Bayern will ohne Nachfragen eine Stromtrasse durch Thüringen ziehen
Bayern sorgt bezüglich des Baus von Stromtrassen einmal mehr für Aufregung. Nachdem man den Umbau der großen Verteilnetze lange ausgebremst hatte, will die Landesregierung jetzt Tempo machen - und verfügt in Gutsherrenart über das Territorium der Nachbarn.
"Dass die bayerische Regierung zulasten von Thüringen eine weitere Stromleitung plant und dabei einfach über einen Korridor auf unserem Territorium verfügt, ist eine Dreistigkeit sondergleichen", zitiert der BR den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke).
Dieser erklärte, dass ihn die Sache insbesondere auch deshalb fassungslos zurücklasse, weil "landschaftsverträglichere und kostengünstigere Systeme" längst genehmigt waren, von Bayern aber über Jahre hinweg blockiert wurden. Der nun vom Freistaat ins Spiel gebrachte Verlauf sei schlicht überflüssig. Denn Thüringen hat bereits drei neue Trassen durch sein Bundesland laufen, eine vierte wolle man nun nicht noch obendrauf.
Denn mit der Landesregierung im Norden teilen die betroffenen Kommunen das Schicksal, dass niemand aus München mit ihnen gesprochen hat. Der Bürgermeister seiner Stadt habe aus der Zeitung von dem Vorhaben erfahren. Die Kommunalpolitiker vor Ort mussten sich daher ohne Vorbereitung mit dem Unmut der Bürger auseinandersetzen.
Siehe auch:
Dreistigkeit sondergleichen
In Thüringen bringt man den jüngsten Plänen des großen Nachbarn im Süden wenig Begeisterung entgegen. Denn in München wurde wohl einfach so die neue Hochspannungsleitung P540 geplant, die aus dem thüringischen Schalkau ins fränkische Grafenrheinfeld laufen soll. Der Nachbar im Norden fühlt sich laut eines Berichtes des Bayerischen Rundfunks überrumpelt."Dass die bayerische Regierung zulasten von Thüringen eine weitere Stromleitung plant und dabei einfach über einen Korridor auf unserem Territorium verfügt, ist eine Dreistigkeit sondergleichen", zitiert der BR den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke).
Dieser erklärte, dass ihn die Sache insbesondere auch deshalb fassungslos zurücklasse, weil "landschaftsverträglichere und kostengünstigere Systeme" längst genehmigt waren, von Bayern aber über Jahre hinweg blockiert wurden. Der nun vom Freistaat ins Spiel gebrachte Verlauf sei schlicht überflüssig. Denn Thüringen hat bereits drei neue Trassen durch sein Bundesland laufen, eine vierte wolle man nun nicht noch obendrauf.
Kommunen ahnungslos
Misstöne kommen allerdings nicht nur aus Thüringen. Auch die Kommunen in Bayern sind wenig begeistert. Stefan Richter, Klimamanager der Stadt Münnerstadt, spricht in einem Schreiben an den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) von einer "katastrophalen Kommunikationspolitik".Denn mit der Landesregierung im Norden teilen die betroffenen Kommunen das Schicksal, dass niemand aus München mit ihnen gesprochen hat. Der Bürgermeister seiner Stadt habe aus der Zeitung von dem Vorhaben erfahren. Die Kommunalpolitiker vor Ort mussten sich daher ohne Vorbereitung mit dem Unmut der Bürger auseinandersetzen.
Zusammenfassung
- Bayern sorgt für Unruhe beim Stromtrassenausbau
- Landesregierung will nach Verzögerungen nun schnell handeln
- Thüringen überrumpelt von neuer Hochspannungsleitung P540
- Ministerpräsident Ramelow kritisiert bayerische Dreistigkeit
- Genehmigte, kostengünstigere Systeme in Bayern lange blockiert
- Kommunen in Bayern und Thüringen kritisieren schlechte Kommunikation
- Münnerstädter Bürgermeister erfuhr aus der Presse vom Vorhaben
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