organisationen und Mitgliedern aus 17 Ländern, darunter auch der deutsche vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband), hat eine Beschwerde über führende Hersteller von Computerspielen bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Dabei geht es um die teils "irreführenden" und "unfairen" Praktiken, die dazu führen, dass Spieler im Rahmen von In-Game-Käufen immer mehr Geld in Spielen ausgeben. Namentlich erwähnt werden dabei die Unternehmen Activision Blizzard, Electronic Arts, Epic Games, Mojang Studios, Roblox Corporation, Supercell und Ubisoft.


So wären die tatsächlichen Kosten digitaler Gegenstände für die Verbraucher nicht ersichtlich, heißt es in der Pressemitteilung zur Beschwerde. Die Verwendung von In-Game-Währungen und die Notwendigkeit, zusätzliche Währung in Paketen zu kaufen, führe zu überhöhten Ausgaben. Daher verlangen die Verbraucherschützer, dass der Echtgeldpreis bei Käufen im Spiel immer direkt angezeigt wird.

Die Spieler sollten sich nicht auf einen Taschenrechner verlassen müssen, wenn sie eine informierte Entscheidung darüber treffen wollen, wie viel sie ausgeben wollen. Das Geld, das sie ausgeben, sollte in echtem Geld angezeigt werden, und betrügerischen Praktiken muss Einhalt geboten werden.
Agustín Reyna - Generaldirektor, BEUC

Besonders Kinder sind gefährdet

Vor allem Minderjährige seien aufgrund ihrer "begrenzten Finanzkompetenz" besonders anfällig für die eingesetzten manipulativen Taktiken. Sie bildeten jedoch die Gruppe, die am häufigsten Videospiele spielte. So würden europäische Kinder auch aufgrund der manipulativen Taktiken im Durchschnitt monatlich mittlerweile 39 Euro für In-Game-Käufe ausgeben.

"Heutzutage werden die Verbraucher mit Premiumwährungen im Spiel absichtlich getäuscht, was für Kinder eine große Belastung darstellt. Die Unternehmen sind sich der Anfälligkeit von Kindern bewusst und nutzen Tricks, um jüngere Verbraucher dazu zu bringen, mehr Geld auszugeben", gibt Reyna weiterhin zu bedenken.

Gesetzgeber reagieren bereits

Immer wieder gibt es Beschwerden gegen Videospielhersteller aufgrund von Verkaufstaktiken, mit denen digitale Güter in Spielen an die Kunden verkauft werden. So wurde unter anderem Nintendo aufgrund der Lootboxen in Mario Kart verklagt. Länder wie Belgien und die Niederlande verboten sogar die Veröffentlichung von Diablo Immortal, da die darin enthaltenen Mechaniken als illegales Glücksspiel eingestuft wurden. Auch in Deutschland hat man bereits reagiert und das Jugendschutzgesetz nachgebessert.

Zusammenfassung
  • Beschwerde gegen Videospielhersteller bei EU eingereicht
  • Firmen nutzen "irreführende" und "unfaire" Praktiken
  • Unter anderem Blizzard, Electronic Arts und Epic Games genannt
  • BEUC fordert Anzeige von Echtgeldpreisen bei In-Game-Käufen
  • Manipulative Taktiken besonders gefährlich für Minderjährige
  • Durchschnittsausgaben europäischer Kinder liegen bei 39 Euro monatlich
  • Länder wie Belgien und Niederlande greifen mit Verboten ein
  • Deutschland verschärfte bereits Jugendschutzgesetz

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