Visa in der Kritik: US-Justiz greift hart durch, wirft Monopolbildung vor
Das US-Justizministerium verklagt Visa wegen Monopolstellung im Debitkarten-Markt. Der Zahlungsriese soll den Wettbewerb unterdrückt und überhöhte Gebühren verlangt haben. Die Auswirkungen betreffen laut Anklage "fast alles", was Verbraucher kaufen.
Laut DOJ hat Visa den Händlern und deren Banken mit höheren Gebühren gedroht, falls sie einen "bedeutenden Anteil" ihrer Debit-Transaktionen über konkurrierende Netzwerke abwickeln, berichtet Bloomberg. Dadurch soll das Unternehmen etwa drei Viertel seines Debit-Volumens vor fairem Wettbewerb abgeschirmt haben.
Interne Visa-Dokumente zeigen, dass das Unternehmen Vereinbarungen mit Technologieunternehmen wie Apple getroffen hat, um direkte Konkurrenz zu verhindern. So soll Apple zugesagt haben, keine Zahlungsfunktionen zu entwickeln, die hauptsächlich auf Nicht-Visa-Zahlungsprozessen basieren.
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Visa und sein kleinerer Rivale Mastercard haben in den letzten zwei Jahrzehnten ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnet. Ihre kombinierte Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund eine Billion Dollar (etwa 900 Milliarden Euro). Sie fungieren als zentrale Vermittler im globalen Zahlungsverkehr und verbinden Händler- und Karteninhaber-Banken.
Siehe auch:
Visa im Visier der US-Justiz
Das US-Justizministerium (DOJ) hat eine Kartellklage gegen den Zahlungsdienstleister Visa eingereicht. Der Vorwurf: Der Finanzriese habe seine marktbeherrschende Stellung im Debitkarten-Geschäft missbraucht und den Wettbewerb unfair unterdrückt. Laut Anklage soll Visa seit über einem Jahrzehnt de facto exklusive Vereinbarungen mit Händlern und Banken getroffen haben, um den Großteil der Transaktionen über sein eigenes Zahlungsnetzwerk zu leiten.Das unrechtmäßige Verhalten von Visa beeinflusst nicht nur den Preis einer Sache, sondern den Preis von fast allem
Dominanz im Debitkarten-Markt
Visa verarbeitete bis Juni 2024 jährlich Debit-Transaktionen im Wert von 3,8 Billionen US-Dollar (etwa 3,42 Billionen Euro) in den USA. Das entspricht mehr als 60 Prozent aller solcher Transaktionen und generierte über sieben Milliarden Dollar (etwa 6,3 Milliarden Euro) an jährlichen Verarbeitungsgebühren. Diese Gebühren, die für die Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar sind, werden von Händlern gezahlt und können an Verbraucher weitergegeben werden.Laut DOJ hat Visa den Händlern und deren Banken mit höheren Gebühren gedroht, falls sie einen "bedeutenden Anteil" ihrer Debit-Transaktionen über konkurrierende Netzwerke abwickeln, berichtet Bloomberg. Dadurch soll das Unternehmen etwa drei Viertel seines Debit-Volumens vor fairem Wettbewerb abgeschirmt haben.
Auswirkungen für Verbraucher
Die Regierung wirft Visa zudem vor, den Markteintritt von Unternehmen wie PayPal und Square verhindert zu haben. Stattdessen habe Visa diese Firmen als Partner gewonnen, anstatt sie zu Konkurrenten werden zu lassen. Dies habe die Innovation im Zahlungsverkehr gebremst und zu höheren Kosten für Verbraucher geführt.Interne Visa-Dokumente zeigen, dass das Unternehmen Vereinbarungen mit Technologieunternehmen wie Apple getroffen hat, um direkte Konkurrenz zu verhindern. So soll Apple zugesagt haben, keine Zahlungsfunktionen zu entwickeln, die hauptsächlich auf Nicht-Visa-Zahlungsprozessen basieren.
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Visas Reaktion und Marktposition
Visa weist die Vorwürfe zurück. Julie Rottenberg, Visas Chefjuristin, bezeichnete die Klage als "unbegründet", das Unternehmen kündigte außerdem an, sich "energisch" zu verteidigen.Die heutige Klage ignoriert die Realität, dass Visa nur einer von vielen Wettbewerbern in einem wachsenden Debit-Markt ist, in dem neue Marktteilnehmer florieren.
Visa und sein kleinerer Rivale Mastercard haben in den letzten zwei Jahrzehnten ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnet. Ihre kombinierte Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund eine Billion Dollar (etwa 900 Milliarden Euro). Sie fungieren als zentrale Vermittler im globalen Zahlungsverkehr und verbinden Händler- und Karteninhaber-Banken.
Zusammenfassung
- US-Justizministerium klagt Visa wegen Monopolstellung an
- Vorwurf: Missbrauch der Marktmacht im Debitkarten-Sektor
- Visa soll den Wettbewerb durch exklusive Händlerabkommen unterdrückt haben
- Unternehmen verarbeitet 60 Prozent der US-Debit-Transaktionen
- Visa generiert jährlich über 7 Milliarden Dollar Gebühren
- Regierung: Visa behindert Markteintritt von PayPal und Square
- Visa hat strategische Vereinbarungen mit Apple zur Wettbewerbsvermeidung
Siehe auch:
- Amazon Visa: Neue Kreditkarte kann jetzt beantragt werden
- Amazon Visa kehrt zurück: Alle Infos zur kostenlosen Kreditkarte
- Trade Republic Visa: Kein Cashback mehr bei PayPal-Zahlungen
- Trade Republic: Girokonto, Zinsen ohne Limit & Ende der Visa-Warteliste
- Visa und Mastercard: Streit um Kartengebühren nach 19 Jahren beendet
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