3 Millionen Euro: Kryptowallet mithilfe von Passwortmanager geknackt
Ein verzweifelter Nutzer wandte sich an Hacker, um an den Inhalt seines Kryptowallets zu gelangen, zu dem er das Passwort verloren hatte. Dank einer haarsträubenden Sicherheitslücke in einem Passwortmanager gelang das sogar.
Der Besitzer des betroffenen Kryptowallets hatte dieses vor etwa 11 Jahren mit einem 20-stelligen Passwort geschützt, das er mit dem Passwortmanager RoboForm generiert und anschließend mit der Anwendung TrueCrypt in einer verschlüsselten Datei abgespeichert hatte. Der Wert der im Wallet enthaltenen 43,6 Bitcoins betrug zu diesem Zeitpunkt gerade einmal um die 4000 Euro. "Damals war ich wirklich paranoid, was die Sicherheit betraf", sagt der Besitzer, der anonym bleiben möchte.
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Da es sich im vorliegenden Fall jedoch um eine Software-Verschlüsselung handelte, musste sich Grand einen anderen Weg überlegen. Und so suchte er nach einer Schwachstelle bei der Passwortgenerierung in RoboForm. Er und ein deutscher Kollege arbeiteten monatelang daran, die vom Besitzer des Kryptowallets verwendete Version des Passwortmanagers per Reverse-Engineering zurückzuentwickeln. Dabei fanden sie entgegen ihrer Erwartungen tatsächlich eine hilfreiche Sicherheitslücke.
Auf diesem Weg gelang es tatsächlich, das Passwort zu knacken. "Letztendlich hatten wir Glück, dass unsere Parameter und die Zeitspanne richtig waren. Wäre eines von beiden falsch gewesen, hätten wir weiter im Dunkeln getappt", sagte Grand gegenüber Wired. In einem Video erklären Grand und sein deutscher Kollege die technischen Einzelheiten genauer.
Der Besitzer des Wallets hat mittlerweile Teile der wiedererlangten Kryptowährung veräußert. Er sei jedoch froh, dass er das Passwort damals verloren habe, denn sonst hätte er eigenen Aussagen zufolge seine Bitcoins schon viel früher zu einem deutlich schlechteren Preis verkauft.
Siehe auch:
Millionenbetrag hinter Passwort eingesperrt
Es gibt immer wieder Geschichten, bei denen Leute das Passwort zu ihrem Kryptowallet verlieren. Besonders tragisch ist das dann, wenn dort etwa Bitcoins im Wert von mehreren Millionen Euro eingeschlossen sind. So erging es auch einem Nutzer, der jetzt jedoch dank eines Passwortmanagers und dem unermüdlichen Einsatz zweier Hacker wieder Zugriff auf seine Reichtümer hat.Der Besitzer des betroffenen Kryptowallets hatte dieses vor etwa 11 Jahren mit einem 20-stelligen Passwort geschützt, das er mit dem Passwortmanager RoboForm generiert und anschließend mit der Anwendung TrueCrypt in einer verschlüsselten Datei abgespeichert hatte. Der Wert der im Wallet enthaltenen 43,6 Bitcoins betrug zu diesem Zeitpunkt gerade einmal um die 4000 Euro. "Damals war ich wirklich paranoid, was die Sicherheit betraf", sagt der Besitzer, der anonym bleiben möchte.
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Besitzer holt sich Hilfe von Experten
Nachdem die verschlüsselte Datei jedoch beschädigt wurde und wohl auch keine weitere Sicherheitskopie mehr existiert hatte, versuchte der Besitzer verzweifelt einen Weg zu finden, um das Passwort zu knacken. Dazu kontaktierte er auch Joe Grand, einen Hardware-Hacker, der als "Kingpin" bekannt ist. Er hatte es 2022 geschafft, ein 'Trezor Wallet', ein kleines USB-Stick-artiges Gerät, das ebenfalls beim Sichern von Kryptowährungen zum Einsatz kommt, mit einer komplexen Hardware-Lösung zu knacken.Da es sich im vorliegenden Fall jedoch um eine Software-Verschlüsselung handelte, musste sich Grand einen anderen Weg überlegen. Und so suchte er nach einer Schwachstelle bei der Passwortgenerierung in RoboForm. Er und ein deutscher Kollege arbeiteten monatelang daran, die vom Besitzer des Kryptowallets verwendete Version des Passwortmanagers per Reverse-Engineering zurückzuentwickeln. Dabei fanden sie entgegen ihrer Erwartungen tatsächlich eine hilfreiche Sicherheitslücke.
Passwörter folgen einem Muster
Denn wie sich herausstellte, generierte RoboForm bis zu einer bestimmten Version im Jahr 2015 seine Passwörter nicht komplett willkürlich. Stattdessen verwendete das Programm die Systemzeit des Computers des Nutzers, um die Zeichenfolgen zu erstellen. Kennt man also das Datum und die genaue Uhrzeit, zu der das Passwort generiert wurde, kann es man es mithilfe einiger weiterer Parameter noch einmal erzeugen.Auf diesem Weg gelang es tatsächlich, das Passwort zu knacken. "Letztendlich hatten wir Glück, dass unsere Parameter und die Zeitspanne richtig waren. Wäre eines von beiden falsch gewesen, hätten wir weiter im Dunkeln getappt", sagte Grand gegenüber Wired. In einem Video erklären Grand und sein deutscher Kollege die technischen Einzelheiten genauer.
Bitcoin-Wallet mithilfe von Passwortmanager geknackt
Der Besitzer des Wallets hat mittlerweile Teile der wiedererlangten Kryptowährung veräußert. Er sei jedoch froh, dass er das Passwort damals verloren habe, denn sonst hätte er eigenen Aussagen zufolge seine Bitcoins schon viel früher zu einem deutlich schlechteren Preis verkauft.
Zusammenfassung
- Nutzer verlor Passwort zu Kryptowallet mit Millionenwert
- Passwortmanager und Hardware-Hacker halfen bei der Wiederherstellung
- Wallet war mit einem 20-stelligen Passwort von RoboForm geschützt
- Datei mit Passwort war beschädigt, keine Sicherheitskopie existierte
- Joe Grand und deutscher Kollege fanden Schwachstelle in RoboForm
- RoboForm nutzte bis 2015 Systemzeit zur Passwortgenerierung
- Das Passwort konnte durch genaue Parameter und Zeitspanne geknackt werden
Siehe auch:
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