Deutsches Finanzamt entzieht Mastodon die Gemeinnützigkeit
Ohne Vorwarnung oder Begründung hat ein deutsches Finanzamt dem in Berlin ansässigen Social-Media-Netzwerk Mastodon den gemeinnützigen Status entzogen. Ab jetzt muss das Unternehmen mehr Steuern zahlen. Die Finanzierung sei laut Betreiber aber gesichert.
Diesen Status hatte Mastodon erst 2021 erhalten. Ganz zur Überraschung der Macher, die Bedenken hatten, eine deutsche Behörde würde die Entwicklung von Open-Source-Software je als wohltätige Sache ansehen. Nun haben die Plattformbetreiber vom selben Finanzamt die Mitteilung erhalten, dass ihnen der Status der Gemeinnützigkeit wieder entzogen wurde. Dies geschah ohne Vorwarnung oder Erklärung.
Durch die Aberkennung des gemeinnützigen Status muss Mastodon nun aber entsprechend mehr Steuern für die Beträge zahlen, die das Unternehmen als Spende erhält. Die Plattform hat Widerspruch gegen die Entscheidung des Finanzamts eingelegt, aber noch keine Rückmeldung von der Behörde erhalten.
Dennoch hat das Unternehmen, um "die Lücke zu füllen", jetzt eine gemeinnützige Einrichtung in den Vereinigten Staaten gegründet. Dem neuen Vorstand gehört neben Mastodon CFO Felix Hlatsky auch Twitter-Mitbegründer Biz Stone an.
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Mastodon nicht mehr gemeinnützig
Gerade erst war der aus Deutschland stammende Mikro-Blogging-Dienst Mastodon wegen eines gravierenden Sicherheitslochs in den Schlagzeilen. Denn wegen unzureichender Validierung der Herkunft in Mastodon konnten sich Angreifer als ein beliebiges Remote-Konto ausgeben und es übernehmen. Jetzt folgt die Meldung, dass der Plattform von einem deutschen Finanzamt der gemeinnützige Status entzogen wurde.Diesen Status hatte Mastodon erst 2021 erhalten. Ganz zur Überraschung der Macher, die Bedenken hatten, eine deutsche Behörde würde die Entwicklung von Open-Source-Software je als wohltätige Sache ansehen. Nun haben die Plattformbetreiber vom selben Finanzamt die Mitteilung erhalten, dass ihnen der Status der Gemeinnützigkeit wieder entzogen wurde. Dies geschah ohne Vorwarnung oder Erklärung.
Steuervorteile fallen weg
Die Begründung des Non-Profit-Status liegt laut den Plattformbetreibern darin, dass sich Mastodon für die Schaffung sozialer Medien einsetzt, die den Interessen ihrer Nutzer und nicht denen ihrer Aktionäre dienen. Spenden an ein solches gemeinnütziges Unternehmen bieten dann eigentlich Steuervorteile, von denen sowohl Spender als auch Spendenempfänger profitieren.Durch die Aberkennung des gemeinnützigen Status muss Mastodon nun aber entsprechend mehr Steuern für die Beträge zahlen, die das Unternehmen als Spende erhält. Die Plattform hat Widerspruch gegen die Entscheidung des Finanzamts eingelegt, aber noch keine Rückmeldung von der Behörde erhalten.
Kein Einfluss auf Betrieb
Dennoch gab CEO Eugen Rochko in einem Blog-Eintrag bereits Entwarnung. Denn Mastodon finanziert sich hauptsächlich über den Social-Payment Serviceanbieter Patreon. Über die Plattform können Abonnenten Künstlern oder einer Organisation selbstgewählte Geldbeträge zukommen lassen. Das auf diesem Weg gesammelte Geld gilt in Deutschland aber ohnehin nicht als Spende, sodass sich der finanzielle Verlust für Mastodon in Grenzen hält. Daher bliebe das Tagesgeschäft der Plattform durch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit weitgehend unberührt, so Rochko.Dennoch hat das Unternehmen, um "die Lücke zu füllen", jetzt eine gemeinnützige Einrichtung in den Vereinigten Staaten gegründet. Dem neuen Vorstand gehört neben Mastodon CFO Felix Hlatsky auch Twitter-Mitbegründer Biz Stone an.
Zusammenfassung
- Deutsches Finanzamt entzieht Mastodon die Gemeinnützigkeit
- Mastodon erhielt 2021 den Non-Profit-Status von Behörden
- Non-Profit-Status ermöglicht steuerbegünstigte Spenden
- Mastodon legt Widerspruch gegen Entscheidung des Finanzamts ein
- Hauptfinanzierung über Patreon bleibt von Statusänderung unberührt
- Der Vorfall hat keinen Einfluss auf den Betrieb der Plattform
- Neue gemeinnützige Organisation in den USA gegründet
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