Mögliche Ursache der Eiszeit-Ära:
Eine Kollision mit galaktischer Wolke
Dass maßgebliche Klimaveränderungen in der heutigen Zeit durch menschliche Aktivitäten vorangetrieben werden, ist inzwischen hinlänglich bewiesen. Nun aber gibt es auch Hinweise darauf, was die letzten heftigen Eiszeiten ausgelöst haben könnte: galaktischer Staub.
Die Ursachen für diese turbulente Epoche werden seit Jahren diskutiert. Wissenschaftler haben Vulkanausbrüche, unterschiedliche Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre, die Neigung der Erde und die instabile Plattentektonik in Betracht gezogen. Nun bietet eine in dieser Woche in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlichte Studie eine weitere Hypothese an: Unser Sonnensystem soll durch eine massive, interstellare Staub- und Gaswolke gezogen sein.
Recht bekannt ist die Tatsache, dass unsere Erde durch ihr Magnetfeld ziemlich gut vor dem Sonnenwind - also den geladenen Partikelströmen unseres Sterns - geschützt ist. Ähnliches gibt es auch für das ganze Sonnensystem: Die Heliosphäre mit ihrem stetigen Druck des Sonnenwinds sorgt dafür, dass galaktische Strahlung und Teilchen zu einem guten Stück draußen gehalten werden.
Opher und ihr Team haben eine Reihe von Modellen auf der Grundlage von Daten erstellt, die vom Gaia-Satelliten der europäischen Weltraumorganisation ESA gesammelt wurden. Der "Milliarden-Stern-Vermesser" erstellt eine 3D-Karte von mehr als einer Milliarde Sternen und anderen Objekten, sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Galaxie.
Die Astronomen fanden heraus, dass die Milchstraße etwa im Pleistozän, das vor etwa 2,6 Millionen Jahren, begann, wahrscheinlich mit dem Local Ribbon of Cold Clouds zu kollidieren, einem System kalter, dichter Wolken, die hauptsächlich aus Wasserstoffatomen bestehen. In der Folge traten Einflüsse auf die Erde auf, die sich auch in Isotopen-Proben nachweisen lassen. Das kann den Simulationen zufolge dazu geführt habe, dass das Erdklima so aus dem Takt geriet, dass es Hunderttausende Jahre brauchte, um sich wieder zu stabilisieren.
Siehe auch:
Sonnensystem im Chaos
Die Entstehung unserer menschlichen Spezies ist eng mit einer ziemlich harten Zeit verbunden: Vor etwa zwei Millionen Jahren, als die frühen Vorfahren des Homo sapiens ihre Welt mit Mastodonten, Säbelzahntigern und Riesenfaultieren teilten, setzte ein langer Zeitraum mit immer wiederkehrenden Eiszeiten ein. Erst vor rund 12.000 Jahren stabilisierte sich das Klima auf der Erde und ermöglichte unserer Zivilisation gute Entwicklungsbedingungen.Die Ursachen für diese turbulente Epoche werden seit Jahren diskutiert. Wissenschaftler haben Vulkanausbrüche, unterschiedliche Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre, die Neigung der Erde und die instabile Plattentektonik in Betracht gezogen. Nun bietet eine in dieser Woche in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlichte Studie eine weitere Hypothese an: Unser Sonnensystem soll durch eine massive, interstellare Staub- und Gaswolke gezogen sein.
Recht bekannt ist die Tatsache, dass unsere Erde durch ihr Magnetfeld ziemlich gut vor dem Sonnenwind - also den geladenen Partikelströmen unseres Sterns - geschützt ist. Ähnliches gibt es auch für das ganze Sonnensystem: Die Heliosphäre mit ihrem stetigen Druck des Sonnenwinds sorgt dafür, dass galaktische Strahlung und Teilchen zu einem guten Stück draußen gehalten werden.
Klima aus dem Takt
Vor zwei bis drei Millionen Jahren, so vermuten die Forscher, wurde die Heliosphäre jedoch durch eine interstellare Wolke zusammengedrückt, wodurch das Sonnensystem, einschließlich der Erde, vorübergehend ungeschützt war. "Diese Studie ist die erste, die quantitativ zeigt, dass es eine Begegnung zwischen der Sonne und etwas außerhalb des Sonnensystems gab, was das Klima der Erde beeinflusst haben könnte", sagte Merav Opher, Weltraumphysikerin an der Boston University und Hauptautorin der Arbeit.Opher und ihr Team haben eine Reihe von Modellen auf der Grundlage von Daten erstellt, die vom Gaia-Satelliten der europäischen Weltraumorganisation ESA gesammelt wurden. Der "Milliarden-Stern-Vermesser" erstellt eine 3D-Karte von mehr als einer Milliarde Sternen und anderen Objekten, sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Galaxie.
Die Astronomen fanden heraus, dass die Milchstraße etwa im Pleistozän, das vor etwa 2,6 Millionen Jahren, begann, wahrscheinlich mit dem Local Ribbon of Cold Clouds zu kollidieren, einem System kalter, dichter Wolken, die hauptsächlich aus Wasserstoffatomen bestehen. In der Folge traten Einflüsse auf die Erde auf, die sich auch in Isotopen-Proben nachweisen lassen. Das kann den Simulationen zufolge dazu geführt habe, dass das Erdklima so aus dem Takt geriet, dass es Hunderttausende Jahre brauchte, um sich wieder zu stabilisieren.
Zusammenfassung
- Klimaveränderungen sind heute durch menschliche Aktivitäten bewiesen
- Hinweise deuten auf galaktischen Staub als Auslöser der letzten Eiszeiten hin
- Vor zwei Millionen Jahren begannen wiederkehrende Eiszeiten auf der Erde
- Ursachen für diese Eiszeiten werden seit Jahren von Wissenschaftlern diskutiert
- Neue Hypothese: Sonnensystem durch massive interstellare Staubwolke gezogen
- Heliosphäre schützt das Sonnensystem vor galaktischer Strahlung und Teilchen
- Forscher vermuten, dass die Heliosphäre vorübergehend ungeschützt war
- Studie zeigt Begegnung zwischen Sonne und interstellarer Wolke
- Daten vom Gaia-Satelliten unterstützen die Hypothese der Forscher
- Milchstraße kollidierte wahrscheinlich mit Local Ribbon of Cold Clouds
- Einflüsse auf die Erde zeigen sich in Isotopen-Proben und Simulationen
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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