Erneuerbare knacken erstmals weltweit die 30-Prozent-Marke

Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen hat weltweit Fahrt aufgenommen. Der Anteil an der gesamten Produktion weltweit hat im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 30 Prozent geknackt und sorgt nun auch dafür, dass die fossilen Brennstoffe ihren Zenit überschreiten.
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Schnelles Wachstum

"Die Zukunft der erneuerbaren Energien ist da", sagte Dave Jones, Leiter der Abteilung Global Insights beim Think-Tank Ember, der die aktuelle Untersuchung durchgeführt hat, gegenüber dem Guardian. "Vor allem die Solarenergie wächst schneller, als man es für möglich gehalten hätte."

Im Jahr 2000 lag der Anteil der Erneuerbaren noch bei 19 Prozent. Damals umfasste dies nahezu vollständig die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Da deren Potenziale aber in den meisten Regionen weitgehend ausgeschöpft sind und die Gesamtmenge des produzierten Stroms steigt, fiel der Wasserkraftanteil an der globalen Stromproduktion inzwischen auf 14,3 Prozent.


Zur Jahrtausendwende hatten hingegen Windkraft und Fotovoltaik noch einen verschwindend geringen Anteil an der gesamten Stromproduktion. Deren gemeinsamer Beitrag ist inzwischen allerdings auf 13,4 Prozent gestiegen. Die Ausbauzahlen sind aufgrund verschiedener Faktoren wie technischer Weiterentwicklungen und stark gesunkener Preise in den letzten Jahren in ein exponentielles Wachstum übergegangen, sodass der Anteil bald schnell noch deutlich weitersteigen wird.

Fossile fast gestoppt

Da der Strombedarf in den letzten 24 Jahren aber insgesamt auch deutlich gestiegen ist, nahm auch die Stromproduktion auf Basis fossiler Energieträger nach absoluten Zahlen zu. Saubere Elektrizität hat aber bereits dazu beigetragen, das Wachstum der fossilen Brennstoffe in den letzten zehn Jahren um fast zwei Drittel zu verlangsamen, so der Bericht.

Der Punkt, an dem die Nutzung fossiler Quellen zurückgeht, ist aber absehbar. Laut Ember ist die Solarenergie weltweit der Hauptlieferant des Stromwachstums und trug 2023 bereits mehr als doppelt so viel zur Stromerzeugung bei wie Kohle. Und da weltweit Fotovoltaik und Windkraft mit enormem Tempo ausgebaut werden, soll die absolute Nutzung fossiler Brennstoffe in diesem Jahr sogar erstmals um 2 Prozent sinken - trotz eines weiterhin steigenden Strombedarfs.

Zusammenfassung
  • Erneuerbare erreichten 2023 erstmals 30% der globalen Stromproduktion
  • Wasserkraft fiel auf 14,3%, trotz Gesamtanstieg in Stromerzeugung
  • Wind- und Solarenergie steigerten ihren Beitrag auf 13,4%
  • Technische Fortschritte und Preisrückgänge fördern schnelles Wachstum
  • Fossile Brennstoffe: Wachstum um zwei Drittel in 10 Jahren verlangsamt
  • 2023 trug Solarenergie doppelt so viel bei wie Kohle
  • 2024 wird erwartet, dass Nutzung fossiler Brennstoffe um 2% sinkt

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