Ex-Microsoft-Ingenieur baut PDP-11-Computer aus Schrottplatzteilen

Ex-Microsoft-Entwickler Dave Plummer überrascht mit seinem faszi­nie­renden neuen Retro-Projekt: In einem YouTube-Video zeigt er, wie er einen PDP-11-Minicomputer aus Ersatzteilen wiederaufbaut. Eine spannende Reise in die Computertechnik der 1970er-Jahre.
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Dave Plummer

Altes Eisen erwacht zu neuem Leben

Dave Plummer, ehemaliger Microsoft-Entwickler und unter anderem bekannt für die Programmierung des Windows Task-Managers sowie des Space Cadet Spiels, hat sich jetzt einem außergewöhnlichen Projekt gewidmet: In seinem neuesten YouTube-Video auf seinem Kanal "Dave's Garage" demonstriert er, wie er einen PDP-11-Minicomputer aus Ersatzteilen rekonstruiert, die er vom Schrottplatz hat.

Plummer, der für seine tiefgreifenden Kenntnisse in der Computertechnik bekannt ist, bietet damit einen faszinierenden Einblick in die Welt echter Vintage-Hardware.

Dave Plummer baut PDP-11-Computer

Der PDP-11: Ein Meilenstein der Computergeschichte

Der PDP-11, erstmals 1970 von der Digital Equipment Corporation (DEC) eingeführt, war einer der erfolgreichsten Minicomputer seiner Zeit. Mit seiner 16-Bit-Architektur und dem innovativen "Universellen Bus-System" (Unibus) revolutionierte er die Computertechnik.

Der PDP-11 fand breite Anwendung in wissenschaftlichen Laboren, bei der Steuerung von Kraftwerken, Verkehrswegen und sogar in Telefonnetzen. Bis in die frühen 1980er-Jahre wurden über 170.000 Einheiten verkauft, was die immense Bedeutung dieses Systems unterstreicht.

Ein Blick hinter die Kulissen

In seinem Video führt Plummer die Zuschauer jetzt Schritt für Schritt durch den Aufbauprozess. Er beginnt mit einer Kiste voller PDP-11-Komponenten und erklärt detailliert, wie er die einzelnen Teile identifiziert und zusammenfügt. Besonders beeindruckend ist Plummers Fähigkeit, komplexe technische Konzepte verständlich zu erklären, was das Video sowohl für Technik-Enthusiasten als auch für Laien interessant macht. Es ist auch nicht das erste Mal, dass sich Plummer mit dem PDP-11 beschäftigt.

Technische Finessen und Herausforderungen

Plummer verwendet für seinen Aufbau eine Backplane mit Steckplätzen für eine CPU-Karte, zwei 512-KB-RAM-Karten und eine Linux-Karte, die als QBone identifiziert wurde. Diese moderne Ergänzung ermöglicht es, fehlende oder defekte Originalkomponenten zu emulieren und dient in Plummers Aufbau als Boot-Device. Der rekonstruierte PDP-11 verfügt über beeindruckende 1 MB Arbeitsspeicher - eine Menge, die in den 1970er Jahren als wirklich enorm galt.

Plummer identifiziert sein Modell als PDP-11/23 Plus mit einer M8189 CPU und einem QBUS-Backplane, was es auf die frühen 1980er-Jahre datiert. Interessanterweise verzichtet er auf ein originalgetreues Gehäuse und nutzt stattdessen eine offene Konstruktion, die einen guten Blick auf die Innereien des Computers erlaubt. Dies mag Puristen enttäuschen, ermöglicht aber einen besseren Einblick in die Funktionsweise des Systems. PDP-11-Computer aus SchrottplatzteilenDieser Kiste Elektroschrott verhilft Plummer zu neuem Leben

Die Bedeutung des PDP-11 in der Computergeschichte

Der PDP-11 war nicht nur wegen seiner technischen Spezifikationen revolutionär. Seine offene Architektur ermöglichte es Drittanbietern, kostengünstige und leistungsstarke Peripheriegeräte zu entwickeln. Dies förderte Innovation und machte den PDP-11 zu einem vielseitigen Werkzeug in verschiedensten Anwendungsbereichen.

Eine besondere Eigenschaft des PDP-11 war das Fehlen spezieller Ein-/Ausgabe-Befehle. Stattdessen wurden Peripheriegeräte am Unibus wie Arbeitsspeicher adressiert, was die Steuerung mit "normalen" Computerbefehlen ermöglichte. Diese Flexibilität trug maßgeblich zur Beliebtheit und Langlebigkeit des Systems bei.

PDP-11-Computer aus SchrottplatzteilenPDP-11-Computer aus SchrottplatzteilenPDP-11-Computer aus SchrottplatzteilenPDP-11-Computer aus Schrottplatzteilen



Für viele IT-Profis, die ihre Karriere mit solchen Systemen begannen, weckt das System bestimmt Erinnerungen an die Anfänge ihrer beruflichen Laufbahn. Gleichzeitig inspirieren solche Projekte eine neue Generation von Technikbegeisterten. Sie zeigen, wie man mit Kreativität und technischem Verständnis auch aus scheinbar veralteter Hardware Faszinierendes erschaffen kann.

Alternativen für Retro-Enthusiasten

Für diejenigen, die nicht über Plummers umfangreiche Sammlung an Ersatzteilen verfügen, gibt es andere Möglichkeiten, die PDP-11-Erfahrung nachzuerleben. Ein interessantes Beispiel ist das Replika-Kit von Obsolescence Guaranteed, das 2018 auf den Markt kam. Dieses Kit bietet eine 6:10-Skalierung des Originals und ermöglicht es Enthusiasten, die ikonischen "Blinklichter" der 1970er-Jahre-Computertechnik in ihrem Wohnzimmer zu genießen.

Was haltet ihr von solchen Retro-Computing-Projekten? Seht ihr darin mehr als nur Nostalgie? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Perspektiven!
Zusammenfassung
  • Dave Plummer baut PDP-11 Minicomputer aus Schrottteilen nach
  • Ehemaliger Microsoft-Entwickler zeigt Aufbau auf YouTube
  • PDP-11, eingeführt 1970, war ein Minicomputer von DEC
  • Über 170.000 Einheiten des PDP-11 bis in die 1980er verkauft
  • Plummer nutzt moderne QBone Karte für den Systemaufbau
  • Rekonstruktion bietet Einblicke in die 1970er-Computertechnik
  • Projekte wie diese inspirieren Technikbegeisterte und Nostalgiker

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