Kleine SMR-Kernreaktoren:
NuScale-Modellprojekt ist gescheitert
Die sogenannten Small Modular Reactors (SMR) sind eine der großen Hoffnungen der Kernkraftbranche, die Stromerzeugung über die Kernspaltung doch noch in die Zukunft zu retten. Das erste Modell-Kraftwerk dieser Art wird nun aber doch nicht gebaut.
Am Mittwoch teilte das Unternehmen nun aber mit, dass die Umsetzung nicht funktioniert, nachdem sich ein weiterer großer Partner zurückgezogen hat. Der Energieversorger Utah Associated Municipal Power Systems zog die Reißleine und fällt damit als Abnehmer des erzeugten Stroms aus. Auch die umliegenden größeren Unternehmen in Idaho konnten nicht als Käufer gewonnen werden, es fehlt dem Projekt also an der Perspektive, jemals ausreichend Einnahmen zu generieren, um die hohen Entwicklungs- und Baukosten wieder hereinzuholen.
Die Entwicklung hatte sich bereits abgezeichnet. Die veranschlagten Projektkosten waren deutlich gestiegen. Das hatte natürlich zur Folge, dass ein späterer wirtschaftlicher Betrieb auch nur denkbar wurde, wenn der Strom zu entsprechend höheren Preisen abgegeben werden konnte.
Für die Nuklearbranche bedeutet das Aus des NuScale-Projekts einen herben Rückschlag - auch wenn man seitens des Unternehmens noch versucht, Optimismus zu verbreiten. SMR-Projekte werden allerdings auch in anderen Regionen der Welt verfolgt. Doch liegt deren Entwicklungsstand weit hinter NuScale zurück und die Frage der Wirtschaftlichkeit wird sich auch hier stellen.
Siehe auch:
Niemand will teuren Atomstrom kaufen
Entwickelt wurde dieses von NuScale Power. Nach längerer Planungszeit bekam man vor einigen Monaten die Genehmigung für den Bau im US-Bundesstaat Idaho. Spätestens zum Ende des Jahrzehnts sollte die Anlage betriebsbereit sein - was durchaus schneller gewesen wäre, als bei diversen Kernkraftprojekten der vergangenen Jahre.Am Mittwoch teilte das Unternehmen nun aber mit, dass die Umsetzung nicht funktioniert, nachdem sich ein weiterer großer Partner zurückgezogen hat. Der Energieversorger Utah Associated Municipal Power Systems zog die Reißleine und fällt damit als Abnehmer des erzeugten Stroms aus. Auch die umliegenden größeren Unternehmen in Idaho konnten nicht als Käufer gewonnen werden, es fehlt dem Projekt also an der Perspektive, jemals ausreichend Einnahmen zu generieren, um die hohen Entwicklungs- und Baukosten wieder hereinzuholen.
Die Entwicklung hatte sich bereits abgezeichnet. Die veranschlagten Projektkosten waren deutlich gestiegen. Das hatte natürlich zur Folge, dass ein späterer wirtschaftlicher Betrieb auch nur denkbar wurde, wenn der Strom zu entsprechend höheren Preisen abgegeben werden konnte.
Preise nicht machbar
Darauf konnte nun aber gar nicht mehr spekuliert werden. Denn die Entwicklung bei den Erneuerbaren ging zuletzt immer schneller voran und die Preise für Solar- und Windstrom liegen schon jetzt nur noch etwa bei der Hälfte dessen, was für den NuScale-SMR veranschlagt werden musste. Es ist davon auszugehen, dass die regenerativen Erzeuger in den kommenden Jahren sogar noch billiger werden, da die Massenproduktion die Baukosten immer weiter reduziert.Für die Nuklearbranche bedeutet das Aus des NuScale-Projekts einen herben Rückschlag - auch wenn man seitens des Unternehmens noch versucht, Optimismus zu verbreiten. SMR-Projekte werden allerdings auch in anderen Regionen der Welt verfolgt. Doch liegt deren Entwicklungsstand weit hinter NuScale zurück und die Frage der Wirtschaftlichkeit wird sich auch hier stellen.
Zusammenfassung
- SMR-Projekt von NuScale wird nicht gebaut
- Genehmigung für Bau in Idaho erteilt
- Großer Partner und Stromabnehmer abgesprungen
- Projektkosten gestiegen, Wirtschaftlichkeit fraglich
- Erneuerbare Energien preiswerter als SMR-Strom
- Massenproduktion senkt Kosten für Erneuerbare
- Rückschlag für Kernkraft-Branche, andere SMR-Projekte im Rückstand
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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