Studie bestätigt: Die Rotation des inneren Erdkerns verlangsamt sich

Schon länger beobachten Forscher, dass sich in der Tiefe der Erde etwas zu verändern scheint. Jetzt hat eine Studie nachgewiesen, dass sich die Rotation des inneren Erdkerns verlangsamt. Das könnte auch die Länge des Tages verkürzen - um den Bruchteil einer Sekunde.
Erde, Planet, Welt, Erdkern, Magma
Ki generiert/Midjourney

Der Kern verlangsamt sich

Was Hollywood kann, ist in der Realität nicht möglich: Wir haben keine Möglichkeit, das Innere der Erde direkt zu beobachten. Und so sind es vor allem Fortschritte bei der Messung von seismischen Aktivitäten, die einen Einblick in das komplexe Innenleben unseres Planeten erlauben. So war es Forschern jetzt laut Veröffentlichung im Fachmagazin Nature möglich nachzuweisen, dass sich die Rotation des inneren Erdkerns verlangsamt.

Wie Wissenschaftler der University of Southern California in der Arbeit schreiben, habe man dank neuer Messungen "eindeutige Beweise", dass der innere Kern um das Jahr 2010 begann, sich zu verlangsamen und sich jetzt langsamer als der Erdmantel und damit die Erdoberfläche bewegt. "Als ich zum ersten Mal die Seismogramme sah, die auf diese Veränderung hindeuteten, war ich fassungslos", sagte John Vidale, Geowissenschaftler laut Phys.


Dutzende weiterer Beobachtungen, die die gleichen Ergebnisse lieferten, hätten dann aber zu einer unausweichlichen Schlussfolgerung geführt: "Der innere Kern hatte sich zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten verlangsamt."

Für ihre Arbeit war für die Forscher die Beobachtung von sich wiederholenden Erdbeben von entscheidender Bedeutung. Die Daten umfassen 121 dieser Erdbeben, die sich zwischen 1993 und 2023 bei den südlichen Sandwichinseln ereignet hatten, einer Inselkette im subantarktischen Südatlantik. Interessant: Auch Daten sowjetischer Atomtests zwischen 1971 und 1974 sowie aus französischen und amerikanischen Atomtests wurden für die Studie herangezogen.

Aktuell wird vermutet, dass Bewegungsänderungen des flüssigen Erdkerns, der die massive Eisen-Nickel-Kugel im Zentrum der Erde umgibt, zur gemessenen Verlangsamung führen. Über die Auswirkungen auf der Oberfläche können die Wissenschaftler aktuell aber nur spekulieren. Eine Theorie der Forscher rund um Vidale: Die Länge eines Tages könnte sich um Sekundenbruchteile verändern. "Es ist kompliziert zu bemerken, in der Größenordnung von Tausendstelsekunden, die fast im Rauschen der tosenden Ozeane und der Atmosphäre untergehen", so der Forscher.

Zusammenfassung
  • Forscher beobachten Veränderungen in der Tiefe der Erde
  • Studie zeigt, dass sich die Rotation des inneren Erdkerns verlangsamt
  • University of Southern California fand Beweise für Verlangsamung seit 2010
  • 121 Erdbeben-Daten von 1993 bis 2023 bei den Südlichen Sandwichinseln analysiert
  • Bewegungsänderungen des flüssigen Erdkerns könnten zur Verlangsamung führen
  • Theorie: Verlangsamung könnte die Länge des Tages um Sekundenbruchteile verkürzen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!