Führungskräfte und Kunden fliehen:
Vodafone steckt in der Umbaukrise

Wenn wichtige Führungskräfte gehen und auch die Kunden schwinden, dann kann man wohl von einer echten Krise sprechen. Vor einem Jahr hatte der neue Vodafone-Chef die große Transformation des Konzerns ausgerufen, seitdem brodelt es gewaltig hinter den Kulissen.
Wirtschaft, Börse, Krise, Aktienkurs, Rezession

Krise bei Vodafone: Führungsflucht und Kundenrückgang

Als neuer Chef von Vodafone in Deutschland wollte Philippe Rogge den Konzern frisch ausrichten und für die Zukunft fit machen. Doch Berichte aus Unternehmenskreisen lassen darauf schließen, dass der im letzten Jahr angekündigte Transformationsprozess zunehmend ins Stocken gerät. Wichtige Führungskräfte gehen, die Kundenzahlen schwinden.

Wie das Handelsblatt (Paywall) berichtet, lässt sich der Unmut in der Führungsriege von Vodafone vor allem auf einen Faktor zurückführen. Die Konzernzentrale in London legt demnach der deutschen Tochter enge Zügel an und gewährt nur sehr eingeschränkt Freiheit bei wichtigen Entscheidungen. Die Folge laut Handelsblatt: "Frust und Resignation" bei wichtigen Managern wächst.


Vor längerer Zeit hatte das Unternehmen schon Technikchef Gerhard Mack verloren, dazu kamen jüngst Finanzchefin Anna Dimitrova und Christoph Ziller, verantwortlich für das Geschäft mit großen Immobiliengesellschaften. Laut dem Bericht steht wohl auch der Abgang von Firmenkundenchef Alexander Saul kurz bevor.

Auch bei den Kunden musste Vodafone im letzten Jahr herbe Verluste hinnehmen. Der Mobilfunk-Kundenbestand über alle Bereiche hinweg ging 2023 um fast eine Million zurück, bei Breitband und TV-Anschlüsse verlor der Konzern Hunderttausende.

Vodafone selbst kommentiert den Bericht des Handelsblatts auf Anfrage von Golem nur sehr indirekt. Die Neuausrichtung habe vor rund einem Jahr begonnen. "Wir sehen Fortschritte in vielen Bereichen. Messungen zeigen Verbesserungen für uns und unsere Kunden. Das ist herausfordernd und kostet Zeit", so Vodafone-Sprecher Alexander Leinhos.

Zusammenfassung
  • Vodafone-Chef Rogge kündigte große Konzern-Transformation an
  • Führungsriege verlässt zunehmend das Unternehmen
  • Londoner Zentrale gibt deutsche Tochterfirma wenig Spielraum
  • Technikchef und Finanzchefin haben Vodafone bereits verlassen
  • Kundenzahlen sinken stark in Mobilfunk und Breitbandbereichen
  • Vodafone sieht trotz Krise Fortschritte in der Neuausrichtung
  • Unternehmenssprecher betont langwierigen Prozess der Verbesserung

Siehe auch:


Großer Mobilfunk-Vergleichs-Rechner
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