Eindeutiges Wahlergebnis:
KIs beantworten Fragen des Wahl-O-Mat
Im Zuge der Europawahl gibt es wieder eine neue Ausgabe des Wahl-O-Mat. Lässt man die großen KI-Modelle die Fragen beantworten, zeigt sich ein recht eindeutiges Bild. Alle Modelle tendieren in genau dieselbe politische Richtung. Bis auf Grok von Elon Musks Firma xAI.
Autor Felix Beilharz hat sich bei dem momentanen Hype um künstliche Intelligenz jetzt nachvollziehbarer Weise die folgende Frage gestellt: Welche Partei würde wohl die KI wählen? Verglichen wurden dabei diejenigen Parteien, die bereits einen Sitz im EU-Parlament haben.
Um das zu beantworten, ließ er sieben der größten Modelle gegeneinander antreten. Mit von der Partie waren:
Die KIs sollten laut Prompt basierend auf ihrem "Verständnis der politischen und gesellschaftlichen Welt" die Fragen des Wahl-O-Mat entsprechend den Antwortoptionen mit "stimme zu", "neutral" oder "stimme nicht zu" beantworten. Die Ergebnisse fielen dabei recht eindeutig aus. Infografik Künstliche Intelligenz: Marktwachstum von jährlich rund 20 Prozent
Entsprechend unbeliebt waren bei den KIs die Standpunkte konservativer Parteien wie die der CDU/CSU. Aber auch die FDP schnitt schlecht ab. Bei allen Chatbots auf dem letzten Platz und mit weitem Abstand zum Vorletzten landete jedoch ausnahmslos die AfD.
"Komplett unbrauchbar" war Beilharz zufolge nur Grok, der Chatbot von xAI, dem KI-Unternehmen von Elon Musk. So hätte Grok mehrere Male an die Aufgabe erinnert werden müssen, wurde "bockig", und habe letztlich alle Fragen ausschließlich mit "Neutral" beantwortet.
Zum Wahl-O-Mat für die Europawahl 2024
Siehe auch:
KIs auf Wahl-O-Mat losgelassen
Die Europawahl steht an. Am 9. Juni können alle Wahlberechtigten in Deutschland über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments für die nächsten fünf Jahre abstimmen. Um den Bürgern die Auswahl der richtigen Partei zu erleichtern, hat die Bundeszentrale für politische Bildung wieder ihren sogenannten Wahl-O-Mat online gestellt. Hier können Nutzer durch die Bewertung vorausgewählter politischer Thesen die eigene Meinung mit den Meinungen der zur Wahl stehenden Parteien vergleichen.Autor Felix Beilharz hat sich bei dem momentanen Hype um künstliche Intelligenz jetzt nachvollziehbarer Weise die folgende Frage gestellt: Welche Partei würde wohl die KI wählen? Verglichen wurden dabei diejenigen Parteien, die bereits einen Sitz im EU-Parlament haben.
Um das zu beantworten, ließ er sieben der größten Modelle gegeneinander antreten. Mit von der Partie waren:
- ChatGPT
- Gemini
- Claude 3
- Perplexity
- Meta AI
- Microsoft Copilot
- Grok
Die KIs sollten laut Prompt basierend auf ihrem "Verständnis der politischen und gesellschaftlichen Welt" die Fragen des Wahl-O-Mat entsprechend den Antwortoptionen mit "stimme zu", "neutral" oder "stimme nicht zu" beantworten. Die Ergebnisse fielen dabei recht eindeutig aus. Infografik Künstliche Intelligenz: Marktwachstum von jährlich rund 20 Prozent
Eher links, eher progressiv
Alle Modelle tendierten mit ihren Antworten in eine eher linke politische Richtung. Insgesamt auf dem ersten Platz landete Bündnis 90/Die Grünen, gefolgt von Volt und der Tierschutzpartei.Entsprechend unbeliebt waren bei den KIs die Standpunkte konservativer Parteien wie die der CDU/CSU. Aber auch die FDP schnitt schlecht ab. Bei allen Chatbots auf dem letzten Platz und mit weitem Abstand zum Vorletzten landete jedoch ausnahmslos die AfD.
Nicht alle KIs gehorchen
Beim Beantworten der Fragen stellten sich aber nicht alle KIs auch intelligent an. Während ChatGPT und Claude die Anweisungen makellos befolgten, fingen MetaAI und Perplexity an, Sachinformationen anstatt eine Meinung auszugeben. MetaAI relativierte zudem ihre Antworten immer wieder und lieferte Pro- und Kontra-Argumente."Komplett unbrauchbar" war Beilharz zufolge nur Grok, der Chatbot von xAI, dem KI-Unternehmen von Elon Musk. So hätte Grok mehrere Male an die Aufgabe erinnert werden müssen, wurde "bockig", und habe letztlich alle Fragen ausschließlich mit "Neutral" beantwortet.
Gründe für die Ergebnisse
Wie die Modelle antworten, hängt unter anderem mit dem Material zusammen, mit dem sie trainiert wurden. Hier haben die Hersteller einen großen Einfluss. In der Vergangenheit hatte es außerdem immer wieder Aufschreie gegeben, nachdem Chatbots rassistische oder sexistische Aussagen getätigt hatten. Unternehmen reagierten darauf mit entsprechenden Filtern. Das könnte dazu beigetragen haben, dass die KIs mittlerweile von extremen Standpunkten absehen und eine eher gemäßigte Position bevorzugen.Zum Wahl-O-Mat für die Europawahl 2024
Zusammenfassung
- Die Europawahl in Deutschland findet am 9. Juni statt
- Sieben große KI-Modelle beantworteten Fragen des Wahl-O-Mat
- Die KIs tendierten zu linken und progressiven Parteien wie den Grünen
- Konservative Parteien wie CDU/CSU und FDP schnitten schlecht ab
- Die AfD landete bei allen KIs auf dem letzten Platz
- Einige KIs gaben Sachinformationen statt Meinungen aus
- Grok von xAI war unbrauchbar und antwortete nur mit "Neutral"
- Die Antworten der KIs könnten vom Trainingsmaterial und Filtern abhängen
Siehe auch:
- IMF: KI-"Tsunami" wird Arbeitswelt in nächsten zwei Jahren überrollen
- Verleger warnen vor "katastrophalen" Folgen einer KI-Suche von Google
- Microsoft: KI-Marktführung ist wichtiger als ein lebenswerter Planet
- Google stellt seine neuen KI-Modelle vor: stärker, schneller, nützlicher
- Google enthüllt neue KI-Tools für die Suche - einfach per Video fragen
Thema:
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