Russland investiert große Summen in Zensur und VPN-Blockaden

Die enormen Kosten der Invasion der Ukraine und der Bewältigung der Sanktions-Folgen sorgen zwar für zunehmende Geldknappheit in der russischen Staatskasse. Doch um die Zensur-Vorhaben im Internet voranzubringen, kratzt man noch hunderte Millionen Euro zusammen.
Hacker, Malware, Angriff, Hack, Kriminalität, Russland, Virus, Schadsoftware, Exploit, Cybercrime, Hacking, Hackerangriff, Internetkriminalität, Darknet, Hacker Angriff, Hacker Angriffe, Hacken, Attack, Ransom, Hacks, Russische Hacker

Immer mehr Hardware

Russlands Kommunikationsbehörde Roskomnadzor plant, in den kommenden fünf Jahren 59 Milliarden Rubel (über 580 Millionen Euro) in den Ausbau ihrer Fähigkeiten zur Filterung von Internetverkehr zu investieren. Dies berichtete die russische Ausgabe von Forbes am Dienstag (via Bloomberg).

Das Geld soll laut Forbes vor allem in die Modernisierung von Hardware fließen, die genutzt wird, um den Internetverkehr zu filtern und bestimmte Ressourcen zu blockieren oder zu verlangsamen. Die russische Regierung hatte bereits 2019 ein Gesetz verabschiedet, das es dem Land ermöglicht, sich vollständig vom globalen Internet abzukoppeln, im Rahmen einer Kampagne zur Wahrung der sogenannten "digitalen Souveränität".


Nach dem großangelegten Einmarsch in die Ukraine zwang der Kreml mehrere ausländische soziale Medien und Internetunternehmen zum Rückzug, obwohl viele Dienste weiterhin über virtuelle private Netzwerke (VPNs) zugänglich sind. Durch die geplanten Systemverbesserungen sollen die russischen Behörden aber besser in die Lage versetzt werden, den Zugriff auf VPNs einzuschränken. Seit 2020 wird jährlich neue Hardware angeschafft, da der Traffic stetig wächst, erklärte der Pressedienst von Roskomnadzor laut Forbes.

VPNs sind kritisch

Die Maßnahmen der russischen Regierung stehen im Kontext einer globalen Auseinandersetzung um die Kontrolle und Zensur des Internets. Während Russland seine digitalen Barrieren verstärkt, bemüht sich die internationale Gemeinschaft, dem entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang hatte die Biden-Regierung erst kürzlich Vertreter großer Technologieunternehmen wie Amazon, Google und Microsoft zu Gesprächen eingeladen, um über von der Regierung finanzierte Werkzeuge zur Umgehung von Internetzensur zu diskutieren.

Mit diesen Investitionen unternimmt Russland einen weiteren Schritt zur Festigung seiner Kontrolle über den heimischen Internetverkehr. Die verstärkte Blockade von VPN-Diensten könnte es den russischen Behörden erleichtern, den Zugang zu unerwünschten Inhalten zu beschränken und die Kommunikation innerhalb des Landes strenger zu überwachen.

Zusammenfassung
  • Roskomnadzor plant 59 Milliarden Rubel für Internetfilterung
  • Investitionen fließen in Hardware zur Verkehrsüberwachung
  • Gesetz von 2019 ermöglicht Trennung vom globalen Internet
  • Einschränkungen für VPNs sollen verschärft werden
  • Neue Hardware wird jährlich aufgrund steigenden Traffics benötigt
  • Globale Auseinandersetzung um Internetkontrolle und -zensur
  • Biden-Regierung diskutiert Anti-Zensur-Tools mit Tech-Giganten

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!