Gründer dementiert, dass Cruise-Robotaxis im Grunde Schwindel sind

In San Francisco wurden seit einer Weile Robotaxis getestet, allerdings ging diese Geschichte vor kurzem vorläufig zu Ende. Denn kurz nachdem Cruise eine Ausweitung der Erlaubnis erhalten hat, wurde diese nach Unfällen wieder entzogen. Nun gibt es neue Aufregung.
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Intensive Dauerüberwachung von Cruise-Autos

Konkret wurden wie berichtet gegenüber Cruise Vorwürfe laut, wonach die selbstfahrenden Taxis zu einem gewissen Teil eine Art Mogelpackung sind. Genauer gesagt tauchten über die New York Times (NYT) Informationen auf, wonach die Robotaxis alles andere als selbstfahrend sind, jedenfalls nicht in dem Ausmaß, das der Hersteller verspricht. Denn obwohl die Fahrzeuge der General Motors-Tochter ohne einen Fahrer auskommen, müssen sie von einer Zentrale aus konstant und intensiv überwacht werden.

Das ist nicht wirklich überraschend, aber ist es sehr wohl bemerkenswert, wie oft die Techniker eingreifen müssen und per Remote-Verbindung das Steuer übernehmen müssen - und auch, wie viele Menschen sich um die selbstfahrenden Autos kümmern müssen. Demnach sind im Schnitt pro Cruise-Fahrzeug 1,5 Personen zuständig gewesen.

Dieser Aufwand ist offenbar auch mehr als nötig gewesen, denn laut Informationen der bekannten US-Tageszeitung mussten die Techniker alle 2,5 bis fünf Meilen eingreifen, also rund alle vier bis acht gefahrene Kilometer. Das war immer dann notwendig, wenn die Systeme des Fahrzeugs von einer Situation überfordert waren und ein Problem signalisiert haben. Laut NYT führte das auch zu enormen Kosten, die dazu geführt haben, dass Cruise immer wieder frisches Kapital brauchte.


Cruise-CEO antwortet

Kyle Vogt, CEO und Gründer von Cruise, kommentierte bzw. dementierte die Vorwürfe auf Hacker News (via CNBC): "Die (autonomen Fahrzeuge; AVs) von Cruise werden im Durchschnitt zwei bis vier Prozent der Zeit in komplexen städtischen Umgebungen ferngesteuert. Das ist schon so wenig, dass eine weitere Optimierung keinen großen Kostenvorteil bringt, vor allem, wenn man bedenkt, wie nützlich es ist, dass Menschen in bestimmten Situationen Dinge überprüfen."

Laut Vogt habe die New York Times die Zahlen zur "Remote Assistance" (RA) missinterpretiert, da eine erfasste RA-Session nicht zwangsläufig bedeutet, dass ein Mensch tatsächlich das Steuer übernehmen muss: "Davon werden viele vom AV selbst gelöst, bevor der Mensch sich die Dinge überhaupt ansieht, da wir (diesen Vorgang) oft proaktiv starten lassen, bevor das Fahrzeug sicher ist, dass es Hilfe braucht. Viele Sitzungen sind schnelle Bestätigungsanfragen (ist es ok, weiterzumachen?), die in Sekundenschnelle erledigt sind."

Die von Vogt erwähnten zwei bis vier Prozent betreffen "knifflige Situationen", die schwieriger sind und tatsächlich ein Eingriff erforderlich ist. Überprüfen lassen sich diese Angaben allerdings nicht.

Zusammenfassung
  • Selbstfahrende Taxis von Cruise in San Francisco getestet
  • Erlaubnis nach Unfällen entzogen, Vorwürfe gegen Cruise erhoben
  • Fahrzeuge müssen konstant und intensiv von Zentrale überwacht werden
  • Pro Fahrzeug waren im Schnitt 1,5 Personen für Überwachung zuständig
  • Techniker mussten alle 2,5 bis 5 Meilen eingreifen, hohe Kosten
  • CEO Vogt: Fahrzeuge nur 2-4% der Zeit ferngesteuert
  • Vogt: Viele Probleme werden vom Fahrzeug selbst gelöst

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