Verleger warnen vor "katastrophalen" Folgen einer KI-Suche von Google

Für Verlage ist Google schon lange ein rotes Tuch, man beschuldigt den Suchmaschinenriesen für das Wegbrechen des eigenen Geschäfts. Das ist teilweise richtig, teilweise ist Google auch eine gute Ausrede für eigene Fehler. Nun gibt es neue Kritik, und zwar zum Thema KI.
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Gemini soll dem Nutzer das Suchen abnehmen

Auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O hat der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View diverse Neuerungen hinsichtlich künstlicher Intelligenz vorgestellt. Die Google-KI Gemini soll die Nutzer in fast allen Lebenslagen unterstützen, auch und vor allem beim Suchen im Web. Das Unternehmen beschrieb das folgendermaßen: "Google wird das Googeln für dich übernehmen." Das klingt nach einer spannenden und auch praktischen Sache, bei Verlegern schrillen aber die Alarmglocken.

Das liegt vor allem daran, dass KIs die Ergebnisse zusammenfassen, das ist auch schon heute ein üblicher Vorgang. Die Quellen für die Information werden zwar in der Regel am Ende der KI-generierten Antwort angegeben, eine wirkliche Notwendigkeit besteht allerdings nicht, darauf zu klicken - zumindest dann, wenn die KI einen guten Job macht.

Google zeigt im Video, wie KI das Suchen im Internet erleichtert

Das ist auch der Grund, warum Verleger sich immer mehr Sorgen machen, ob KIs und vor allem Googles Gemini ihnen das Geschäft untergraben. Die Sorge ist nicht neu, die Warnungen werden seit der diesjährigen Google I/O aber lauter. "Das wird sich katastrophal auf unseren Traffic auswirken, da Google die Suchanfragen der Nutzer weiter vermarktet und noch weniger Anreize bietet, sich durchzuklicken, damit wir unsere Inhalte monetarisieren können", sagte Danielle Coffey, der Chef des nordamerikanischen Verlegerverbandes News/Media Alliance gegenüber CNN.

Coffey weiter: "Der geringe Traffic, den wir heute bekommen, wird weiter abnehmen, und mit einer dominanten Suchmaschine, die ihre Marktmacht zementiert, müssen wir uns wieder einmal an ihre Bedingungen halten. Diesmal mit einem Produkt, das direkt mit unseren Inhalten konkurriert und unsere Inhalte nutzt, um es zu finanzieren. Das ist eine perverse Variante von 'Innovation'."

Google widerspricht

Allerdings bestreitet Google das und meint, dass die Links in den KI-Übersichten sogar mehr Klicks erhalte, als wenn die Seite als herkömmlicher Webeintrag für diese Suchanfrage erschienen wäre: "Während wir diese Erfahrung ausbauen, werden wir uns weiterhin darauf konzentrieren, wertvollen Traffic zu den Verlagen und Urhebern zu schicken", so Google dazu.

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