Klima, Vernachlässigung: 25% aller US-Brücken drohen einzustürzen
Klimawandel setzt US-Brücken massiv zu und Experten befürchten, dass viele bis 2050 einstürzen könnten. Sie warnen vor einer Infrastrukturkrise: Denn die US-Regierung investiert Milliarden, doch nach jahrzehntelanger Vernachlässigung stellt sich die Frage: Ist es zu spät?
Paul Chinowsky, Professor für Bauingenieurwesen an der University of Colorado Boulder, warnt in der New York Times: "Wir haben eine Brückenkrise, die speziell mit extremen Wetterereignissen zusammenhängt." Etwa 25 Prozent der US-Brücken wurden vor 1960 gebaut und diese einerseits in die Jahre gekommen, andererseits sind für die heutigen klimatischen Bedingungen nicht ausgelegt.
Zunehmende Niederschläge verschärfen das Problem zusätzlich. Dazu kommt, dass Überschwemmungen und Bodenerosion die Stabilität der Brückenfundamente gefährden. Laut Experten ist die sogenannte "Brückenunterspülung" die häufigste Ursache für Brückeneinstürze in den USA.
Wohlgemerkt sind nicht nur alte Brücken betroffen: Hussam Mahmoud, Professor an der Colorado State University, untersuchte die Auswirkungen des Klimawandels auf Stahlbrücken neuerer Baujahre. Er fand heraus, dass selbst relativ neue Brücken, teils erst zehn Jahre alt, bereits erhebliche Schäden aufweisen.
Trotz der Investitionen bleibt die Aufgabe gewaltig. Experten betonen, dass Standards für klimaresistente Brücken erst entwickelt werden müssen. "Wir lernen aus den Ereignissen, die auf uns zukommen, und versuchen, uns für das zu wappnen, was der Klimawandel als Nächstes bringt, aber es ist ein bewegliches Ziel", sagt Jim Tymon von der American Association of State Highway and Transportation Officials. Einige Staaten wie Colorado und Vermont gehen mit gutem Beispiel voran und integrieren Klimaresilienz in ihre Bauvorhaben. Doch die Kosten sind enorm: In Vermont ist der Bau einer hochwasserresistenten Brücke 30 bis 40 Prozent teurer.
Ein interessantes Detail am Rande: Die Golden Gate Bridge in San Francisco, eines der bekanntesten Wahrzeichen der USA, wurde so konstruiert, dass sie sich bei extremen Temperaturen um bis zu 4,9 Meter in der Länge ausdehnen oder zusammenziehen kann. Dies zeigt, dass die Lösung wetter- und klimabedingter Herausforderungen schon lange auf dem Radar der Ingenieure steht.
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US-Brückeninfrastruktur
Der Klimawandel stellt eine wachsende Bedrohung für die alternde Brückeninfrastruktur in den USA dar. Wie die New York Times berichtet, könnte ein Viertel aller amerikanischen Brücken bis 2050 einstürzen. Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Überschwemmungen beschleunigen den Verfall der oftmals jahrzehntealten Bauwerke.Paul Chinowsky, Professor für Bauingenieurwesen an der University of Colorado Boulder, warnt in der New York Times: "Wir haben eine Brückenkrise, die speziell mit extremen Wetterereignissen zusammenhängt." Etwa 25 Prozent der US-Brücken wurden vor 1960 gebaut und diese einerseits in die Jahre gekommen, andererseits sind für die heutigen klimatischen Bedingungen nicht ausgelegt.
Problem steigender Temperaturen
Starke Temperaturschwankungen lassen Metall und Beton sich ausdehnen und zusammenziehen, was die Struktur schwächt. "Es wird so heiß, dass die Teile, die Beton und Stahl zusammenhalten, buchstäblich wie Tinkertoys (Anm. der Redaktion: ein Konstruktionsset aus Holz für Kinder) auseinanderfallen können", erklärt Chinowsky.Zunehmende Niederschläge verschärfen das Problem zusätzlich. Dazu kommt, dass Überschwemmungen und Bodenerosion die Stabilität der Brückenfundamente gefährden. Laut Experten ist die sogenannte "Brückenunterspülung" die häufigste Ursache für Brückeneinstürze in den USA.
Folgen für Wirtschaft und Kunden
Die Auswirkungen maroder Brücken sind bereits spürbar. Sperrungen und Umwege behindern den Güterverkehr und treiben die Kosten in die Höhe. Dan Murray vom American Transportation Research Institute schätzt, dass eine Brückensperrung die Transportkosten um 2,5 Millionen Dollar pro Tag erhöhen kann: Bei vielen dieser Brückensperrungen müssen die Lkw weitaus mehr Umwege fahren als sonst. Das bedeutet einen Mehraufwand von 15 bis 100 Meilen pro Fahrt, wobei eine Lkw-Fahrt in der Regel etwa 91 Dollar pro Stunde kostet", sagt Murray. "Das wird sehr inflationär. Wir kaufen die gleichen Waren, und die unerwarteten Kosten werden an die Verbraucher weitergegeben."Wohlgemerkt sind nicht nur alte Brücken betroffen: Hussam Mahmoud, Professor an der Colorado State University, untersuchte die Auswirkungen des Klimawandels auf Stahlbrücken neuerer Baujahre. Er fand heraus, dass selbst relativ neue Brücken, teils erst zehn Jahre alt, bereits erhebliche Schäden aufweisen.
Milliardeninvestitionen
Die US-Regierung hat das Problem erkannt und so wurde 2021 u. a. ein parteiübergreifendes Infrastrukturgesetz verabschiedet. Es sieht 110 Milliarden Dollar für die Reparatur und den Bau von Straßen, Brücken und anderen Verkehrsprojekten vor.Trotz der Investitionen bleibt die Aufgabe gewaltig. Experten betonen, dass Standards für klimaresistente Brücken erst entwickelt werden müssen. "Wir lernen aus den Ereignissen, die auf uns zukommen, und versuchen, uns für das zu wappnen, was der Klimawandel als Nächstes bringt, aber es ist ein bewegliches Ziel", sagt Jim Tymon von der American Association of State Highway and Transportation Officials. Einige Staaten wie Colorado und Vermont gehen mit gutem Beispiel voran und integrieren Klimaresilienz in ihre Bauvorhaben. Doch die Kosten sind enorm: In Vermont ist der Bau einer hochwasserresistenten Brücke 30 bis 40 Prozent teurer.
Von Boom zu Bust
Die Problematik der alternden Brückeninfrastruktur in den USA hat eine lange Geschichte. Viele der betroffenen Brücken wurden während des Bau-Booms in den 1950er und 1960er Jahren errichtet, als das Interstate Highway System entstand. Dieses Projekt, initiiert von Präsident Dwight D. Eisenhower, war bis zu diesem Zeitpunkt das größte öffentliche Bauprojekt in der Geschichte der USA.Ein interessantes Detail am Rande: Die Golden Gate Bridge in San Francisco, eines der bekanntesten Wahrzeichen der USA, wurde so konstruiert, dass sie sich bei extremen Temperaturen um bis zu 4,9 Meter in der Länge ausdehnen oder zusammenziehen kann. Dies zeigt, dass die Lösung wetter- und klimabedingter Herausforderungen schon lange auf dem Radar der Ingenieure steht.
Zusammenfassung
- Ein Viertel der US-Brücken könnte bis 2050 einstürzen
- Extreme Wetterereignisse beschleunigen den Verfall
- Ein Viertel der Brücken sind vor 1960 erbaut und klimatisch ungeeignet
- Temperaturschwankungen schwächen Metall und Beton
- Brückenunterspülung ist Hauptursache für Einstürze
- Brückensperrungen erhöhen Transportkosten erheblich
- 110 Milliarden Dollar für Infrastrukturprojekte seit 2021 bereitgestellt
- Klimaresistente Baustandards müssen noch entwickelt werden
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