Twitch kann sich Betrieb nicht mehr leisten, stellt Dienst in Südkorea ein
Die Amazon-Tochter Twitch stellt den Betrieb ihres Game-Streaming-Diensts in Südkorea zu Ende Februar 2024 vollständig ein. Als Grund nennt das Unternehmen die angeblich viel zu hohen Gebühren, die koreanische Netzbetreiber für die Durchleitung von Daten verlangen.
Laut dem Twitch-CEO sorgten vor allem die Nutzungsgebühren der koreanischen Internetprovider dafür, dass Twitch seine Kosten nicht mehr decken konnte. Die Abgaben seien in Südkorea bis zu zehnmal so hoch wie anderswo. Tatsächlich gibt es in Südkorea seit einiger Zeit im Grunde keine Netzneutralität mehr, denn die großen Diensteanbieter müssen an die Netzbetreiber Gebühren für die Nutzung von deren Infrastruktur zahlen.
Die ISPs leiten also die Daten nicht mehr ohne jede Unterscheidung zu den Kunden durch. Die Netzbetreiber begründen ihre Forderungen damit, dass die Anbieter von Diensten für Videostreaming und Ähnliches einen Großteil des gesamten Traffics verursachen, aber selbst keine Kosten dafür in Kauf nehmen, wenn es darum geht, die Daten zu den Nutzern zu bringen.
Während sich Netflix kürzlich mit dem größten koreanischen Netzbetreiber SK Telecom Broadband auf eine Kooperation einigen und einen seit Jahren andauernden Rechtsstreit um die Nutzungsgebühren beilegen konnte, sieht man bei Twitch offenbar keinerlei Möglichkeit, sich mit den koreanischen ISPs zu verständigen. Twitch hatte im letzten Jahr den Betrieb in Südkorea bereits aus Protest gegen die Durchleitungsgebühren vorübergehend eingestellt.
Twitch kündigte an, dass man den aus Südkorea stammenden "Creators" und Streamern umfangreiche Unterstützung bieten wolle, wenn es darum geht, ihre Präsenz von Twitch zu anderen weiterhin in dem Land aktiven Diensten zu verlagern. Konkret soll es Hilfestellung beim Umzug zu YouTube oder dem koreanischen Twitch-Konkurrenten AfreecaTV geben.
Siehe auch:
Milliardenkonzern verweist auf zu hohe Kosten
Twitch wird in Südkorea abgeschaltet. Ausgerechnet in dem Land, in dem viele der bekanntesten Game-Streamer aus bestimmten Genres beheimatet sind, wird der Dienst laut Unternehmenschef Dan Clancy ab dem 27. Februar 2024 nicht mehr zugänglich sein. Clancy verweist darauf, dass Twitch schon lange nicht mehr gewinnbringend im koreanischen Markt arbeiten konnte.Laut dem Twitch-CEO sorgten vor allem die Nutzungsgebühren der koreanischen Internetprovider dafür, dass Twitch seine Kosten nicht mehr decken konnte. Die Abgaben seien in Südkorea bis zu zehnmal so hoch wie anderswo. Tatsächlich gibt es in Südkorea seit einiger Zeit im Grunde keine Netzneutralität mehr, denn die großen Diensteanbieter müssen an die Netzbetreiber Gebühren für die Nutzung von deren Infrastruktur zahlen.
Die ISPs leiten also die Daten nicht mehr ohne jede Unterscheidung zu den Kunden durch. Die Netzbetreiber begründen ihre Forderungen damit, dass die Anbieter von Diensten für Videostreaming und Ähnliches einen Großteil des gesamten Traffics verursachen, aber selbst keine Kosten dafür in Kauf nehmen, wenn es darum geht, die Daten zu den Nutzern zu bringen.
Während sich Netflix kürzlich mit dem größten koreanischen Netzbetreiber SK Telecom Broadband auf eine Kooperation einigen und einen seit Jahren andauernden Rechtsstreit um die Nutzungsgebühren beilegen konnte, sieht man bei Twitch offenbar keinerlei Möglichkeit, sich mit den koreanischen ISPs zu verständigen. Twitch hatte im letzten Jahr den Betrieb in Südkorea bereits aus Protest gegen die Durchleitungsgebühren vorübergehend eingestellt.
Twitch kündigte an, dass man den aus Südkorea stammenden "Creators" und Streamern umfangreiche Unterstützung bieten wolle, wenn es darum geht, ihre Präsenz von Twitch zu anderen weiterhin in dem Land aktiven Diensten zu verlagern. Konkret soll es Hilfestellung beim Umzug zu YouTube oder dem koreanischen Twitch-Konkurrenten AfreecaTV geben.
Zusammenfassung
- Twitch stellt Betrieb in Südkorea 2024 ein
- Höhere Netzdurchleitungsgebühren als Grund genannt
- Twitch seit Längerem nicht profitabel in Südkorea
- Netzneutralität in Südkorea faktisch aufgehoben
- Netflix löste ähnliches Problem mit Kooperation
- Twitch sieht keine Einigung mit koreanischen ISPs
- Unterstützung für koreanische Streamer beim Plattformwechsel
Siehe auch:
- Bugs und fehlende Features: Twitch stellt Nintendo Switch-App ein
- Twitch greift durch: Streamer können Zuschauer bald komplett bannen
- Twitch sieht nun "Küssen oder Lecken" eines Mikros als "sexuell" an
- Twitch Turbo: Livestreaming-Dienst erhöht Preise für werbefreies Abo
- Schluss mit Glücksspiel: Twitch geht gegen Casino-Streamer vor
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