SMRs: Hoffnungsträger der Kernkraft sitzen auf einem Problemberg

Kleine modulare Atomreaktoren (SMR) gelten als Hoffnungsträger für eine neue Phase der Kernenergie. Sie sollen günstiger, sicherer und schneller zu bauen sein als herkömmliche Großkraftwerke. Doch die Zweifel an der Technologie wachsen stetig an.
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Es wird teuer

Ein zentrales Problem sind die Kosten, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf mehrere Experten berichtet. Zwar sind SMRs kleiner und damit in der Anschaffung günstiger als klassische Atomkraftwerke, doch Fachleute weisen darauf hin, dass der von ihnen erzeugte Strom aufgrund der geringen Leistung einer Anlage weiterhin teuer bleibt. Im Wettbewerb mit Erdgas und erst recht mit den billigen erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarstrom haben sie es schwer. Frühere Projekte in den USA scheiterten bereits daran, dass Baukosten explodierten oder sich nicht genügend Abnehmer für den Strom fanden, wenn dessen Preis den Bau wirklich gegenfinanzieren sollte.

Hinzu kommt der Faktor Zeit. Weltweit existieren bislang nur drei betriebsfähige SMRs. Viele der angekündigten Projekte befinden sich noch in der Planungs- oder frühen Bauphase, der kommerzielle Betrieb wird oft erst für die 2030er-Jahre in Aussicht gestellt. Kritiker bezweifeln, dass diese Technologie rechtzeitig zur Verfügung stehen kann, um den rasch wachsenden Energiebedarf, etwa durch Rechenzentren für künstliche Intelligenz, tatsächlich zu decken.


Auch technisch bleiben offene Fragen. Einige der neuartigen Reaktorkonzepte benötigen spezielle Brennstoffe wie hochangereichertes, niedrig angereichertes Uran (HALEU), dessen Verfügbarkeit begrenzt ist und dessen Lieferketten bislang stark von Russland abhingen. Zudem ist umstritten, ob SMRs wirklich weniger Atommüll produzieren. Studien legen nahe, dass bestimmte Bauarten sogar mehr radioaktive Abfälle erzeugen könnten, weil sie ineffizienter mit dem Brennstoff umgehen.

Sicherheit nicht eingebaut

Sorgen gibt es außerdem bei der Sicherheit. Um den Ausbau zu beschleunigen, sollen Genehmigungsverfahren verkürzt und Regulierungen gelockert werden. Kritiker warnen davor, dass dadurch Risiken nicht ausreichend geprüft werden. Befürworter halten dagegen, dass moderne Designs und bewährte Technologien die Sicherheit gewährleisten könnten - vorausgesetzt, die Aufsicht bleibt streng.

Am Ende steht eine grundlegende Frage: Sind SMRs eine realistische Ergänzung zu erneuerbaren Energien oder ein teures Ablenkungsmanöver? Ob sie sicher und rechtzeitig einsetzbar sind, wird sich erst zeigen, wenn die ersten Anlagen tatsächlich Strom liefern. Zuvorderst steht aber eben das Problem, ob diese Kraftwerke je auf dem Strommarkt gegen billigere Quellen konkurrieren können.

Zusammenfassung
  • SMRs versprechen günstigere und sicherere Kernenergie als Großkraftwerke
  • Trotz niedrigerer Anschaffungskosten bleibt der erzeugte Strom teuer
  • Bisher nur drei betriebsfähige SMRs weltweit, kommerzielle Nutzung erst 2030+
  • Technische Herausforderungen wie spezielle Brennstoffe und mehr Atommüll
  • Verkürzung von Genehmigungsverfahren wirft Sicherheitsfragen auf
  • Fraglich, ob SMRs gegen billigere erneuerbare Energien konkurrieren können

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