Neue Chipfabriken: Geld ist genug da - nur das Personal fehlt vielerorts

Das Problem beim Ausbau der Chipproduktion in den westlichen In­dus­trie­staaten ist inzwischen nicht mehr das Geld. Kapital und Förderungen sind reichlich vorhanden, schwieriger wird es da schon, das benötigte Personal zu finden.
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SK Hynix sucht in Indiana

Das zeigt sich aktuell beispielsweise an einer Investition, die der südkoreanische Halbleiter-Produzent SK Hynix in den USA vorbereitet. In Indiana soll ein Werk für 3,9 Milliarden Dollar entstehen - es ist die größte Einzelinvestition eines Unternehmens in der Geschichte des Bundesstaates, berichtet das Wall Street Journal.

Jetzt kommt der schwierige Teil. SK Hynix muss nicht nur die Produktionsanlage bauen, sondern auch ein angeschlossenes Forschungs- und Entwicklungszentrum, das mit der Purdue University zusammenarbeiten soll. "Wir brauchen mehrere hundert Ingenieure aus den Bereichen Physik, Chemie, Materialwissenschaft und Elektronik, um unsere Produktionsstätte zu betreiben", sagte Kwak Noh-Jung, Vorstandsvorsitzender von SK Hynix.


In den USA ist es für das Unternehmen schwieriger als in Südkorea, dieses Personal zu bekommen. In der Heimat hat man Verträge mit lokalen Universitäten und eine eigene Hochschule, um Fachleute für die Chipfertigung auszubilden. In den USA hingegen muss man sich vor allem auf dem freien Arbeitsmarkt umsehen, auf dem Personal mit den benötigten Fähigkeiten derzeit auch von vielen anderen Unternehmen umworben wird.

Schnell geht nicht alles

Die USA versuchen etwas noch nie dagewesenes: einen schrumpfenden Anteil in einem wichtigen Produktionssektor umzukehren. Zwischen 1990 und 2020 sank der Anteil der USA an der weltweiten Chipherstellung von 37 auf 12 Prozent. Die US-Regierung hat ein Milliardendollar schweres Förderprogramm aufgelegt, um Halbleiter-Produzenten wieder zu einer Ansiedlung im Land zu bewegen.

Hinsichtlich des Personals hat man es dabei mit einem klassischen Henne-Ei-Problem zu tun: Fabriken brauchen qualifizierte Arbeitskräfte. Doch ohne Fabriken haben die besten und klügsten Köpfe Amerikas wenig Anreiz, in diesem Sektor Karriere zu machen. Wenn man also nicht einfach ein organisches Wachstum über viele Jahre anstrebt, sondern schnell vorankommen will, muss sich irgendwer auch mit der Fachkräftesituation auseinandersetzen.

Zusammenfassung
  • Kapital für Chipproduktion vorhanden, Personal fehlt
  • SK Hynix plant 3,9 Mrd. Dollar Werk in Indiana
  • Neues Werk erfordert Hunderte Ingenieure
  • In USA fehlen ausgebildete Fachkräfte für Chipfertigung
  • US-Chipherstellung sank von 37% auf 12% (1990-2020)
  • US-Regierung fördert Ansiedlung von Halbleiterfirmen
  • Henne-Ei-Problem: Fabriken und Fachkräfte bedingen sich

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