Visa und Mastercard: Streit um Kartengebühren nach 19 Jahren beendet
Einer der wohl längsten Kartellprozesse ist zu einem gütlichen Ende gekommen. Visa und Mastercard einigten sich mit Einzelhändlern, die bereits 2005 Klage eingereicht hatten, weil sie den Kreditkartenfirmen einen Missbrauch ihrer Quasi-Monopolstellung vorwarfen.
Aufgrund dessen zogen Händler vor Gericht und warfen Visa und Mastercard einen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung vor. Das Verfahren zog sich seitdem in die Länge, keine Seite wollte so recht nachgeben und auch ein rechtskräftiges Urteil kam nicht zustande. Doch nun gibt es nach fast zwei Jahrzehnten endlich eine Einigung zwischen den beiden Seiten, berichtete der US-Sender CNN.
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Der Vergleich sieht vor, dass die Transaktionsgebühren über die kommenden fünf Jahre hinweg um 0,04 Prozentpunkte gesenkt werden und in dem Zeitraum auch keine Erhöhung des Basis-Betrages erfolgt. Man rechnet damit, dass dies den Handel um rund 30 Milliarden Dollar entlasten wird.
Die Einigung zwischen den Parteien wird nicht unbedingt von allen Beteiligten mit großer Freude aufgenommen, trotzdem war es den verschiedenen Parteien inzwischen wichtiger, die ganze Sache zu beenden, als noch weitere Jahre um Details zu streiten. Der vereinbarte Vergleich muss allerdings noch offiziell vom Gericht anerkannt werden, was aber wohl eine Formsache sein dürfte.
Siehe auch:
0,04 Prozentpunkte weniger
Die beiden Kreditkarten-Unternehmen beherrschen ihren Markt weitgehend, auch wenn es noch einige kleinere andere Anbieter gibt. Sie verfügen daher über die Möglichkeit, die Transaktionsgebühren relativ frei festzulegen. Händler haben dann nur die Möglichkeit, diese zu akzeptieren oder aber ihren Kunden keine Kreditkartenzahlung anzubieten - was insbesondere in den USA wahrscheinlich den Ruin bedeuten würde.Aufgrund dessen zogen Händler vor Gericht und warfen Visa und Mastercard einen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung vor. Das Verfahren zog sich seitdem in die Länge, keine Seite wollte so recht nachgeben und auch ein rechtskräftiges Urteil kam nicht zustande. Doch nun gibt es nach fast zwei Jahrzehnten endlich eine Einigung zwischen den beiden Seiten, berichtete der US-Sender CNN.
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Der Vergleich sieht vor, dass die Transaktionsgebühren über die kommenden fünf Jahre hinweg um 0,04 Prozentpunkte gesenkt werden und in dem Zeitraum auch keine Erhöhung des Basis-Betrages erfolgt. Man rechnet damit, dass dies den Handel um rund 30 Milliarden Dollar entlasten wird.
Differenzierung möglich
Ein weiterer Aspekt in der Einigung ist die Möglichkeit, dass Händler nicht mehr alle Karten akzeptieren oder gleich behandeln müssen. Denn bisher sieht es so aus, dass ein Einzelhändler nur alle Visa- und Mastercard-Karten annehmen muss, oder sich gegen alle entscheidet. Zukünftig soll es auch möglich sein, dass Karten abgelehnt werden, bei denen beispielsweise die ausgebende Bank höhere Transaktionsgebühren verlangt. Allerdings scheint dies bisher nur ein eher theoretisches Problem zu sein, das in seltenen Ausnahmefällen praktische Auswirkungen haben könnte.Die Einigung zwischen den Parteien wird nicht unbedingt von allen Beteiligten mit großer Freude aufgenommen, trotzdem war es den verschiedenen Parteien inzwischen wichtiger, die ganze Sache zu beenden, als noch weitere Jahre um Details zu streiten. Der vereinbarte Vergleich muss allerdings noch offiziell vom Gericht anerkannt werden, was aber wohl eine Formsache sein dürfte.
Zusammenfassung
- Kartellprozess Visa/Mastercard nach 19 Jahren beigelegt
- Einigung mit Händlern über Missbrauch der Marktposition
- Transaktionsgebühren werden um 0,04 Prozentpunkte gesenkt
- Keine Erhöhung des Basisbetrags für Transaktionsgebühren
- Handel soll um 30 Milliarden Dollar entlastet werden
- Händler dürfen künftig Karten selektiv akzeptieren
- Gerichtliche Anerkennung des Vergleichs steht aus
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