Steam Machine zu teuer? User können eigenes SteamOS-System bauen

Die Bekanntgabe des offiziellen Preises der neuen Steam Machine dürfte für viele Interessenten ein Schock gewesen sein. Umso erfreulicher, dass Nutzer die Möglichkeit erhalten, mit eigener Hardware einen privaten Klon zu bauen.

Valve arbeitet an Kompatibilität

Valve öffnet dafür das zugrundeliegende SteamOS zunehmend für herkömmliche PC-Hardware. Mit der nun veröffentlichten Version SteamOS 3.8.10 können Nutzer das Betriebssystem einfacher auf selbst zusammengestellten Gaming-PCs installieren. So ließe sich beispielsweise auch mit einem Mini-PC eine kleine Spielebox fürs Wohnzimmer konfigurieren, die wie die originale Steam Machine funktioniert.

Wie das Unternehmen mitteilte, bringt das Update vor allem eine deutlich verbesserte Unterstützung aktueller Intel- und AMD-Plattformen mit sich. Damit erhalten Spieler offiziell die Möglichkeit, eigene Rechner als Steam-Maschinen zu nutzen. Bislang war SteamOS vor allem auf AMD-basierte Systeme zugeschnitten, während die Nutzung auf anderer Hardware häufig mit Einschränkungen verbunden war.


Pierre-Loup Griffais, einer der führenden Entwickler bei Valve, erklärte gegenüber dem US-Technologiemagazin The Verge, dass SteamOS gezielt für eine breitere Hardware-Kompatibilität weiterentwickelt werde. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei auf der Unterstützung von Nvidia-Grafikkarten. Nach Angaben Griffais' arbeitet ein wachsendes Entwicklerteam an entsprechenden Treibern und steht dabei in engem Austausch mit Nvidia. Eine vollständige Unterstützung werde jedoch voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr verfügbar sein.

Technisch war es zwar schon bislang möglich, SteamOS auf einem gewöhnlichen PC zu installieren. Der Vorgang galt jedoch als vergleichsweise kompliziert, da Nutzer auf ein Wiederherstellungsabbild des Steam Deck zurückgreifen mussten. Vor allem auf Intel- oder Nvidia-Systemen stellte dies viele Anwender vor Herausforderungen.

Dual-Boot soll kommen

Laut Valve ist die aktuelle Version vor allem für sogenannte Konsolen-PCs geeignet, also Rechner, die dauerhaft am Fernseher betrieben werden und ausschließlich SteamOS nutzen. In solchen Szenarien soll die Benutzererfahrung laut Griffais weitgehend der eines Steam Decks im Docking-Betrieb oder einer Steam Machine entsprechen. Funktionen wie spezielle Grafiktreiber und die Vorab-Kompilierung von Shadern stehen dabei ebenfalls zur Verfügung.

Noch nicht ausgereift ist hingegen die Installation neben einem bereits vorhandenen Betriebssystem. Eine komfortable Dual-Boot-Lösung, bei der sich Festplatten automatisch aufteilen und bestehende Systeme erhalten bleiben, bietet SteamOS derzeit nicht. Wer das Betriebssystem installieren möchte, muss den Datenträger in der Regel vollständig neu einrichten und sollte deshalb zuvor alle wichtigen Daten sichern. Langfristig verfolgt Valve jedoch das Ziel, SteamOS problemlos parallel zu anderen Betriebssystemen nutzbar zu machen. Damit könnte das Linux-basierte Gaming-System auf einer deutlich größeren Zahl von PCs Einzug halten.

Zusammenfassung
  • Valve ermöglicht Nutzern den Bau eigener Steam-Machine-Systeme nun
  • SteamOS 3.8.10 verbessert die Hardwareunterstützung für Gaming-PCs
  • Entwickler arbeiten zudem intensiv an Treibern für Nvidia-Grafiken
  • Die Installation auf Konsolen-PCs bietet eine Steam-Deck-Erfahrung
  • Das System überschreibt derzeit noch vorhandene Daten auf Festplatten

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!