Teurer Flop: Aus für autonome GM-Taxis kostet Microsoft 800 Mio. Dollar

Microsoft kommt seine vor Jahren getätigte Investition in das vom US-Autokonzern General Motors jetzt aufgegebene Startup Cruise für auto­nom fahrende Taxis jetzt teuer zu stehen. Der Softwaregigant muss wegen seiner Beteiligung 800 Millionen Dollar abschreiben.

GM stellt Cruise wegen zu hoher Kosten ein

General Motors sorgte kürzlich für eine Überraschung, verkündete der US-Autobauer doch mehr oder weniger unerwartet das Aus für seine Tochterfirma Cruise. Cruise betrieb bis zuletzt eine Flotte von autonom fahrenden und elektrisch angetriebenen Taxis, geriet aber nach Unfällen und technischen Problemen zunehmend ins Straucheln.

GM begründete das Ende von Cruise in dieser Woche damit, dass man nicht länger bereit sei, die hohen Kosten in Kauf zu nehmen. Der Konzern verwies auf die enormen Ausgaben für die Weiterentwicklung der Technologie und den Aufbau einer Flotte von Fahrzeugen, die damit ausgestattet sein würden.

Microsoft wollte sich mit Beteiligung gegen Google positionieren

Microsoft war bei Cruise bereits im Januar 2021 eingestiegen und hatte sich an einer Finanzierungsrunde im Wert von rund zwei Milliarden Dollar beteiligt. Cruise war für die Redmonder wohl vor allem deshalb attraktiv, weil man damit im Markt für autonome Fahrzeuge einen "Fuß in die Tür" bekommen konnte, ohne selbst großen Aufwand und Kosten für die Entwicklung entsprechender Projekte in Kauf nehmen zu müssen.

Der Einstieg bei Cruise war daher eine Art Antwort auf Googles Waymo, denn der Internetkonzern betreibt damit einen eigenen Arm für autonom fahrende Taxis und baut dieses Projekt seit geraumer Zeit immer weiter aus. Allerdings haben sowohl Cruise als auch Waymo immer wieder Probleme.

So geriet Cruise in die Kritik, weil es in den letzten Jahren immer wieder und teilweise auch schwere Unfälle mit Fahrzeugen der GM-Tochter gab. Als Folge dessen wurde dem Unternehmen in einigen US-Städten die Betriebserlaubnis entzogen, wodurch man seine Dienste nicht mehr im gewohnten Umfang anbieten durfte. Für Microsoft bedeutet das Ende von Cruise, dass man 800 Millionen Dollar abschreiben muss und die Aktionäre mit einer dadurch um rund 9 US-Cent reduzierten Dividende pro Aktie rechnen müssen.

Zusammenfassung
  • Microsoft muss 800 Mio. Dollar wegen GM-Tochter Cruise abschreiben
  • Cruise betrieb autonome Elektro-Taxis, scheiterte an Unfällen
  • GM beendet Cruise-Projekt aufgrund zu hoher Entwicklungskosten
  • Microsoft investierte 2021 in Cruise als Antwort auf Googles Waymo
  • Cruise verlor Betriebserlaubnis in einigen US-Städten nach Unfällen
  • Microsofts Dividende sinkt um ca. 9 Cent wegen Cruise-Abschreibung

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