EU: Drei große Erotik-Plattformen auf einer Stufe mit Facebook und Co.

Der neuen Regulierung für große Online-Plattformen müssen sich jetzt nicht nur die großen Social Networks und einige andere große Webseiten stellen. Die EU-Kommission teilte jetzt mit, dass auch drei Erotik-Plattformen unter das Dach des Digital Service Acts (DSA) gestellt werden.
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Die glorreichen 22

Die EU hatte den DSA entwickelt, da die verschiedenen großen Online-Plattformen eine besondere Rolle im digitalen Markt spielen. Sie sind nicht einfach nur marktführende Anbieter in ihrem jeweiligen Bereich, sondern übernehmen auch Gatekeeper-Funktionen und sind von der Bedeutung her teils auch als kritische Kommunikations-Infrastrukturen einzustufen.

Die neuen Regeln des Gesetzes verlangen von den Betreibern daher ein besonderes Risikomanagement, eine externe und unabhängige Prüfung sowie die Weitergabe bestimmter Daten an Behörden und Forscher. Unter den DSA fallen bisher fünf Tochtergesellschaften von Alphabet, zwei Angebote von Meta Platforms, zwei von Microsoft, Twitter/X und AliExpress von Alibaba. Insgesamt 19 Angebote unterliegen so der stärkeren Regulierung.

Wie der zuständige EU-Kommissar Thierry Breton jetzt mitteilte, wird die Liste um drei weitere Plattformen ausgebaut. Es handelt sich hierbei um die Erotik-Portale Pornhub, Stripchat und XVideos. Diese überschreiten die Nutzerzahlen, ab denen die EU eine DSA-Regulierung festgelegt hat. Die Marke liegt hier bei 45 Millionen Usern im Monat.

Wem ist zu trauen?

Pornhub hatte bei Inkrafttreten des Gesetzes Nutzerzahlen von 33 Millionen gemeldet, womit es eigentlich nicht unter den DSA fallen würde. Offenbar traut man dieser Angabe in Brüssel aber nicht. Die Einstufung kann nicht nur auf den vom Unternehmen gemeldeten Nutzerzahlen basieren, sondern auch auf Informationen von Dritten oder alternativen Quellen, erklärte ein hoher Kommissionsbeamter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

XVideos hatte zuvor erklärt, es habe 160 Millionen Nutzer in der EU. Stripchat gibt an, weltweit über 500 Millionen Nutzer zu haben. Damit ist ohnehin klar, dass sie sich der besonderen Aufsicht stellen müssen. In Brüssel erhofft man sich von der neuen Einstufung unter anderem auch, dass der Jugendschutz auf diesen Plattformen so verbessert werden kann und die nun erforderlich werdenden höheren Standards bei der Moderation von Inhalten, illegalem Content schneller einen Riegel vorschieben.

Zusammenfassung
  • EU-Kommission erweitert DSA um drei Erotik-Portale
  • Regulierung zielt auf besondere Rolle großer Online-Plattformen ab
  • Neue DSA-Regeln fordern Risikomanagement und Datenweitergabe
  • Pornhub, Stripchat und XVideos überschreiten Nutzerzahl-Grenze
  • Pornhubs gemeldete Nutzerzahlen werden von EU angezweifelt
  • XVideos und Stripchat müssen sich strenger Aufsicht unterziehen
  • Erwartung in Brüssel: Verbesserter Jugendschutz und Content-Moderation

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